Undergrounders: AMOR KILLT (2016)

Amor (Patrick Santy) ist sauer. Die Liebe ist nicht mehr das, was sie einst war. Sie ist käuflich und banal. Auf nichts kann man sich mehr verlassen, außer vielleicht auf Ninjas. Die sind immer noch tödlich. In diesem Kurzfilm von Christian Kreil nimmt sich Amor genau daran ein Beispiel. Wen Amors Pfeil nun trifft, der stirbt eher durch einen Treffer in den Hinterkopf, als dass er oder sie sich verliebt. Wie man auf Ninjas kommt? Keine Ahnung.

AMOR KILLT ist ein Party-Splatter-Kurzfilm, der sich an einigen Stellen die visuellen Übertreibung spart und stattdessen lieber die Grenzen des… naja, eben alle Grenzen etwas ausdehnt. Dabei fährt AMOR KILLT ein ordentliches Star-Arsenal auf: Die längst in den Olymp des Indie-Horrors aufgestiegene Manoush (NECRONOS, BARRICADE, SEED2 u.v.m.) verkörpert beispielsweise die etwas untervögelte Göttin Venus. Neben ihr in einer Sprecherrolle der großartige Werner Wilkening (ASSASSINS CREED: SYNDICATE) als Gott der Allmächtige. Und auch sonst, kann sich die schauspielerische Leistung von allen Beteiligten absolut sehen lassen.

Bei AMOR KILLT kann man sich oft nicht entscheiden, ob man es mit einem grandiosen Balance-Akt der Logik, geschickter ästhetischer Überzeichnung oder doch eher mit absoluter Idiotie zu tun hat. AMOR KILLT ist all das zusammen, was daran liegt, dass der Film an den richtigen Stellen seine kreativen Einfälle platziert. Manchmal ist er dabei jedoch extrem gnadenlos [SPOILER], so trinkt Amor beispielsweise ein FAXE-Dosenbier aus einem Weizenglas! [/SPOILER] Da wird selbst hartgesottenen Horrorfans kurz die Luft wegbleiben.

Vor lauter Verwirrung über solche Bilder bemerkt man erst beim nächsten pointierten Plot-Twist wie sehr einen der Film doch eingefangen hatte, ja, dass die Erzählung in der Welt von AMOR KILLT durchaus Sinn ergeben könnte und dass es ziemlich Spaß macht, diesen Film zu schauen.

 

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