Review: WISH UPON (2017)

 

 
Overview
 

Darsteller: Joey King, Ryan Phillippe, Ki Hong Lee
 
Regie: John R. Leonetti
 
Drehbuch: Barbara Marshall
 
Länge: 87 min
 
Veröffentlichung: 27. November 2017 (Heimkino)
 
Verleih/Vertrieb: Splendid
 
Genre:
 
Land: ,
 
Freigabe:
 
Bewertung
5.5
5.5/ 10


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Posted 7. Dezember 2017 by

Sei vorsichtig was du dir wünschst, es könnte wahr werden.
Diese alte Weisheit thematisierte bereits Mitte des 19. Jahrhunderts William Wymark Jacobs in seiner Geschichte DIE AFFENPFOTE.
Stephen King folgte mit FRIEDHOF DER KUSCHELTIERE einem ähnlichen Pfad.

In WISH UPON trifft es nun Teenagerin Clare, die Jahre nachdem ihre Mutter Selbstmord beging mit ihrem Vater, der leidenschaftlich Müll sammelt in einem heruntergekommenen Haus lebt. In der Schule gehört sie nicht gerade zu den coolen Kids und ist auch noch unglücklich verliebt.
Die Lage bessert sich rasch als sie eine chinesische Spieluhr geschenkt bekommt, die Wünsche zu erfüllen scheint. Doch was Clare nicht weiß, jeder Wunsch fordert einen schrecklichen Preis.

Um WISH UPON in Kürze zu umschreiben, erwähnt man am besten den Namen des Regisseurs John R. Leonetti, der halbgares und/oder generisches Zeug wie BUTTERFLY EFFECT 2 und ANNABELLE drehte.
Leonetti ist kein Künstler, sondern Handwerker und die gleiche Oberflächlichkeit seiner früheren Filme ist auch diesem anzumerken. Alles geschieht ohne genauere Erklärung. Müllsammler-Dad spielt also auch ein heißes Saxophon? Passt zwar nicht zur Figur, aber zur Szene.
Wenn man ein Haus erbt, zieht man direkt (und ich meine direkt) um und lässt die alte Bruchbude zurück.
Sicher, Autorin Barbara Marshall hat wenig Erfahrung und ganz offensichtlich richtet sich die Geschichte wie jede ihrer bisherigen Drehbuchvorlagen (VIRAL, TRIPLE DOG) an ein junges Publikum, aber da schon die FSK fordert, dass man für WISH UPON wenigstens 16 sein muss, ist diese Kindergartenlogik nicht nachzuvollziehen.

Clare ist die nominelle Heldin und Hauptfigur des Stücks, aber sympathisch ist sie wohl nur jenen, die ihre Freunde für einen Döner verraten würden, ihr Charakter ist sprunghaft und lässt Tiefgang vermissen.
Immerhin sind ihre beiden Freundinnen, die auch als Gewissen fungieren, weniger stereotyp beschrieben, die bösen Schulbullys entsprechen dann aber wieder so sehr jedem Klischeee, dass sich am Gesamteindruck wenig ändert.

Zum Glück kann der Film auf eine gute Grundidee zurückgreifen, die nicht nur die Jahrhunderte überlebte, sondern auch im Rahmen dieses dunklen Teenager-Märchens funktioniert.
Daher bleibt halbwegs spannend, was der nächste Wunsch sein wird (Tipp: meist das was man von einer 14-jährigen Bratze erwarten würde) und welchen Tribut der Wunsch dafür fordert.

Es ist natürlich der zweite Teil, der Horrorfans anlockt, die könnten aber trotz eines guten Bodycounts enttäuscht sein.
WISH UPON erinnert in gewissen Momenten an die FINAL DESTINATION – Filme. Hier ein verklemmter Müllhäcksler unter der Spüle, während zeitgleich ein kochendheißer Topf auf dem Herd steht. Das kann nur ins Auge gehen, oder?
Ja, tut es, aber wo FINAL DESTINATION alle Register zog und eine Reihe von absurden Zufälle pro Kill unterbrachte, ist WISH UPON simpler gestrickt und kommt zudem mit deutlich weniger Brutalität aus, bzw. geht zur nächsten Szene über statt jedes blutige Detail zu zeigen.

Von der handwerklichen Seite ist WISH UPON allerdings wenig vorzuwerfen. Der Streifen wirkt auch dann hochglänzend, wenn er gerade lieber düster wirken möchte und ist bei aller Kritik doch unterhaltsam.
Wem das reicht, bekommt mit WISH UPON eine Mischung aus POSSESSION und FINAL DESTINATION.

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