Undergrounders: HEIR (2016)

Gordon ist online, schreibt E-Mails mit einer fremden Person und hat danach eine klebrige, weiße Substanz in der Handfläche. Das lassen wir mal so stehen.

Nachdem er eine E-Mail mit einer Wegbeschreibung bekommt, setzt er sich mit seinen Sohn am nächsten Tag ins Auto und fährt los. Gordon (Robert Nolan) hat einen geheimen Wunsch und nun will er ihm endlich nachgeben. Am Treffpunkt angekommen entpuppt sich der Fremde als alter Freund von Gordons verstorbenem Vater gespielt von Bill Oberst Jr. Dieses Treffen wird jedoch alles andere als ein lustiges Wiedersehen alter Bekannter und entfesselt eine unangenehme Wahrheit, die Gordon lieber weiterhin im Verborgenen gelassen hätte.

Der Film nimmt sich zweier sehr diskussionswürdiger Themen an. Er verhandelt gleichzeitig Kindesmissbrauch und Pädophilie. Der Teufel steckt hier durchaus im Detail, denn der Titel des Films (HEIR- dt.: Erbe) rahmt die Geschichte erstaunlich gut ein, während er ihr ebenso einen doppelten Boden verleiht. In Punkto Pädophilie scheint Gordon beispielsweise eine Erbanlage zu besitzen, die er lange Zeit unterdrücken will. Regisseur Richard Powell entschied sich dazu, diesen Trieb als Monster zu visualisieren, was von Bill Oberst Jr. und einer tollen Maske grandios umgesetzt wird. Zusätzlich scheint Gordon selbst ein Opfer von Kindesmissbrauch zu sein und so wird aus dieser Kombination von Erbanlage und ererbtem Verhalten ein abstoßender Teufelskreis.

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Auch wenn man nur hoffen kann, dass der Zuschauer hier nicht auf die Scheinkausalität von Pädophilie und Missbrauch hereinfällt, schafft Powell einen Kurzfilm, mit dem man sich auseinandersetzen muss, wenn man ihn gesehen hat. Der Film bleibt außerdem in jeder Sekunde spannend und füttert uns mit einem Cocktail aus Ekel, Mitleid und Nachdenklichkeit. Und das macht er in ausgesprochen guten Bildern. HEIR ist einer dieser Filme die man sich gemeinsam mit anderen anschaut und jeder hält die Schnauze. Definitiv ein Filmtipp!

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