Buch-Review: DER SOMMER, ALS ICH STARB von Ryan C. Thomas

Der Sommer, als ich starb: Cover
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Redaktion: 9.0

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Autor: Ryan C. Thomas
Verlag: Festa-Verlag
Seiten: 288
Veröffentlichung: 2006 (USA) / 2014 (Deutschland)

Da die mittlerweile kühlen Temperaturen zum gemütlichen Verweilen im Wohnzimmer einladen, wollen wir euch mal wieder ein Buch vorstellen: DER SOMMER, ALS ICH STARB. Der Roman von Ryan C. Thomas gilt schon als Kult unter Fans extremer Horrorliteratur. Zuerst erschienen ist das Buch 2006 für den englischsprachigen Raum und 2014 dann auch in Deutschland. Mittlerweile sind zwei weitere Romane mit dem selben Protagonisten erschienen, die gemeinsam mit DER SOMMER, ALS ICH STARB die sogenannte Roger Huntington Saga bilden.

Inhalt von DER SOMMER, ALS ICH STARB

Roger ist auf Heimatbesuch. Die Semesterferien nutzt er um seine Familie zu besuchen und Zeit mit seinem besten Freund Tooth zu verbringen. Die beiden wollten eigentlich nur trinken und mit einer Pistole auf Dosen schießen, als sie verzweifelte Hilferufe hören. Roger und Tooth wollen der in Not geratenen Person helfen und gelangen dabei in eine lebensbedrohliche Situation.

Resümee zu DER SOMMER, ALS ICH STARB

Eins vorab: DER SOMMER, ALS ICH STARB ist keines der extremen Horrorbücher, die direkt nach zwei Seiten mit detaillierten Folterbeschreibungen beginnen. Der Autor hat sich Zeit gelassen den Protagonisten, Roger, und seinen besten Freund, Tooth, zu beschreiben. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Roger, so dass man sich gut in ihn hineinversetzen kann. Es dauert etwa ein Drittel der 288 Seiten, bis es zum ersten Blutvergießen kommt. Bis dahin wird Atmosphäre und emotionale Bindung zu Roger geschaffen. Das ist wichtig, damit man im folgenden Part des Buches direkt mitleiden kann.

Die allgemeine Handlung ist nichts komplett Neues und erinnert an den Plot von so manchem Horrorstreifen: Unbedarfte Menschen geraten in die Fänge von einem Irren, werden gefoltert und versuchen einen Ausweg aus der Situation zu finden. Die Schreibweise von Ryan C. Thomas führt dazu, dass man sich direkt dabei fühlt, während beispielsweise präzise Gliedmaßen entfernt werden. Die beschriebene Gewalt ist extrem und lässt immer wieder die Frage aufkommen, wieviel Verstümmelung ein Menschenkörper ertragen kann und ab wann der Tod die bessere Alternative ist. Da aus der Perspektive von Roger berichtet wird, ist das Schwanken zwischen Wahn, Verzweiflung und Hoffnung anschaulich dargestellt und kommt dabei glaubwürdig rüber. Das Buch lädt dazu ein immer weiter zu lesen, da man das Schicksal der beiden Leidenden erfahren möchte.

Der Verursacher des langen Leidens ist wahrscheinlich die größte Schwäche von DER SOMMER, ALS ICH STARB. Er verkörpert das sadistische Böse, aber leider wird über ihn selbst wenig bekannt. Seine Motivation wird mehr oder weniger lapidar und stereotyp erklärt. Ganz zum Schluss wird ein wenig über ihn verraten, aber auch hier endet es leider in ausgelutschten Klischees. Gerade im Kontrast zur recht ausführlichen Charakterisierung von Roger ist das schade.

DER SOMMER, ALS ICH STARB ist ein spannendes Buch, dass sich leicht innerhalb eines Nachmittags lesen lässt. Die Gewalt wird explizit beschrieben und hinterlässt das ein oder andere Mal ein unangenehmes Gefühl. Wer mal wieder sein Kopfkino in Betrieb nehmen möchte, ist mit dem Roman gut bedient.

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