The Franchise: A NIGHTMARE ON ELM STREET

„Eins, zwei – Freddy kommt vorbei.
Drei, vier – schließ ab deine Tür.
Fünf, sechs – nimm dein Kruzifix.
Sieben, acht – schlaf nicht ein bei Nacht.
Neun, zehn – du sollst nicht schlafen gehn!“

Wem diese Zeilen bekannt sind, der dürfte in diesem Moment an das (natürlich künstliche) Narbengesicht der großartigen Horror-Schauspielers Robert Englund denken und an die Rolle, die ihn berühmt machte: den unheimlichen Kindermörder Freddy Krueger. Mit mittlerweile neun Filmen, die sich über ein Vierteljahrhundert erstrecken, gehört die NIGHTMARE ON ELM STREET-Reihe zu den bekanntesten und prägendsten Franchises des Horrorgenres, dem wir hier ein kleines Special widmen wollen.

 

 

 

 

 

 

A NIGHTMARE ON ELM STREET (1984)

In klassisch bunten 80s-Look beginnt der Auftakt dieser Reihe. Eine Gruppe von Highschool-Schülern bemerkt nach und nach, dass ihre Alpträume sich nicht nur erstaunlich zu ähneln beginnen, sondern zudem reale Konsequenzen nach sich ziehen. Versuchen sie sich zunächst einzureden, dass es nur Zufälle oder seltsame Begebenheiten sind, erkennen sie allmählich den Ernst der Lage. Hilfe von den Eltern zu erwarten scheint dabei illusorisch, da diese zumeist mit ihren eigenen Problemen beschäftigt sind – Drogen, Alkohol, was man eben so macht, wenn die Kids von einem Mörder gejagt werden – und jemandem im Traum zu helfen dürfte ohnehin etwas schwer werden. Als sie dann die Geschichte vom Lynchmord am Kindermörder Freddy Krueger erfahren, beginnt sich das Blatt zu wenden und sie nutzen die Gestaltungskraft ihrer Träume gegen ihn. Obwohl Wes Craven keine Nachfolger geplant hatte, sprach der Erfolg dieses Klassikers für sich und bot nur den Auftakt einer ganzen Reihe.

Bewertung: 9.0

A NIGHTMARE ON ELM STREET 2: FREDDY’S REVENGE (1985)

Selbes Schema, selbe Straße, wenig Neues, außer dem Regisseur und Drehbuchschreiber. Das dürfte die Probleme des zweiten Teils der Reihe zusammenfassen. So gut die Idee im ersten Film ankam, vor allem, wenn man ihn zum ersten Mal sieht, so unoriginell wirkt der zweite Teil und entspricht damit eher dem Klischee, dass Sequels gerne zum schnellen Geldverdienen gedacht sind. Dabei ist der Film an sich nicht schlecht, bietet soliden Horror, für die damalige Zeit gute Effekte und einen Robert Englund in Topform. An den ersten Teil kommt er dennoch bei Weitem nicht heran.

Bewertung: 6.5

A NIGHTMARE ON ELM STREET 3: DREAM WARRIORS (1987)

Mit der Rückkehr von Wes Craven als Drehbuchschreiber für die Reihe wartet der dritte Teil mit einer ganzen Reihe von Neuerungen auf. Stilistisch am bemerkenswertesten dürfte neben einer etwas düsteren Optik vor allem der gezielte Einsatz von schwarzem Humor sein, besonders durch die Rolle Freddy Kruegers, der auf diese Weise etwas an charakterlicher Tiefe gewinnt. Auch die Verlegung des Settings von der Elm Street in eine Anstalt bringt neuen Wind und trägt zur bedrohlichen Atmosphäre bei, welcher die Kinder zunächst hilflos ausgeliefert scheinen. Wie der Titel schon erwähnt verbünden sich die Kids gegen Ende des Films und werden, dank der Kraft ihrer Träume, zu regelrechten Kriegern, was dann teilweise auch etwas unfreiwillig komisch wirkt. Dem Film an sich tut es wenig Abbruch und er lässt sich anstandslos empfehlen.

Bewertung: 8.0

A NIGHTMARE ON ELMSTREET 4: THE DREAM MASTER (1988)

Trotz (erneutem) Abgang Wes Cravens fällt der Film nicht in die Falle des zweiten Teils, indem er gezielt die explizite Rolle des Humors aufgreift und stärkt. Natürlich ist der Humor auch hier wieder dem Stil der 80er geschuldet und teilweise für das heutige Publikum etwas anstrengend, aber im Großen und Ganzen doch unterhaltsam. Trotz humoristischer Einlagen ist die Rückkehr in die Elm Street ein sehenswerter Horrorfilm, dank gelungener Effekte und dem bewerten Prinzip, allgemein bekannte Alptraumszenarien aufzugreifen und damit zu spielen. Ein teilweise geradezu apokalyptisches Setting – vor allem in Freddys Boiler Raum – tut dem Film genauso gut, wie, dass die überzeugenden Hauptcharaktere des dritten Teils wieder eine zentrale Rolle einnehmen.

Bewertung: 7.0

A NIGHTMARE ON ELMSTREET 5: THE DREAM CHILD (1989)

Einer der Tiefpunkte der Reihe wird mit dem 5. Teil erreicht. Eine konstruiert wirkende Geschichte mischt sich mit einer stark variierenden Qualität der Schauspieler und mehreren Lücken im Ablauf der Story, aufgrund zu vieler Szenen, welche der Zensur zum Opfer gefallen sind. Dabei gelingt dem Film auf technischer Ebene eine überzeugende Leistung, nicht nur aufgrund der weiterhin hoch qualitativen Effekte – wie immer: für die damalige Zeit. Sondern vor allem der Einsatz eines Blaufilters während einem Großteil der Szenen schafft eine neue, traumähnliche Düsternis, welche diesen Teil klar von seinen Vorgängern absetzt. Zusammen mit einem stärkeren Fokus auf Gothic-Elemente gelingt es dem Film zumindest in visueller Sicht eine sehenswerte Erfahrung zu kreieren – wenn es auch an viele anderen Stellen eher schwerfällt ihn zu genießen.

Bewertung: 6.0

FREDDY’S DEAD: THE FINAL NIGHTMARE (1991)

Hiermit dürfte dann wohl auch der Tiefpunkt der Reihe erreicht sein. Losgelöst von der Handlung der vorangegangenen Filme, nimmt der Storyverlauf einen nahezu surrealistischen Touch an. Das muss für sich genommen nicht schlecht sein, wirkt aber so gewollt, dass es schwer fällt, sich ihr zu öffnen. Die Schauspielerleistungen sind durchweg problematisch und können auch nicht durch teils überraschende Camoes – unter anderem von Alice Cooper – aufgefangen werden. Am Ende ist man weniger froh, dass Freddy endlich besiegt ist, sondern eher, dass der Film endlich vorbei ist.

Bewertung: 4.5

WES CRAVEN’S NEW NIGHTMARE (1994)

Wie der Name bereits vermuten lässt, ist hier Altmeister Wes Craven wieder als Drehbuchautor, wie auch als Regisseur aktiv. Der Film selbst ist nicht Teil der eigentlich Reihe, sondern begibt sich auf eine erzählerische Metaebene. So spielt er am Set eines neuen Films der NIGHTMARE ON ELM STREET-Reihe, in welcher unter anderem Schauspielerin Heather Langenkamp sich selbst spielt, wie sie Nancy Thompson der Original-Reihe verkörpert. Während sie am Set arbeitet, werden nach und nach Mitarbeiter der Filmcrew in ihren Träumen von einem Wesen ermordet, welches sich als tatsächlicher Freddy herausstellt. Dieses Spiel mit verschiedenen Ebenen erinnert dabei nicht zufällig an die SCREAM-Reihe, für welche ebenfalls Wes Craven verantwortlich war. Dieser clever konstruierte Aufbau der Geschichte und ein erfrischend düsterer Freddy, der deutlich näher am ersten Teil der Reihe, als am letzten ist, sorgen für einen definitiv sehenswerten Horrorfilm. Vor allem Fans kommen hier, dank zahlreicher Anspielungen und ironischer Seitenhiebe auf ihre Kosten.

Bewertung: 8.0

FREDDY VS. JASON (2003)

Viel muss man dazu gar nicht sagen. Für Fans von Freddy Krueger und Jason Vorhees – dem Serienmörder der FREITAG DER 13.-Reihe – eine wunderbare Gewalt- und Zerstörungsorgie, mit genügend Anspielungen, Querverweisen und schwarzen Humor, dass man auf jeden Fall auf seine Kosten kommt. Wer mit beiden Reihen nicht sonderlich viel anfangen kann, wird wenig Neues erleben. Andererseits, wer liebt nicht Freddy und Jason?

Bewertung: 7.5

A NIGHTMARE ON ELM STREET (2010)

Womit ein weiterer Beweis aufgeführt wäre, dass Remakes häufig sinnlos sind. Ein Vierteljahrhundert nach dem Original kommt es zu einer Neuauflage der Reihe, die logischerweise mit besseren visuellen Effekten auffahren kann, jedoch zu keiner Zeit die Atmosphäre des Originals erreicht. Weder die Traumlandschaften seiner Vorgänger, noch die Empathie mit den gejagten Kids, noch die einfallsreichen Auftritte Freddys lassen sich in dieser Neufassung finden. Wer das Original nicht kennt, lässt sich vielleicht von der einen oder anderen Stelle noch überraschen. Doch ist das Drehbuch weitestgehend einfallslos und die Atmosphäre kaum vorhanden. Dennoch muss gesagt sein, es ist kein schlechter Horrorfilm. Es ist solide Kost, auf akzeptablem Niveau, wenngleich Massenware, an die man sich schnell nicht mehr wirklich erinnern kann. Fazit: Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Das hier zum ersten Mal Robert Englund nicht Freddy spielt, wird ebenfalls schmerzlich vermisst.

Bewertung: 6.5

Und natürlich nicht zu vergessen: der popkulturelle Ritterschlag erfolgte dann bereits 1995 durch eine Teilepisode im Simpson Halloween-Special TREEHOUSE OF HORROR VI.

Facebook Comments