Undergrounder: A GOD WITHOUT A UNIVERSE

A GOD WITHOUT A UNIVERSE beginnt mit der Entlassung von Anders aus dem Gefängnis. Abgeholt wird er von Mia, die ausgesprochen froh ist ihren Bruder wiederzusehen. Während sich schnell herausstellt, dass die beiden eine ungewöhnliche Beziehung pflegen, scheint man es hier mit einem Drama zu tun zu haben, aber der Film kommt aus dem Hause Black Lava Entertainment und nimmt erwartungsgemäß bald eine dunkle Wendung.

Neben Inzest, häuslich-familiärer Gewalt, Vergewaltigung und anderen Brutalitäten mischen sich letztlich gar surreale Elemente ein.
Im Original nennt sich das Werk GUDSFORLADT, was so viel heißt wie „gottverlassen“. Das klingt nicht so griffig wie A GOD WITHOUT A UNIVERSE, ist aber sinniger, denn er erzählt die Geschichte zweier verlorener Seelen, die Frieden suchen, aber nicht aus ihrer Haut können.
Die Darstellung der Charaktere bzw. der Taten ist dabei extrem und wohl selbst für fragwürdige Menschen in seltsamen Milieus überzogen. Wenn man aber akzeptiert, dass nicht das unmittelbar gezeigte, sondern das Seelenleben der Protagonisten im Vordergrund steht, machen der dänische Regisseur Kasper Juhl und seine Mannschaft ihre Sache gut.

A GOD WITHOUT A UNIVERSE bleibt aber eine rohe Angelegenheit. Nicht nur wegen der immer etwas unruhigen Kamera fühlt man sich stellenweise auch an die Frühwerke der dänischen Kollegen Lars von Trier und Nicolas Winding Refn erinnert. Ob Juhl allerdingsmal dahin kommt, wo die beiden Herren heute stehen, sei dahingestellt.

Wer sich nicht um Genres kümmert, auch akzeptiert, dass sich erschreckend realistisch wirkende Szenen mit fantastischen Momenten mischen und keine Scheu davor hat sich schmutzig zu machen, kann hier einen interessanten Undergrounder sehen.

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