Review: THE DEVIL’S HAND – VERGIB MIR VATER DENN ICH HABE GESÜNDIGT (2014)

 

 
Overview
 

Darsteller: Rufus Sewell, Alycia Debnam-Carey, Adelaide Kane
 
Regie: Christian E. Christiansen
 
Drehbuch: Karl Mueller
 
Länge: 82 min
 
Veröffentlichung: 02. Februar 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Tiberius
 
Genre: ,
 
Land:
 
Bewertung
4.0
4.0/ 10


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Posted 11. Februar 2017 by

Wenn am sechsten Tag des sechsten Monats sechs Kinder geboren werden, kann das nichts Gutes bedeuten, schon gar nicht, wenn sich all das in einer kleinen Gemeinde abspielt, die sich nicht nur auf Bibeltreue stützt, sondern auch in allen anderen Belangen lebt wie vor 200 Jahren.

Klar, die Protagonisten in THE DEVIL’S HAND tragen das Wort „Amish“ auf der Stirn, auch wenn sie es nicht aussprechen und keine Bärte tragen.
Trotzdem ist die Idee einen Horrorfilm in einer von modernen Einflüssen weitestgehend abgeschotteten Gesellschaft zu platzieren zunächst interessant, da unverbraucht.

Aber wie auch bei den echten Amish ist die fortschrittliche Bevölkerung und damit Autos, Elektrizität und hübsche College-Boys nur einen Steinwurf entfernt und die Freundinnen um Mary, die allesamt zu den sechs Kindern gehören und 18 Jahre später kurz vor der Volljährigkeit stehen, versuchen den strengen Regeln der Gemeinschaft zu entkommen und normale Teenager zu sein.
Das versucht aber nicht nur Gemeindepriester Elder Beacon zu verhindern, sondern auch ein maskierter Mörder, der die Mädchen nacheinander tötet.

Wer bei der Beschreibung an Shymalans THE VILLAGE denkt, liegt damit genauso falsch wie der Marketingstratege, die THE DEVIL’S HAND – VERGIB MIR VATER DENN ICH HABE GESÜNDIGT für einen griffigen Filmtitel hält.
Hierbei handelt es sich schlichtweg um einen okkulten Slasher. Damit wäre nichts verkehrt, würden sich die religiös erzogenen Mädels nicht genau so unglaubwürdig verhalten wie die üblichen Teenies, die nach dem Poppen direkt ins Messer des Killers laufen. Zwar badet man in traditionsbewussten Gesellschaften offenbar im biederen Unterrock, schminkt sich aber mit modernen Pflegeprodukten und zupft sich die Augenbrauen.

Hauptfigur Mary, die von Alycia Debnam-Carey (UNFRIEND, FEAR THE WALKING DEAD) gespielt wird, will man daher ihre Rolle nicht so recht abkaufen. Authentischer wirken Rufus Sewell (DARK CITY, ABRAHAM LINCOLN: VAMPIRJÄGER) und Jennifer Carpenter (DEXTER, DER EXORZISMUS DER EMILY ROSE). Die haben aber auch eher untergeordnete Rollen.

Ebensowenig wie der Look der Girls ist der Rest des Films besonders schlüssig. Hier redet man von einem Fluch, da ist es der (menschliche) Mörder und Prediger Beacon outet sich auch noch als Pädophiler, der seine Schäfchen nach dem Motto „Grab her by the pussy“ bekehrt.

Auch wenn die Mischung frisch wirkt, die einzelnen Zutaten sind klischeebeladen.
Man merkt förmlich wie Regisseur Christian E. Christiansen versucht die unterschiedlichen Ansätze und Story-Stränge in eine Kiste zu packen, während es aus allen Ritzen wieder herausquillt.
Christiansen hat sich allerdings schon mit seiner Regiearbeit zu THE ROOMMATE als höchst durchschnittlicher Vertreter seines Fachs vorgestellt und kann seinen Status hiermit nicht verbessern.

Von der Horrorseite her, wird THE DEVIL’S HAND auch kaum jemand aus den Schuhen schießen. Die Kills sind weder besonders blutig und nur vereinzelt beeindruckend, zwingender Grusel will auch kaum aufkommen und so bleibt es am Ende dabei, dass man zwar die Idee schätzen muss, die Dinge etwas anders anzupacken, die Umsetzung aber so rasant ist wie eine Amish-Kutsche.

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