Undergrounders: WEKUFE: THE ORIGIN OF EVIL

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Die junge Journalistik Studentin Paula (Paula Figueroa) und ihr Freund Matias (Matias Aldea) haben bereits bei Beginn ihrer Reise auf eine Insel in Patagonien (Chile) verschiedene Vorstellungen von ihrem Kurztrip. Paula möchte kritische Interviews mit den Einheimischen führen, während Matias darauf hofft, einen Found-Footage-Horrorfilm an authentischen Orten drehen zu können. Und siehe da, Matias wird Recht behalten, auch wenn er sich die Produktionsbedingungen wahrscheinlich anders vorgestellt hat.

Regisseur Javier Attridge macht hier für das Genre unkonventionell komplexe Spagats zwischen Realität, Fiktion und Metafiktion. Denn das Böse hat in WEKUFE: THE ORIGIN OF EVIL viele Gesichter und keins, ist allgegenwärtig und doch auch nicht. Die vielen Verweise auf Literatur, Kino und Popkultur kollidieren wunderbar mit der postkolonialen Realität der dort ansässigen Bewohner – auch wenn die Anspielungen manchmal etwas ruppig erklärt werden. Ähnlich wie in SCREAM wissen die Beteiligten im Film von den meisten Found-Footage/Horror-Klischees und so lässt sich WEKUFE: THE ORIGIN OF EVIL viel Zeit zum Reflektieren während sich die Situation der beiden Protagonisten subtil zuspitzt.

Dieser Film ist alles andere als ein stumpfer Schocker und geht weit über das hinaus, was man vielleicht erwartet. Auch wenn sich WEKUFE: THE ORIGIN OF EVIL an manchen Stellen etwas zieht kann man hier durchaus von einem gelungenen Drehbuch- und Regie-Debut sprechen. Javier Attridge ist einer dieser Filmemacher, dem man ruhig mal etwas mehr Budget in die Hand drücken kann, ohne Angst haben zu müssen, dass er gleich vergisst wie man gute Filme macht. Wer also zufällig den seltsamen Namen WEKUFE auf einem Festival-Flyer entdeckt und Found-Footage nicht abgrundtief hasst, der braucht hier nicht schüchtern sein.

 

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