4. Obscura Filmfestival Hannover – Ein Nachbericht

Obscura Filmfestival

Wenn wir über Filmfestivals berichten, die in erreichbarer Nähe sind, versuchen wir auch selbst mal vor Ort zu sein, um uns einen Eindruck von dem Ganzen zu machen. So waren wir am letzten Wochenende für euch und uns  in Hannover und haben einen Blick auf das Obscura Filmfestival geworfen.

 


 

Aber zuerst gehen wir mal kurz darauf ein, was das Obscura Filmfestival überhaupt ist:

In seinen Anfängen war das Obscura eher ein Filmfestival für den rohen Underground, die düsteren und trashigen Filme in diesem Subgenre. Doch mit der Zeit entwickelte es sich zu einem Event, welches immer mehr  Subgenres des Films aufgriff. Horror, Action, Thriller, Fantasy, Arthouse, Trash, Indy, all das kann man mittlerweile hier finden. Eine kleine Perle des Genre-Kinos, auf dem nicht mehr ausschliesslich Underground- und Indy-Fans auf ihre Kosten kommen.

 


 

Als wir das Line-Up für das diesjährige Festival sahen, waren wir entsprechend erfreut über die bunte Auswahl an Filmen und so stiegen wir Freitag mit einer guten Portion Vorfreude ins Auto und machten uns auf den Weg nach Hannover.

Leider kamen wir aufgrund von Bahnstreiks und damit verbundenen kilometerlangen Staus erst spät am Medienhaus an. Vor Ort wurden wir vom Inhaber freundlich begrüßt und setzten uns erstmal auf einen kleinen Plausch mit ihm vor die Tür, da wir nicht in die laufende Vorführung reinplatzen wollten.

Gegen 22 Uhr ging es dann in den Vorführraum und wir suchten uns einen Platz. Es gab Snacks am Platz und an einer kleinen Theke Getränke. Wir trafen auch kurz auf David Ghane, dem Veranstalter des Obscura Filmfestivals, der vor Filmstart eine Liste an die Zuschauer verteilte, mit der die gesehenen Werke bewerten werden konnten.

Auf 1-2 Tischen lagen Merch-Artikel zu einem durchaus fairen Preis aus.

Um 22:30 Uhr ging es los mit dem dritten Part des Tages, den Horror-Trash-Shorts. Wir bekamen 8 Filme aus den unterschiedlichsten Regionen der Welt geboten, deren Längen zwischen einer und 25 Minuten varrierten.

Line Up Obscura Trash Shorts

Die Liebe, Mühe und Leidenschaft, die die Macher investiert haben, hat man in allen Shorts ganz deutlich sehen können. Tolle Settings, gut gewählte Casts und vor allem die Special Effects waren gelungen. Mies war hier wirklich nicht ein einziger Beitrag. Uns hatte es besonders KARAOKE NIGHT angetan, eine Trash-Perle, wie man sie sich wünscht, beknackt, blutig und völlig drüber.

Und so sah unser Fazit dann am Ende aus:

Ergebnis Freitag Obscura

Am Samstag ging es weiter, diesmal in einem großen Cinestar in Garbsen. Direkt am Eingang war ein Stand vom Obscura Filmfestival aufgebaut, an dem man neben Rucksäcken auch das Festival- und Virus-Magazin bekommen konnte.

Obscura
Obscura

Wir schnappten uns Snacks und Getränke und machten uns dann auch direkt auf den Weg in den Saal. An diesem Tag gab es, neben einer Sneak Preview, 4 Langfilme zu sehen. Und wie am Vortag im Medienhaus, gab es auch hier wieder die Möglichkeit, die einzelnen Filme zu bewerten.

Obscura

Den Start machte um 14 Uhr  DEATH RANCH, ein Film von Regisseur Charlie Steeds, der schon am Mittwoch mit A WEREWOLF IN ENGLAND auf dem Obscura vertreten war.

DEATH RANCH handelt von drei afroamerikanischen Geschwistern im Tennessee der 70er Jahre, die auf einen kannibalisitischen Ableger des Ku-Klux-Klan stoßen und um ihr Leben kämpfen müssen. Handwerklich, schauspielerisch und auch vom Storytelling her ein runder und überzeugender Film, mit nicht übersehbarem Grindhouse-Touch.

death ranch

Gespannt warteten wir dann darauf, was uns in der Sneak erwarten würde. Und wir wurden nicht enttäuscht.
Wir kamen in den Genuss von THE MACHINE GIRL 2 – RISE OF THE MACHINE GIRLS, der Fortsetzung des japanischen Action-Splatter-Movies THE MACHINE GIRL.

Und wer die Japaner und Filme dieses Schlags kennt, der weiss, was man nun erwarten durfte. Eine wilde Story, Overacting, ne ordentliche Portion diverser Anzüglichkeiten und Höschenblitzer, viele abgefahrenen Kampfszenen  und natürlich eine große Menge Blut. Was ein absurder Spaß.

The Machine Girl 2

Im Anschluss daran ging es mit TO YOUR LAST DEATH weiter, einem animierten Action Horror aus den USA. Ein junges Mädchen muss, um ihre Geschwister zu schützen, gegen ihren Vater und einen Gamemaster kämpfen, der sie in tödliche Spiele verwickelt.

to your last death

Danach folgte TRIGGERED, ein Horrorfilm aus Südafrika, in dem es um 9 Jugendliche geht, die nach einer Partynacht morgens aufwachen, Bomben an ihren Körpern befestigt haben und nun herausfinden müssen, wie sie dieses tödliche Spiel überleben können.

triggered

Der letzte Beitrag des Abends war die Horror-Anthologie BAD CANDY. Ein Halloween-Episoden-Film, der sowohl visuell, als auch von den einzelnen Stories her wirklich gelungen war und der für Metal-Fans noch ein nicht gerade kleines Bonbon bereithielt.

Eine der Hauptrollen in BAD CANDY übernahm nämlich Corey Taylor, Frontmann von Slipknot und Stone Sour. Taylor spielt hier den Radiomoderator, der in seiner Show an Halloween die schaurigen Geschichten aus New Salem erzählt, die für alle Beteiligten gruselig beginnen aber blutig enden.

Bad Candy


Gegen circa 0 Uhr war das 4. Obscura Filmfestival dann auch beendet. Ein Filmfestival, bei dem man immer wieder merkte, wie viel Herzblut, Zeit und Arbeit in dieses Event investiert wurde. Vor jedem Film wurden Filme „verlost“ (ich konnte WAXWORK 2 ergattern), es gab Infos vorweg, Festival Magazine und nette Gespräche in den Pausen.

Coronabedingt war leider weniger los, als es die Veranstaltung zugelassen und verdient hatte. Vermutlich, weil viele einfach noch Angst vor so Events haben. Was aber absolut unnötig war, da hier auf alle Hygieneregeln geachtet wurde und so hoffen wir einfach sehr, dass sich auch dieser Zustand bald normalisieren wird.

Einziges Manko war, dass das Kino in Garbsen doch echt weit vom Schuss war. Die Kinos im Künstlerhaus und im Medienhaus waren beide relativ zentral gelegen, in Hannover Mitte. Bis nach Garbsen musste man dann mit dem Auto schon eine halbe Stunde pro Strecke einplanen. Mit Bus und Bahn wäre man da wahrscheinlich noch länger unterwegs gewesen.

Am Ende war es ein schönes kleines Filmfestival mit einer guten Mischung an Filmen, einem entspannten Publikum und netten Veranstaltern, das man bedenkenlos empfehlen kann.

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