Review: AUFGEWACHSEN MIT I SPIT ON YOUR GRAVE (2019)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.0

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Darsteller: Camille Keaton, Meir Zarchi, Gunter Kleemann
Regie: Terry Zarchi
Drehbuch: Terry Zarchi
Länge: 102 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 14. Oktober 2021 (VOD)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius

Da I SPIT ON YOUR GRAVE (das Original) nun vom Index runter ist, erhält nicht nur der Film selbst eine reguläre Veröffentlichung, sondern auch die zugehörige Doku AUFGEWACHSEN MIT I SPIT ON YOUR GRAVE .
Hierbei handelt es sich zu etwa gleichen Teilen um Making Of, Retrospektive und Selbstbeweihräucherung der Macher.

Man sollte wissen, dass Terry Zarchi für AUFGEWACHSEN MIT I SPIT ON YOUR GRAVE verantwortlich ist und wem der Name nichts sagt, hierbei handelt es sich um den Sohn von Meir Zarchi, Regisseur von I SPIT ON YOUR GRAVE und dem Sequel, sowie Produzent des Remakes und dessen Fortsetzungen.
Terry und seine Schwester hatten zudem kleine Rollen im Originalfilm. Die Anspielung im Titel, dass Terry förmlich mit dem Rape&Revenge-Streifen groß wurde, ist also nicht weit hergeholt.
Allerdings sollte man aber auch nicht erwarten, dass seine Doku allzu kritisch hinschaut.

Viel zu erzählen hat naturgemäß Meir Zarchi, der u.a. davon berichtet, wie er einst tatsächlich eine vergewaltigte Frau auffand und durch dieses Erlebnis zu seinem Film inspiriert wurde. Die Details hierzu sind allemal bewegend und nehmen Kritikern, die I SPIT ON YOUR GRAVE zu gewaltverherrlichend und frauenfeindlich finden (und auch zu Wort kommen), den Wind aus den Segeln.

 

aufgewachsen mit i spit on your grave review

Meir Zarchi und Camille Keaton

Doch leider sind nicht alle Anekdoten so glücklich gewählt. Dass am Set ein Bootssteg für 800$ gebaut wurde, ist jedenfalls eine von mehreren Geschichten, auf die ich hätte verzichten können.

AUFGEWACHSEN MIT I SPIT ON YOUR GRAVE zeigt, wo Familie Zarchi steht

Zu Wort kommen auch mehrere der Filmbösewichte und Crewmitglieder, von denen übrigens kaum wer in Hollywood Fuß fassen konnte.
Natürlich darf auch Jennifer Hills, also Camille Keaton nicht fehlen, die seinerzeit die Hauptrolle füllte. Die war mal mit Meir verheiratet. Das ist zwar nicht mehr der Fall, trotzdem betonen alle, welch gute Zeit man damals hatte.

Das ist so informativ wie ein Klassentreffen: man merkt, dass Jahrzehnte später jeder mehr Falten und weniger Haare hat und auf die Frage, wie es den so geht, bekommt man ein oberflächliches „gut“. Wer nicht da ist, hatte keine Lust oder ist tot.

Wie schwer es ist, nach über 40 Jahren noch neue Erkenntnisse zu offenbaren, zeigte zuletzt auch MEMORY – ÜBER DIE ENTSTEHUNG VON ALIEN, in AUFGEWACHSEN MIT I SPIT ON YOUR GRAVE gibt man sich teils aber gar keine Mühe.

Wie der Vater, so der Sohn

Allerdings kommen auch Kritiker zu Wort. Die meisten loben das Werk über den grünen Klee, aber man macht keinen Hehl daraus, dass der renommierte Roger Ebert I SPIT ON YOUR GRAVE für den schlechtesten Film aller Zeiten hielt.
Da Ebert 2013 verstarb, blieb ihm zumindest die direkte Fortsetzung I SPIT ON YOUR GRAVE: DEJA VU erspart, die diesen Titel vermutlich wirklich verdient hat. Dieses Sequel wird, wie alle anderen Filme der Reihe kurz angeschnitten.

Schaut man AUFGEWACHSEN MIT I SPIT ON YOUR GRAVE komplett, formt sich ein unschönes Bild, bei dem man den Eindruck gewinnt, dass I SPIT ON YOUR GRAVE größtenteils mit Amateuren gedreht wurde, während die Zarchis sich selbst und ihre „Filmkunst“ total dufte finden.

Fazit: Was für I SPIT ON YOUR GRAVE gilt, gilt auch für diese Dokumentation: teilweise interessant, insgesamt aber verzichtbar und die Familie Zarchi wird uns hoffentlich mit weiteren Werken verschonen.

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