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Posted 12. August 2017 by Mick in Kolumne
 
 

Von Remakes und Sequels…und einer „neuen“ Idee


Hollywood….immer wieder kreativ.
Selten wenn es um Inhalte geht, aber oft, wenn es Marketing und Vertrieb betrifft.

Keine Angst, ich will mich nicht mal über den Remake- und Sequel- Wahn aufregen, denn es gibt positive Beispiele, zumindest will ich aber meine Verwunderung über einen neuen Trend zum Ausdruck bringen. Meine Damen und Herren: das SEMAKE, Mischung aus Sequel und Remake.

Bisher konnte man beides gut trennen. Fortsetzungen wurden in der Regel durchnummeriert (Ausnahmen wie ALIENS bestätigen die Regel), Remakes trugen den gleichen Namen wie das Original.

WARTE, BIS ES DUNKEL WIRD

Zum ersten Mal fiel mir die Kombination aus beidem bei einem jüngeren Film in WARTE, BIS ES DUNKEL WIRD auf, der als Remake zu DER UMLEGER vermarktet wurde. Im Original hießen zudem beide Filme THE TOWN THAT DREADED SUNDOWN. Schaut man aber rein, bekommt man es mit einer interessanten Mischung zu tun, wo sich zwar einerseits die Handlung von DER UMLEGER wiederholt, gleichzeitig aber Bezug darauf genommen wird.

BLAIR WITCH

BLAIR WITCH war weniger clever, ging aber in eine ähnliche Richtung und auch hier verwirrte der Name. Man hätte den Film BLAIR WITCH (PROJECT) 3 nennen können, denn das soll er sein. Dann hätte man aber die Existenz des allseits ungeliebten BLAIR WITCH 2 anerkannt. Mehr noch, es wäre klar, dass der Film eine Fortsetzung ist und darauf war man nun wiederum nicht scharf.
Marketingtechnisch ging der Gedanke auf, auch Monate nach der Veröffentlichung glauben Leute, ein Remake vor sich zu haben. Zwar baut BLAIR WITCH auf BLAIR WITCH PROJECT auf (wenn auch 20 Jahre später), wer das Original aber nicht kennt, bekommt die ganze Vorgeschichte noch mal vorgekaut und inhaltlich ergibt sich auch wenig neues.

RINGS

Mit RINGS verhält es sich ähnlich. Man nannte den Film nicht RING 3, was naheliegend gewesen wäre, sondern wollte 12 Jahre nach dem letzten Teil auch das junge Publikum abgreifen, das sich nicht mit Samara auskennt.
Es ist nur ein erster Eindruck, aber vermutlich wird FLATLINERS in eine vergleichbare Richtung gehen. Angekündigt war ein Remake des Films von 1991, inzwischen ist die Rede von einer Fortsetzung, aber auch hier ist wieder der Name identisch.

Aber warum das alles? Warum weigert man sich von einer Fortsetzung ODER einem Remake zu sprechen und vermischt plötzlich beides? Dafür gibt es einige Gründe.
Das wichtigste ist für Krawatten-tragende Produzenten natürlich das Verkaufargument. In Zeiten der Gleichschaltung will man niemanden verletzen und es jedem recht machen.
Seltsamerweise haben die meisten Menschen mehr Angst vor Remakes als Sequels. Also nenne ich das Baby Sequel, wiederhole aber noch mehr aus dem Original, als die meisten Sequels sowieso tun.

Vermutlich ist es egal, wie man diese Ableger bezeichnet, sie sind so oder so nur selten Ausgeburten an Kreativität. Vielleicht muss man sich aber auf eine Ära der maximalen Einfallslosigkeit einstellen. Andererseits: schon 1987 erschien ein Film, von dem man nicht so recht weiß ob es sich um Fortsetzung oder Neuverfilmung handelt, aber TANZ DER TEUFEL 2 steht noch heute (zu Recht) hoch im Kurs.

Tanz der Teufel 2

TANZ DER TEUFEL 2

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