Special: Die 20 besten Horrorfilme der 70er Jahre (Teil 2)

Nachdem wir gestern schon die Plätze 20-11 abgearbeitet haben, wollen wir uns heute durch die TOP 10 der besten Horrorfilme der 70er wühlen.

Platz 10: SUSPIRIA (1977):
Wie bei George A. Romero und John Carpenter liegen auch Dario Argentos Geniestreiche schon eine Weile zurück. SUSPIRIA zählt aber sicher dazu. Eine Ballettschülerin muss feststellen, dass sie inmitten eines Hexenzirkels lebt.
Visuell wie akustisch beindruckend, sind Farben und Töne womöglich nicht jedermanns Sache. Dennoch entsteht hier eine eigenwillige dichte Atmosphäre, die nicht mit amerikanischen Filmen zu vergleichen ist.

Platz 9: DAWN OF THE DEAD (1978)
Heutzutage ist George A. Romero ein Schatten seiner selbst und das gelungene rasante Remake lässt die Bedeutung des Originals etwas vergessen. Was Romero mit NIGHT… begann, wird mit DAWN…nicht nur erweitert, sondern erstreckt sich nun über einen langen Zeitraum und den ganzen Erdball. Die Untoten regieren die Welt, nur wenige Überlebende können sich verschanzen oder ziehen selbst plündernd durchs Land. Ein Setup, das seitdem wieder und wieder bemüht und variiert wurde und selbst Michael Jackson machte einige Jahre später mit seinem „Thriller“-Video nicht vor Zombies Halt.

Platz 8: CARRIE (1976)
Brian De Palma verfilmt den Debütroman des jungen Autors Stephen King. Heraus kommt eine ebenso sensibles wie pessimistisches Horrordrama über eine High-School-Außenseiterin, die gerne so gewöhnlich wäre wie alle anderen, aber nicht nur verspottet wird, sondern auch über telekinetische Kräfte verfügt.
Beim ersten Schauen erahnt man die Katastrophe, die sich anbahnt, beim zweiten bis x-ten Genuss weiß man sicher was geschehen wird, dem Zauber nimmt das aber nichts.

 

 

Platz 7: WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN (1973)
Als dieser Film erstmals im deutschen Fernsehen gezeigt wurde, warnte eine TV-Zeitschrift explizit davor ihn sich anzusehen. Zu groß seien die Auswirkungen auf unsere Psyche.
Tatsächlich ist WENN DIE GONDELN TRAUER TRAGEN ein Kunstwerk, das ohne viel Blutvergießen auskommt, aber schnell eine defätistische Stimmung entfacht, die den Zuschauer in den Bann zieht.
Donald Sutherland und Julie Christie spielen ein trauerndes Ehepaar, das glaubt seine tote Tochter in den zerfallenden Kanälen Venedigs wiederzuerkennen.

 

Platz 6: TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974)
Alleine der Titel wringt einem die Gedärme aus und das Geräusch, das Leatherface‘ herabsausender Hammer auf dem Kopf eines Opfers erzeugt ist ein Klang der haften bleibt. Und doch ist TCM weit weniger blutig als man denken könnte, baut stattdessen aber auf eine allgegenwärtige latente Gewalt unter der texanischen Sonne.
Die Story von 5 Freunden, die im Hinterland an der falschen Tür klopfen ist simpel und zählt doch zu den Eckpfeilern für spätere Slasher- und Backwoodfilme.

Der deutsche Trailer ist allerdings…nun ja.

Platz 5: DER WEISSE HAI (1975)
In den über 50 Filmen, die Steven Spielberg abdrehte, ist ziemlich jedes Genre vertreten, manches ist realistisch, vieles fantastisch, doch den nackten Schrecken wie in DER WEISSE HAI verbreitete er höchstens noch mit seinem Frühwerk DUELL (1971).
Auch 2012 werden Badeurlauber wieder nervös zum Horizont starren und nach der berühmten Rückenflosse Ausschau halten, während in ihrem Kopf die -mit HALLOWEEN und PSYCHO- berühmteste Horrormelodie aller Zeiten abläuft. So sieht zeitloser Terror aus.

Platz 4: DAS OMEN (1976)
Wie reagiert man, wenn man erfährt, dass das eigene Kind der Antichrist sein soll?
Das ist die Frage, die Gregory Peck im Okkult-Klassiker beantworten muss.
Packend erzählt, zieht Regisseur Richard Donner hier alle Register, die die Offenbarung des Johannes hergibt.
Höllisch gut!

Platz 3: ALIEN (1979)
„Sie scheinen immer noch nicht zu begreifen, womit Sie es zu tun haben: Mit einem perfekten Organismus.“ Ein Zitat aus dem Film, das sowohl auf die Handlung, als auch auf die Gattung als Ganzes zutrifft. Die von H.R. Giger kreierten Außerirdischen gehören zu den schlüssigsten Außerirdischen der Filmgeschichte.
Regisseur Ridley Scott gelingt hier hingegen das Kunststück, nur das zu zeigen, was gezeigt werden muss, zur Not aber auch die Dunkelheit eines weit von der Heimat entfernten Raumschiffs zu seinem Vorteil zu nutzen.


PLATZ 2: HALLOWEEN (1978)
Wem die Lobgesänge in unserem Classic-Review noch nicht reichten, kann gerne einen Nachschlag haben: Filme wie PSYCHO oder BLACK CHRISTMAS bildeten das Fundament für Slasherfilme, aber erst HALLOWEEN stellte Wände und Dach darauf und lieferte damit den vielkopierten Prototyp des Slashermovies.
Großartig!
PLATZ 1: DER EXORZIST (1973)
Egal wie viele Exorzisten-Filme heute noch auf den Markt geworfen werden, DER EXORZIST ist nicht nur DAS Original sondern hat dieses Feld auch schon so weit bestellt, dass Nachahmern für gewöhnlich nur wenig Platz für neue Ideen bleibt und selbst um das sonst unvermeidliche Remake kam man bislang herum. Macht auch keinen Sinn, denn der Zahn der Zeit hat DER EXORZIST nichts, aber auch gar nichts anhaben können.
Das Masturbieren einer Minderjährigen mit einem Kruzifix, grüne Kotze, der Spiderwalk oder der sich um 180° drehende Kopf sind Szenen, die damals wie heute gleichermaßen packen.
Muss man gesehen haben!

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