Review: THE VOID (2016)

 

 
Overview
 

Darsteller: Aaron Poole, Kenneth Welsh, Daniel Fathers
 
Regie: Jeremy Gillespie, Steven Kostanski
 
Drehbuch: Jeremy Gillespie, Steven Kostanski
 
Länge: 91 min
 
FSK: ab 16
 
Veröffentlichung: 19. Mai 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Ascot Elite
 
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Land:
 
Bewertung
9.5
9.5/ 10


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Posted 30. April 2017 by

Liebe Kinder,
im letzten Jahrtausend huldigten unsere Vorfahren einem Mann namens John Carpenter, der einige der besten Horrorfilme aller Zeiten erschuf.
Irgendwann wurde Carpenter müde, aber seine Anhänger wuchsen heran und begannen selbst Filme zu drehen. Deutlichstes Beispiel ist vermutlich IT FOLLOWS, der klar Carpenters Handschrift trägt, ohne einen bestimmten Film zu kopieren und in die gleiche Kerbe schlägt nun auch THE VOID.


Story:
Polizist Daniel schiebt eine ruhige Nachtschicht auf dem Land, als plötzlich ein verletzter Mann aus dem Gebüsch torkelt. Daniel bringt den Unbekannten ins nahegelegene Krankenhaus, das kurz vor der Schließung steht, doch dort überschlagen sich die Ereignisse. Maskierte Gestalten umstellen das Gebäude, zwei bewaffnete Männer dringen ein und wollen den Fremden töten und spätestens als sich eine Krankenschwester in ein Monster mit Tentakeln verwandelt ist klar, dass dies keine Nacht wie jede andere ist.

…ebensowenig ist THE VOID ein Film wie jeder andere. Auch wenn es bisher wenig Hype um den Streifen gab, ist die Chance gut, dieses Jahr nichts besseres mehr zu sehen.
Vor allem Old School – Fans müssen hellhörig werden.
Die beiden Filmemacher Jeremy Gillespie und Steven Kostanski waren im Bereich Effekte, Make-up etc. an verschiedenen jüngeren Produktionen wie POLTERGEIST, ES oder SUICIDE SQUAD beteiligt, aber THE VOID ist ihr Film und wurde zu einer Throwback-Party. Auch wenn das Jahr, in dem er spielt, keine Erwähnung findet und unbedeutend ist, deutet die Optik oder das Fehlen von Handys an, dass sich die Handlung in den 80ern oder frühen 90ern bewegt.

Im Vorfeld wurde immer wieder THE THING – DAS DING AUS EINDER ANDEREN WELT als Vergleich bemüht, was nicht verkehrt ist, denn fast jeder handgemachte Bodyhorror erinnert an dieses Meisterwerk. Ebenso könnte man aber auch ASSAULT – ANSCHLAG BEI NACHT erwähnen, obwohl es dort ein Polizeirevier, kein Krankenhaus ist, in dem sich die ungleiche Gruppe kurz vor Schließung verschanzen muss.
Mehr als jeder andere Carpenter-Film stand aber FÜRSTEN DER DUNKELHEIT für THE VOID Pate.
Auch dort gab es die Verschanzungssituation, das unheimliche Etwas im Keller, eine Schwangere, sogar ein ähnliches Finale.
Andere Anleihen finden sich bei den Werken von H.P. Lovecraft und Clive Barker.

Nun sollte ich THE VOID vielleicht mit Plagiatsvorwürfen überhäufen, aber trotz erkennbarer Referenzen, sind diese gut vermengt, über den gesamten Film verteilt und jeder der genannten Filme ist wenigstens 30 Jahre alt.
Wichtiger: THE VOID funktioniert prächtig. Er funktioniert, wenn man nicht weiß wer John Carpenter ist, aber genauso gut, wenn man manches liebevoll platzierte Detail (Feueraxt) erkennt.
Am Wichtigsten: Der Film wirkt nicht am Reißbrett entworfen. Wie bei IT FOLLOWS gibt es starke Einflüsse, aus denen sich aber auf natürliche Weise etwas Eigenes formte.

Zu diesen Einflüssen gehört aber auch, dass wir als Zuschauer nur wenig darüber erfahren, in welcher Situation sich die Protagonisten befinden, ebenfalls ein typisches Markenzeichen Carpenters, das auch Gillespie/Kostanski aufgreifen. So wird nie exakt erklärt, wer die vermummten Gestalten vor dem Krankenhaus sind, die zunächst auch überraschend wenig Interesse haben, ins Gebäude einzudringen. Auch andere Fragen bleiben, bzw. Interpretationsmöglichkeiten entstehen, getreu dem Motto „Besser nicht erklärt, als schlecht erklärt“ lässt sich das aber gut ertragen.

Nichtsdestotrotz hätte eine genauere Vorstellung der Figuren diese dem Zuschauer näher gebracht. Gute Ansätze sind da und bei einer Laufzeit von rund 90 Minuten wäre sicher auch noch Luft gewesen. Stattdessen beschränkt sich das Regie/Autoren-Duo auch hier aufs Nötigste, was wiederum der Action zugutekommt.

Andere Punkte muss man hingegen schlicht als Schwäche auslegen. So wird Daniel in einer Szene mit einem Messer verletzt, scheint dem Verbluten nahe, wird ohnmächtig, ist aber rasant schnell wieder auf den Beinen.

Den enorm starken Gesamteindruck kann das so wenig trüben wie der seltendumme deutsche Untertitel („ES GIBT EINE HÖLLE. DAS HIER IST SCHLIMMER“ Ernsthaft? Wer denkt sich das aus?).
THE VOID ist dunkel, er ist ernstzunehmen und er ist einer der besten Horrorfilme 2017….das steht schon im April fest.

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2 Comments


  1.  
    MrAnderson

    Bei dem Untertitel, es gibt eine Hölle, das hier ist schlimmer, habe ich mir erst nichts gedacht. Nachdem ich den Film dann gesehen hatte, dachte ich mit „das hier“ kann nur der Film an sich gemeint sein.

    Ich gehöre zu den oben erwähnten Huldigern John Carpenters. Bin 1970 geboren und großer Horrorfan. Natürlich war ich auf den Film sehr gespannt, denn the Void wurde bereits vor (gut einem Jahr?) mit The Thing verglichen. Und auch die Tentakelscene war in einem Trailer schon zu sehen und hat Lust auf mehr gemacht. Leider ist der Film unterste Kanone. Die schauspielerischen Leistungen grenzen am Lächerlichen. Die FX sind toll, aber wohl nur, wenn man mit sowas in den Achtzigern groß wurde und heute das Nostalgieherz in Flammen steht. Für jemanden der heutige FX gewöhnt ist, sind die handgemachten FX des Films wohl eher ein greuel. Naja, viel erwartet, wenig bekommen. Ich hätte den Film fast nicht mal bis zum Ende geschaut.





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