Versus: CABIN FEVER (2002) vs. CABIN FEVER (2016)

 

 
Overview
 

Regie: 2002: Eli Roth 2016: Travis Z
 
Länge: 2002: 88 min 2016: 95 min
 
FSK: 2002: ab 18 2016: ab 18
 
Land: 2002:USA 2016: USA
 
Veröffentlichung: 2002: 9. März 2005 2016: 6. Oktober 2016
 
Verleih/Vertrieb: 2002: Tiberius 2016: Tiberius
 


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Posted 25. September 2016 by

Es war 2002 als Eli Roth seinen ersten Langfilm abdrehte und seitdem hat sich einiges getan.
Ob man seine Arbeit mag oder nicht, Roth gehört dank HOSTEL nicht nur zu den Miterfindern des Torture Porn, sondern insgesamt zu den Big Players im Horrorbusiness, tritt als Autor, Regisseur, Produzent und Schauspieler auf und ist sich auch nicht zu schade dafür sein Debüt von einem anderen neu verfilmen zu lassen.

Der Film (bzw. die Filme), über den wir hier reden, ist natürlich CABIN FEVER, der zwar fünf Jugendliche in eine Waldhütte schickt, was auch 2002 nicht neu war, aber statt mordlüsterner Rednecks einen fleischfressenden Virus in den Vordergrund stellt, der den Kids zusetzt.

Fast Forward nach 2016. Travis Zariwny (auch unter dem Künsternamen Travis Z bekannt, womit zumindest einer Hiphop-Karriere nichts mehr im Wege steht) hat die undankbare Aufgabe ein Remake von CABIN FEVER zu drehen…mit Roth als Produzenten.
Und dies ist eines der überflüssigsten Remakes aller Zeiten. Weder ist das Original alt, noch entstand es in einer anderen Sprache. Zu allem Überfluss kommt irgendwer auf die ruhmreiche Idee das Drehbuch des Originals zu verwenden, was von Anfang an verhindert, dass Travis Z der Geschichte einen eigenen Stempel aufdrückt.

cabin-fever-2016-dennis

Dennis 2016

cabin-fever-2002-dennis

Dennis 2002

Neue Schauspieler, neue Location (die Hütte wurde zum echten Haus), dafür aber zahlreiche Szenen und Dialoge, die 1:1 wiederverwendet wurden. Die Änderungen liegen lediglich im Detail.
Aus dem ehemaligen Jagdgewehr wurde eine vollautomatische Waffe, die Lagerfeuergeschichte von der Bowlingbahn wird erzählt, aber nicht mehr in Rückblenden gezeigt, der partygeile Deputy ist nun eine Frau….

Auch das Ende weicht minimal ab. Wer die Filme direkt nacheinander sieht, wird aber immer wieder den Eindruck haben, in einer Zeitschleife gefangen zu sein.
Bekannte Szenen wie die, in der eine junge Frau sich die Beine rasiert und dabei gleich die gesamte Haut vom Fleisch reißt, werden komplett recycelt und variieren nur in der Kameraeinstellung.

Was trotzdem auffällt, ist dass sich Roth‘ Version mehr auf bemühte Politically Incorrectness stützt. Dass das immer für Aufmerksamkeit sorgt, wissen schon Kleinkinder und so wird dort auf Eichhörnchen geschossen, das N-Wort benutzt oder ins Gebüsch gepisst, bevor es in der zweiten Filmhälfte ans Eingemachte geht.
Soweit, so gut, höhere Ansprüche sollte man an Roth generell nicht stellen und sich auch nicht wundern, wenn man als Zuschauer jede der Figuren hasst, aber trotzdem Spaß hat.

Sex 2002

Sex 2002

Sex 2016

Sex 2016

Im Remake ist alles vereinheitlicht und braver. Weder optisch noch in der Figurenzeichnung lassen sich große Unterschiede bei den Darstellern ausmachen (alles hübsche Collegekids eben). Die Erzählweise wirkt hektisch und während Roth hier und da Humor einsetzte und klarstellte, dass er gar nicht so ernst genommen werden will, versucht das Remake seriös zu sein.

In Nuancen sind also schon Unterschiede auszumachen und wer den 2016er Film für sich genommen betrachtet, wird weder vor Langeweile einschlafen, noch in einen Freudenrausch verfallen, aber einen handwerklich durchschnittlichen Film sehen.
Man sollte dabei aber nicht vergessen, dass auch die 2002er Version von CABIN FEVER keine Glanzleistung war.

Fazit:
Nein, Remakes sind nicht per se böse. Remakes wie dieses, die ihr Original aber nur nachbauen, sind zumindest wertlos.
Was das Ganze soll? Ich weiß es nicht, aber sicher geht es nicht darum einen guten Film zu machen.
Sinnlos wie das PSYCHO-Remake.

Bewertung:
CABIN FEVER (2002): 6,5 Punkte
CABIN FEVER (2016): 3,0 Punkte


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