Undergrounders: THE HOWLING – wie Frankenstein, nur anders

Ein verrückter Forscher, der durch die Mischung aus finanziellem Reichtum und moralischer Armut die Grenzen der Wissenschaft zu durchbrechen versucht, auf der Suche nach dem ewigen Leben. Jedem, der bereits ein paar Horrorfilme gesehen hat, dürfte dieses Motiv vertraut vorkommen. Zwar wird auch in THE HOWLING aus dem Jahr 2017 (keine Verbindung zum Namensvettern von 1981) dieses Sujet durch einige Details erweitert, doch bleibt das Geschehen im Großen und Ganzen vertraut. Dabei erinnert es nicht nur von der groben Story, sondern auch der Atmosphäre sehr an das altbekannte Frankenstein-Thema.

Auf der Suche nach Internetberühmtheit stößt eine Dreiergruppe auf die legendenumwobene Gestalt Rathbone, der 30 Jahre zuvor Versuche an Tieren und Menschen durchgeführt hat, um dann eines Tages zu verschwinden. Seitdem wurde er immer wieder in allen möglichen Orten des Landes wiedergesehen und nun trifft besagte Dreiergruppe auf ihn. Zunächst eher fasziniert lassen sie sich auf ein Treffen mit ihm ein, während sie nach und nach Zeugen und Opfer der seiner Experimente werden.

So wenig überraschend der Verlauf der Geschichte ist, so wenig überzeugend ist er auf der anderen Seite, wie auch von Klischees durchsetzt – und natürlich spricht der wahnsinnige Wissenschaftler mit einem deutschen Akzent und sieht aus wie Dr. Strangelove aus dem Kubrick-Klassiker. Die schauspielerischen Leistungen der Protagonisten schwanken dabei sehr stark, findet mit der Figur der Kirsty ihren Höhe- und mit dem des Rathbone ihren Tiefpunkt.

So sehr diese Mängel stören – denn ein knappes Budget steht nicht prinzipiell einem guten Drehbuch im Weg – so lässt sich zumindest in der Bildtechnik einiges Positives auf Horrorniveau finden. Dazu gehört vor allem die Nahaufnahme der Opfer der Menschenversuche, deren entstellte Gesichter durchaus ihre Wirkung zeigen. Ebenso ist die Mischung aus schwarz-weiß und Farbaufnahmen teilweise sehr gelungen und trägt einiges zur an sich recht stimmigen Atmosphäre bei.

Im Fazit kann man sagen, dass mit THE HOWLING nicht gerade der große Underground-Wurf gemacht wurde. Wer eine düstere Gothic-Stimmung mag, ein wenig Body Horror verträgt und sich nicht von breiten britischen und deutschen Akzenten abschrecken lässt, kann den Film des britischen Horror- und Actionfilmregisseurs Steven M. Smith (unter anderem DOLL MASTER) über 101 Films und Greenway Entertainment beziehen.

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