The Franchise: RESIDENT EVIL – Part 2

Nachdem wir bereits vor Kurzem von News zu einer neuen RESIDENT EVIL-Serie beglückt wurden und wir es im ersten Special angekündigt hatten, kommt nun der zweite Teil unserer Reihe zum Horrorfranchise aus Japan. Haben wir uns im ersten Artikel ausschließlich um die Filmreihe mit Milla Jovovich gekümmert, soll nun zunächst auf den Ursprung des Franchise, die Videospielreihe eingegangen werden. Anschließend sollen zudem die, durchaus sehenswerten Animationsfilme ihre Erwähnung finden.

Die Videospielreihe

Erneut würden hier mehrere Artikel notwendig werden, wenn wir den Anspruch hätten, alle Spiele dieser Reihe zu behandeln, inklusive aller Spin-Offs, Prequels, Remakes, etc. Daher wird hier nur auf die Kernreihe der Capcom-Spiele eingegangen, also RESIDENT EVIL 1 bis 7.

RESIDENT EVIL (1996)

Eigentlich könnte man den ersten Teil aufgrund seines Alters, wie auch des beeindruckenden Franchises, sowie dem popkulturellen Einfluss auf das Horror- und speziell das Zombiegenre, problemlos in die Kategorie der Classics einstufen. Selbst nach über zwei Jahrzehnten – die man dem Spiel durchaus ansieht – ist die Atmosphäre bis heute eine klaustrophobisch beängstigende. Der Überlebenskampf in einer von Zombies befallenen Villa inmitten eines düsteren Waldes stellt bis heute eines der gelungensten Horrorgames aller Zeiten dar. 2002 wurde das Spiel zudem in einer technisch überarbeiteten Version, sowie einiger neuer Monstervarianten, für den GameCube herausgebracht.

Bewertung: 9.0

RESIDENT EVIL II (1998)

In Deutschland viele Jahre lang auf dem Index, aufgrund der damals zu intensiven Gewaltdarstellung, findet das Spiel diesen Januar ebenfalls ein Remake, welches bereits im Vorhinein für positive Kritiken sorgte. Im zweiten Teil spielt man Claire Redfield und Leon Kennedy, die versuchen aus der Stadt Raccoon City zu fliehen, welche kurz nach den Ereignissen aus dem ersten Teil ebenfalls von der Zombiekatastrophe heimgesucht wird, ausgelöst von der mittlerweile bei Fans berühmten Umbrella Corporation. Ein apokalyptisches Szenario, das konstante Stöhnen der Zombies, sowie der permanente Munitionsmangel sorgten, zusammen mit einer guten Story, damals wie heute für Gänsehaut.

Bewertung: 8.5

RESIDENT EVIL III: NEMESIS (1999)

Erneut in Raccoon City versucht man mit Jill Valentine, der Protagonistin aus dem ersten Teil der Reihe, aus der Stadt zu fliehen. Neben neuen Mutanten-Versionen entspricht dieser Teil in seiner Dynamik und Spielweise sehr dem zweiten. Ein besonders bedrohlicher Aspekt entwickelt sich dabei durch das regelmäßige Erscheinen des – scheinbar unbesiegbaren Namensgebers – Nemesis, welcher gezielt Jagd auf die Mitglieder von Jills Polizeiteam macht. Besonders diese Figur, mit ihrem entstellten Gesicht und seinen verschiedenen Mutationsstufen, lässt bis heute diesen Teil als einen besonders geliebten unter Fans gelten.

Bewertung: 8.0

RESIDENT EVIL IV (2005)

Sechs Jahre später erfolgte dann eine nahezu komplette Neuerfindung der Reihe. Außer dem Protagonisten Leon Kennedy und der düsteren Atmosphäre ist alles anders. Kein Umbrella, keine wirklichen Zombies, sondern von einem Parasiten befallene Sektenanhänger, ganz anderes Gameplay. Setzten die Vorgänger auf behutsames Vorgehen, langsam näher rückende Zombies und der Angst, was sich hinter der nächsten Ecke verbergen könnte, setzte die Reihe von nun an zunehmend auf schnellere und bewaffnete Gegner, rasantere Schusswechsel und ein größeres Repertoire an Mutanten. Und es spielt nicht einmal mehr in den USA, sondern in den düsteren Wäldern eines fiktiven osteuropäischen Staates. Der Horror kommt in diesem Teil nicht zu kurz, tritt aber häufig in den Hintergrund. Aufgrund der gelungenen Atmosphäre, beeindruckender Schockmomente und einer guten Story überzeugte das Spiel dabei sowohl Kritiker, wie auch Spieler. Und wer das Spiel hinter sich gebracht hat, wird einen weiteren Grund haben, sich beim Klang einer Motorsäge panisch umzusehen.

Bewertung: 8.5

RESIDENT EVIL V (2009)

Eigentlich entspricht dieser Teil vom Spielfluss, Gameplay und Story zu weiten Teilen seinem direkten Vorgänger. Dabei ist die Tendenz eindeutig: mehr Gegner, mehr Action, weniger Horror. Der Szenenwechsel nach Afrika sorgt zunächst für etwas Abwechslung, doch begegnet einem wenig Neues. Das ist insofern gut, weil das Rezept aus dem vierten Teil gut funktioniert hat und auch hier wieder funktioniert. Das Rad wird nicht neu erfunden, aber die zuvor durchgeführte Neuerfindung wird hier fortgesetzt und ist durchaus spannend und spielenswert.

Bewertung: 7.5

RESIDENT EVIL VI (2012)

Was in Teil vier und fünf weiterentwickelt wurde, findet hier seinen Höhepunkt. Vom Horror bleibt, bis auf wenige Bereiche des Spiels, wenig übrig. Insgesamt handelt es sich hierbei aber um ein Actionspiel mit guter Grafik, zahlreichen Gegnern, einem temporeiches Spielerlebnis. Aber ein wirkliches Horrorspiel ist es in dem Sinne nicht mehr, auch wenn einige Gegner durchaus gruslig aussehen. Dazu passt auch das Setting, welches nicht mehr in verlassenen Wäldern oder ruinengleichen Dörfern gelegen ist, sondern nahezu ausschließlich in Großstädten spielt.

Bewertung: 6.5

RESIDENT EVIL VII: BIOHAZARD (2017)

Als hätten sich die Macher der Reihe auf einen Rhythmus festgelegt, als sie mit dieser Reihe begannen, wird nun mit Teil sieben erneut das RESIDENT EVIL-Rad neu erfunden. Zum ersten Mal spielt man den Protagonisten in der Ego-Perspektive und vorbei sind die Zeiten des explosionsreichen Vernichtens stetig wachsender Monsterhorden. Stattdessen steht der klassische Survival-Horror der ersten Spiele im Vordergrund, mit einer dichten, beklemmenden Stimmung, die nicht nur daher rührt, dass man hinter jeder Ecke einen neuen Schrecken erwartet, sondern vor allem auch am Gefühl der eigenen Verwundbarkeit liegt. Auch darin findet sich ein neues, gelungenes Element dieses wahrhaft furchteinflößendes Spiels, denn im Gegensatz zu nahezu allen seinen Vorgängern, schlüpft man eben nicht in die Haut eines kampferprobten Veteranen.

Bewertung: 9.0

Die Animationsfilme

Recht offensichtlich erschienen alle Animationsfilme nahe am Erscheinungsdatum eines der Videospiele, was zunächst die Gefahr vermuten lässt, dass es sich um billige Versatzstücke handelt, mit denen möglichst viele Fans möglichst kostengünstig (für die Produzenten) abgezockt werden sollen. Doch wer dies glaubt, wird nun eines besseren belehrt.

RESIDENT EVIL 4D – EXECUTER (2000)

Nur zwanzig Minuten lang und eine Grafik, die sich anfühlt, als würde man ein uraltes Videospiel betrachten. Leicht unbeholfene Animationen, verpixelte Bilder. Eigentlich sollte man nicht allzu viel erwarten können und vielleicht ist das mit ein Grund, dass diese zwanzig Minuten sich umso klüger investiert anfühlen. Trotz Grafik zieht einen die bedrohliche Atmosphäre mit sich. Von Zombies bis Mutanten ist alles geboten und dass in Auftritten, welche Panik der Protagonisten nur allzu greifbar macht. Hinzu kommt eine durchdachte und spannende Story mit mehreren überraschenden Wendungen (and again: das alles in nur zwanzig Minuten!). Das ganze wird dann noch gewürzt mit ein wenig Body Horror und gelungenen Finale. Eine Animationsfilm in Raccoon City, den man sich nicht entgehen lassen sollte und den ihr daher auch gleich hier findet:

Bewertung: 8.0

RESIDENT EVIL: DEGENERATION (2008)

Im ersten Animationsfilm in Spielfilmlänge dreht sich alles wieder um zwei bekannte Charaktere des zweiten Videospiels der Reihe: Claire Redfild und Leon Kennedy. Während erstere zufällig in einen Bioanschlag mit dem bekannten Virus verwickelt wird, wird Leon als Spezialist zum Ort des Geschehens gerufen. Nach einem rasant eskalierenden Beginn mit klassischem Zombieeinsatz, folgt ein längerer Storyteil, welcher eine weitere Verschwörung im Resident Evil Universum beinhaltet und anschließend im Kampf mit einem weiteren Mutanten endet. So alt hergebracht das alles klingt – und eigentlich auch ist – so ist man dennoch überrascht, über die glaubwürdige Erzählstruktur, die gelungenen Horrorsequenzen, sowie die finale Auflösung der Geschichte. Hat man zuvor noch die Realfilme mit Milla Jovovich gesehen, fühlt man sich bei diesem Animationsfilm deutlich stärker in die Welt der Videospielreihe versetzt – und muss sich auch nicht so sehr über schlechte Dialoge ärgern. Alles in allem sehenswert, auch wenn das Zombierad damit nicht neu erfunden wird.

Bewertung: 7.0

RESIDENT EVIL: DAMNATION (2012)

Konnte man seinen Vorgänger in die Nachgeschichte zu den ersten drei Videospielen, rund um Raccoon City verorten, deutet einiges darauf hin, dass DAMNATION eine Vorgeschichte zum vierten Spiel der Reihe sein soll. Wie in der Spielereihe wird auch hier der bereits genannte Stilbruch vollzogen. Anstelle von Zombies stellt sich Leon Kennedy Wirten des Las Plagas Virus, sowie verschiedensten Formen von Mutanten, inmitten eines Bürgerkrieges, in welchem beide Seiten auf diese biologischen Waffen zurückgreifen. Noch rasanter als sein Vorgänger, kommen auch hier Horrorelemente nicht zu kurz und auch mit einer angemessenen Menge Gewalt wird aufgewartet, auch wenn Splatterfans ein wenig enttäuscht werden dürften. Erneut sind die Dialoge glaubhaft, die Actionszenen flüssig und mitreißend, aber vor allem die Horroratmosphäre gelungen, speziell in der ersten Hälfte des Films, welcher in beengten Häusern und unterirdischen Gängen stattfindet. Wenn einem das Animationsfilmgenre zusagt, ist dieser Film definitiv empfehlenswert.

Bewertung: 7.5

RESIDENT EVIL: VENDETTA (2017)

Der wahrscheinlich schwächste Teil der Reihe lehnt sich dieses Mal offensichtlich an den sechsten Teil der Videospielreihe an. Das betrifft sowohl die Handlung – Bioterrorismus – die vorkommenden Mutanten, wie auch das Setting, mit New York City als finalem Schauplatz. Die Schwäche des Films liegt zum einen an einem recht zähen Mittelteil des Films, wie auch einer teils überzogen wirkenden Story und einigen doch extrem unrealistischen Actionszenen, sowie generell einem größeren Fokus auf schnelle Schusswechsel – womit es sich durchaus an RESIDENT EVIL 6 anpasst. Dennoch bleibt es ein sehenswerter Film, denn erneut ist vor allem die erste Hälfte durchaus gelungener Horrorstandard, zum anderen sind weiterhin die meisten Elemente sehr stimmig, von Musik, über die flüssig animierten, mitreißenden Actionszenen, bis hin zu den Charakteren, die unter anderem mit Chris Redfield, Rebecca Chambers und Leon Kennedy erneut einige Klassiker der Reihe versammeln.

Bewertung: 6.0

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