Undergrounder: SCHLACHTEN AUF BURG WEIBERTREU

 
Falls ihr nicht regelmäßig oder erst seit kurzem bei uns reinlest, die „Undergrounder“-Rubrik soll Low Budget-, Amateur-, Independent- oder Kurzfilmen ein Forum bieten. Auch wenn damit eine gewisse Spannweite abgesteckt ist, flattern immer wieder Überraschungen rein und wir hatten hier überraschend professionelle Filme, aber auch schon solche, in denen nach der halben Spielzeit die Hauptdarstellerin ausgetauscht wurde!!
Trotzdem erstaunt der bereits 2001 gedrehte SCHLACHTEN AUF BURG WEIBERTREU erneut.

Inhaltlich beschäftigt sich der Film mit den Mönchen Hyroniemus und Atrophulus, die auf besagter Burg einem Haufen Zombies über den Weg laufen.

Die gerne im deutschen Untergrund genommene Mischung aus Fantasy, Mittelalter und Untoten greift also erneut, aber selbst in der Welt der Laien sticht SCHLACHTEN AUF BURG WEIBERTREU hervor und man weiß gar nicht so recht, wo man beginnen soll.
Vielleicht damit, dass der Film bzw. seine Macher nie behauptet mehr zu sein als ein „100% Violent Amateur Trash Shit“ oder der (augenzwinkernden) Limitierung auf 1.000.000 Stück.
Natürlich macht eine gesunde Selbsterkenntnis noch keinen Spitzenfilm, wirkt aber allemal sympathischer als Größenwahn.

Qualitätsfetischisten sollten dann auch lieber einen gehörigen Bogen um das Werk machen.
Inhaltlich wechseln wir immer wieder zwischen zombieartigen Wesen, die durch Kleidung und Bewegungsablauf an volltrunkene Teilnehmer des letzten Metal-Festivals erinnern (dazu passend gibt es den Soundtrack, der klingt wie live vor Ort vom in der Nähe geparkten Auto abgespielt).
Unsere beiden Mönche scheinen auch irgendwelche Substanzen eingefahren zu haben und nähern sich in Bettlaken und Flipflops dem Ort des Grauens, während sie geschwollenen Stuss reden.

Mehr Handlung ist nicht vorhanden und größtenteils ohnehin nur vom Backcover zu entnehmen. Dafür gibt es schier willkürlich zusammengeworfene Schlachtungsszenen mit viel Blut.
Zum Einsatz kommen Äxte, Hellebarden, Sensen oder nur Zähne und alles wird gorig inszeniert, aber trotz eines extrem unscharfen, verzerrten Bild sind auch hier die handwerklichen Defizite überdeutlich. So etwa wenn das Beil einen halben Meter neben dem Opfer einschlägt, dieses aber trotzdem zusammensackt.
Vielleicht hat der letzte Mohikaner (der im Film Erwähnung findet) etwas damit zu tun….

Auch wenn sich der Film nie als Komödie outet, ernst gemeint ist er jedenfalls auch nicht.
Man kann sich vorstellen, wie sich die Verantwortlichen von SCHLACHTEN AUF BURG WEIBERTREU  wiedertreffen, den Film einlegen und sich über das gemeinsame Machwerk kaputtlachen. Mit dem gleichen Anspruch sollte auch jeder andere an die Sache herangehen….vorausgesetzt er/sie ist Fan von kruden Amateurklumpen.

 

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