Special: Bei den Dreharbeiten von DEATHCEMBER

Es ist Montag, genauer gesagt Rosenmontag und über Frankfurt tobt ein Sturm…das sind gleich drei Gründe der Realität zu entfliehen und in die Welt von Regisseur Andreas Marschall (TEARS OF KALI, MASKS) einzutauchen, der heute im Club „le PANTHER“ einige Szenen zu einem neuen Kurzfilm PIG dreht.

Da der letzte Genrebeitrag Marschalls bereits einige Jahre zurückliegt und unser Interview mit ihm ebenfalls aus dieser Zeit stammt, bin ich gespannt, was mich erwartet und als sich nach einer kurzen Begrüßung der Presse die Tür zum Set öffnet, fühle ich mich direkt in Marschalls Segment ALRAUNE aus GERMAN ANGST versetzt.

Die Location wirkt elegant und ist in ein angenehmes warmes Licht getaucht. Leichter Nebel liegt in der Luft und ein eigentlich simpler Lamettavorhang sorgt zusammen mit alledem für das Gefühl in einem Marschall-Film zu sein.
Der hält sich noch in einer Sitzecke auf und schaut sich auf einem Monitor die Bilder an, die die Kamera kurz darauf einfangen soll.
Die Scheinwerfer haben den Raum aufgeheizt und selbst das Beobachten wird zur schweißtreibenden Angelegenheit. Auf der Tanzfläche des Clubs wird eine Massenszene vorbereitet, zu der neben den wichtigeren Darstellern rund 25 Komparsen tanzen werden. Noch wird Makeup aufgetragen, die Kamera ausgerichtet, Details besprochen, das Storyboard studiert…aber einige Minuten später heißt es „Action“ und während drei elegante Damen, deren Gesichter auffällig mit Glitter und Glitzersteinen geschminkt wurden, durchs Bild laufen, recken im Hintergrund die Statisten die Arme gen Himmel und tanzen zu lauter Elektro-Musik.
Kurz darauf ist die Szene schon beendet, wird wiederholt, wird noch mal wiederholt noch mal….uuuund noch mal.
Die Atmosphäre ist locker, aber professionell und konzentriert und man gewinnt schnell den Eindruck, dass Andreas eine sehr konkrete Vorstellung davon hat, wie sein Ergebnis auszusehen hat.

Als das Team eine längere Pause einlegt, kann ich mit Produzent Ivo Scheloske und Andreas Marschall sprechen und erfahre mehr über das ganze Projekt.
So ist die Kurzfilmsammlung DEATHCEMBER – 24 DOORS TO HELL, zu der auch PIG letztlich gehören wird, eine Art Horror-Adventskalender mit mehr oder weniger weihnachtlichen Geschichten, die sich mit THE ABCS OF DEATH vergleichen lässt.

Zu den Beteiligten gehören Lucky McKee (THE WOMAN, MAY), Ruggero Deodato (CANNIBAL HOLOCAUST), Pollyanna McIntosh (LET US PREY, THE WALKING DEAD) oder Trent Haaga (68 KILL), die jeweils mit 5.000€ ausgestattet wurden, um einen etwa fünfminütigen Beitrag zu erstellen.

Auf dem Weg zur Fertigstellung konnte DEATHCEMBER bereits weitere Erfolge verbuchen:
neben den internationalen Regisseuren wird Horrorlegende Barbara Crampton (WE ARE STILL HERE) als Schauspielerin auftreten, man hat kürzlich eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne abgeschlossen und während viele andere „kleine“ Filmemacher über mangelnde Förderung klagen (oftmals aber nicht mal in der Lage sind, das entsprechende Formular auszufüllen), gelang es DEATHCEMBER Mittel der hessischen Filmförderung einzustreichen.

Natürlich ist es zu früh, daraus abschließende Rückschlüsse zu ziehen, aber als ich mich in die kühle März-Nacht verabschiede (drinnen wird bei tropischen Temperaturen weitergedreht), habe ich den Eindruck, dass DEATHCEMBER gut aufgestellt ist.
Zumindest eines ist klar: Andreas Marschalls Segment folgt seinem einzigartigen Stil und strotzt vor visueller Opulenz. Darin wird es übrigens um einen (mutmaßlichen) Vergewaltiger gehen, der von einer Frauengang zur Rechenschaft gezogen wird.

Wenn weiterhin alles nach Plan läuft, wird DEATHCEMBER in der Vorweihnachtszeit 2019 veröffentlicht.
Wir werden euch natürlich auf dem Laufenden halten.

Mehr Infos zum Film findet ihr auf der offiziellen Facebookseite

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