Versus: AMITYVILLE HORROR (1979) vs. THE AMITYVILLE HORROR (2005)

 

 
Overview
 

Darsteller: James Brolin, Margot Kidder / Ryan Reynolds, Melissa George
 
Regie: Stuart Rosenberg / Andrew Douglas
 
Drehbuch: Sandor Stern / Scott Kosar
 
Länge: 117 min / 90 min
 
FSK: ab 16 / ab 16
 
Land: USA / USA
 
Veröffentlichung: 1979 / 2005
 
Sonstiges: Das Original wurde im Rahmen der Horror Cult Uncut am 11.1.2013 neu aufgelegt
 


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Posted 25. Januar 2013 by

AMITYVILLE HORROR von 1979 zählt wohl zu den bekanntesten Haunted House – Streifen überhaupt und auch eine ganze Reihe von Fortsetzungen sorgte dafür, dass der Film nicht in Vergessenheit gerät.
2005 gesellte sich zu den bis dahin acht Filmen ein Remake, das nicht nur natürlich eine ähnliche Handlung aufweist, sondern diese ebenfalls in die 70er Jahre verlegt und sich damit an den realen Ereignissen orientiert, die sich damals in Amityville zutrugen.

1975 zieht die Familie Lutz in das Haus in dem ein Jahr zuvor sechs Menschen ermordet wurden. Nach nur 28 Tagen zieht die Familie wieder aus, weil sich im Haus paranormale Dinge ereigneten.
Soweit stimmen Geschichte und Inhalt beider Filme überein, während in der Realität die Glaubhaftigkeit der Lutz‘ in Frage gestellt wird, werden wir in beiden Filmen Zeuge unglaublicher Dinge, die sich in den Gemäuern ereignen.

Ein erster (noch kleiner) Unterschied zeigt sich zwischen den Filmen darin, dass die Familie 1979 von Anfang an über die Geschichte des Hauses Bescheid weiß (und sich über den niedrigen Kaufpreis freut), während sich im Remake erst Stück für Stück die Wahrheit offenbart.
Größere Unterschiede zeigen sich hingegen in der Erzählweise. Erwartungsgemäß lässt man es im Original ruhiger angehen, zeigt an vielen der 28 Tage das eine oder andere Ereignis und lässt den Zuschauer so näher mit der Familie verwachsen und kommende Taten nachvollziehbarer werden.
Im Remake springt man schon bald auf Tag 15 und bis dahin ist gerade Vater Lutz stellenweise dem Wahnsinn schon recht nahe, ohne dass der Beobachter beurteilen könnte, ob das dem Einfluss des Hauses geschuldet ist oder er schlichtweg ein Unsympath ist.

Amityville Horror (thrillandkill.com) (6)Heutigen Geschmäckern mag das aber entgegenkommen, zumal man sagen muss, dass die 117 min des Originals nicht immer gerechtfertigt sind und man ohne wahrnehmbare Verluste etwas Zeit hätte kürzen können.

In den 70ern waren okkulte Themen nicht nur in Filmen wie DER EXORZIST und DAS OMEN allgegenwärtig und finden sich auch im AMITYVILLE-Original wieder. Umgedrehte Kreuze, das Tor zur Hölle, Geistliche, denen übel mitgespielt wird; 2005 ist hiervon wenig übrig geblieben und auch die Ursache für das übellaunige Gebäude wird variiert.

Rein optisch sind Melissa George (TRIANGLE) und Ryan Reynolds (BURIED), die im Remake Vater und Mutter spielen, im Vergleich zu Margot Kidder (HALLOWEEN II – Remake) und James Brolin (BURLESQUE) das attraktivere Paar (das aber auch aus heutiger Sicht), dem Film hilft das aber wenig. Reynolds hat eher den Körper eines Unterwäschemodels als den eines Familienvaters; ein Phänomen, das sich überall fortsetzt: die Menschen sind hübsch, Schmutz kommt aus der Dose und Effekte oft vom PC.

Davon hat man im Remake reichlich. Wo man sich 1979 weitestgehend zurückhielt, wird 2005 von Anfang an geklotzt. Viel Atmosphäre will nicht aufkommen, man kann aber sicher gehen, dass der Film im Minutentakt Schocks oder Action platziert.
Dass im Original nur wenig getrickst wurde, ist hingegen zu verkraften, da die wenigen Effekte (blutende Wände, Grabesstimmen) heute ohnehin altbacken wirken. Andererseits sind die Tricks im Remake zwar moderner, aber auch nicht besser.

Amityville Horror (thrillandkill.com) (4)

Babysitterin 2005

Amityville Horror (thrillandkill.com) (5)

Babysitterin 1979

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie man zeitlose Effekte einbaut bewies 1980 Stanley Kubrick mit SHINING, mit dem der alte THE AMITYVILLE HORROR einiges teilt. Beide Romanvorlagen erschienen 1977, beide Male wird vor allem der Familienvater vom Wahnsinn befallen und jagt Frau und Kind mit einer Axt…Dies soll kein Versus zwischen SHINING und AMITYVILLE HORROR werden, aber während SHINING über die Jahre nichts an Schrecken verloren hat, kann man das über AMITYVILLE nicht sagen.

Dem Remake droht ein ähnliches Schicksal. Wie im TEXAS CHAINSAW MASSACRE – Remake war Michael Bay als Produzent tätig und der steht nun mal für effektvolles aber auch seelenloses Popcornkino. Während TCM zumindest durch brachiales Gemetzel glänzte, bietet das THE AMITYVILLE HORROR – Remake wenig was hängen bleibt.

Fazit: Könnte man aus Original und Remake einen einzigen Film gießen, wäre der mehr als sehenswert, so haben aber beide ihre Schwächen. Schon das Original ist nicht so gut wie sein Ruf, das Remake ist ein oberflächlicher Abklatsch.

AMITYVILLE HORROR (1979)
6,5

THE AMITYVILLE HORROR (2005)
5,5

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2 Comments


  1.  
    Felix

    Tommy, und was hat das mit Amityville Horror zu tun??





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