Classic-Review: DONNIE DARKO (2001)

Donnie Darko review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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7.7/10 (3)

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Jena Malone, Mary McDonnell
Regie: Richard Kelly
Drehbuch: Richard Kelly
Länge: 113 min
Land:
Genre: , , ,
Veröffentlichung: 18. Dezember 2003; 23. September 2021 (4K Edition)
Verleih/ Vertrieb: Studiocanal
FSK: ab 16

Wo beginnt man bei einem Film wie DONNIE DARKO?
Vielleicht damit, dass es keine Schande ist, am Ende mit einem Gehirnkrampf dazusitzen und sich dann Deutungen zur Handlung anzulesen.
Wobei das Wort „Ende“ relativ ist….

Was braucht es für die vollständige Verwirrung?
Einen psychisch angeschlagenen Teenager, eine Flugzeugturbine, einen Hasen, einen Lebenshilfe-Guru mit dunklem Geheimnis und einen bevorstehenden Weltuntergang.

Story:
Donnie Darko ist ein intelligenter Schüler, aber er hat psychische Probleme.
Dass er öfters nachts sein Elternhaus verlässt und an ungewöhnlichen Orten aufwacht, erweist sich allerdings als Glücksfall, denn eine tonnenschwere Flugzeugturbine durchschlägt das Dach und hätte Donnie getötet, doch der schläft auf einem Golfplatz.
Während die Herkunft der Turbine ungeklärt bleibt, sind die nächsten Wochen für Donnie ereignisreich. Er wird immer eigenwilliger, lernt einen jungen Mann namens Frank kennen, der eine Hasenmaske trägt, trifft seine Freundin und beginnt eigenartige Dinge zu sehen.
Und nur er beginnt zu verstehen, dass eine Katastrophe bevorsteht.Donnie-Darko frank

„Glaubst du an Zeitreisen?“

Es wäre leicht eine mehrseitige Inhaltsangabe zu schreiben, aber wer den Film kennt, weiß, dass man DONNIE DARKO erleben muss.
Wer ihn nicht kennt, sollte noch einige allgemeine Punkte wissen: der Streifen hat einige verstörende und auch gewalttätige Sequenzen, kann aber unmöglich als Horrorfilm deklariert werden. Nichts davon geschieht aus puren Schockgründen und darüber hinaus ereignet sich alles unter der einladenden kalifornischen Sonne.

Andererseits ist die so trügerisch wie die freundliche Nachbarschaft in den 80ern in die wir Einblick erlangen. Auf den ersten Blick hat hier niemand Sorgen oder Probleme, dafür aber einen akkurat gemähten Rasen. Aber spätestens, wenn Donnie seine Mutter mit Worten betitelt, die ihm heute eine Sperre auf Facebook einbringen würden, merkt man, dass die Dinge komplizierter sind.
Dass Schein und Sein nicht das gleiche sind, zeigt sich auch an anderer Stelle im Film.

Aber was hat das alles mit der Geschichte zu tun? Manchmal wohl gar nichts. Manchmal erinnert diese an ein ganz real anmutendes Drama wie AMERICAN BEAUTY, bei dem wir hinter die Kulissen einer nach außen hin intakten Vorstadtfamilie blicken.
Doch dann werfen wir einen Blick in Donnies Kopf, sehen wie er in einem Kino mit Frank spricht, den nur er sehen kann und wie wurmartige Auren sieht, die aus den Körpern seiner Mitmenschen kommen.

Dass Donnie Probleme hat, wird nicht nur durch das bewährte orangene Pillendöschen im Spiegelschrank, das man aus so vielen Filmen kennt, klar, auch nicht durch seine (mitunter humorvollen) Therapiestunden oder den debil-aggressiven Kubrick-Blick.
Als Zuschauer sind also Zweifel angebracht, ob Donnie sich etwas einbildet oder er wirklich in der Lage ist, mehr zu sehen als seine Umgebung.donnie darko kritik

Das erklärt aber noch nicht, was sich hier ereignet. Um das zu verstehen, sollte man genau hinsehen, etwas von Zeitreisen und Tangentialuniversen verstehen, hier nachlesen oder eine eigene Theorie aufstellen.
Aber auch ohne dieses wissenschaftliche Detailwissen macht DONNIE DARKO keinen Hehl daraus, dass eine Katastrophe bevorsteht und erzählt den Film als Countdown über etwa einen Monat hinweg.
Dabei zeichnet sich Stück für Stück ab, dass seit dem Turbinenunglück etwas anders ist und Donnie nicht nur im Zentrum der Dinge steht, sondern er alleine die Macht hat, die Dinge zum Besseren zu lenken….doch ist er dafür bereit?

DONNIE DARKO ist ein facettenreicher Mindfuck

Die Figur des Donnie ist für uns Beobachter schwer zu greifen. Er verleiht dem Film nicht zufällig den Namen und wir sind nah an ihm dran, die Person ist aber nicht direkt ein Sympathieträger, sondern jemand mit Stärken und Schwächen und allemal jemand, dem seine Eltern wohl eine „schwierige Phase“ attestieren würden.Donnie-Darko frank

Die Rolle des Donnie Darko war für Schauspieler Jake Gyllenhaal, dessen Schwester Maggie übrigens auch im Film seine Schwester spielt, der erste große Erfolg seiner Karriere. Heute zählt er zur A-Riege Hollywoods, er ist aber längst nicht das einzige bekannte Gesicht.
Bekannte Namen wie Patrick Swayze, Drew Barrymore und Seth Rogen sind in kleinen bzw. Kleinst-Rollen zu sehen, aber der Film ist durchweg stark besetzt.

Dass die Effekte nach 20 Jahren nicht mehr ganz rund wirken, ist leider Fakt, der klasse Soundtrack ist hingegen zeitlos.

Fazit:
Dank einer starken Besetzung und Charaktere, seiner facettenreichen Story, die Ernsthaftigkeit, Humor und Tragik verbindet und dem nötigen Mindfuck ist DONNIE DARKO nicht nur ein Film, den man mehrfach sehen muss, sondern auch will.

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