Classic-Review: MUTTERTAG (1980)

Muttertag: Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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8.5/10 (2)

Darsteller: u.a. Tiana Pierce, Nancy Hendrickson, Deborah Luce, Beatrice Pons, Frederick Coffin, Michael McCleery
Regie: Charles Kaufman
Drehbuch: Charles Kaufman, Warren Leight
Länge: 91 Minuten
Land:
Genre:
Veröffentlichung: 15.01.1981 (West-Deutschland)
Verleih/ Vertrieb: XT-Video
FSK: ab 18

Der Troma-Streifen MUTTERTAG aus dem Jahr 1980 war bei uns in ungeschnittener Form lange Zeit auf dem Index. Erst im August 2021 hat sich die FSK dazu durchgerungen dem Film eine Altersfreigabe ab 18 zu geben.
MUTTERTAG gilt als einer der ersten Backwood-Slasher, erinnert von der Handlung her aber auch an I SPIT ON YOUR GRAVE (1978) und PSYCHO (1960). Für die Regie ist Charles Kaufman verantwortlich gewesen, der Bruder vom Troma-Mitbegründer Llyod Kaufman. Zur Zeit der Veröffentlichung gab es eine Menge Trubel um den Film, der von einigen Kritikern als überdurchschnittlich brutal und grausam beschrieben wurde. Fraglich, ob er heutzutage noch diese Reaktionen hervorrufen könnte.

Muttertag: Mutter

Inhalt von MUTTERTAG

Die drei Freundinnen Abbey, Jackie und Trina veranstalten ihr jährliches Zusammentreffen diesmal tief im Wald. Unbeabsichtigt campen sie in der Nähe der Behausung von „Mutter“ und ihren beiden Söhnen Ike und Addley, die zum Vergnügen Menschen quälen und umbringen. Als die Drei von den Brüdern entführt werden, beginnt ein Kampf ums Überleben.

Resümee zu MUTTERTAG

Die Grundhandlung von MUTTERTAG haben wir wohl alle mittlerweile unzählige Male gesehen: Hübsche Menschen gehen in eine verlassene Gegend und landen dann bei verrückten Hinterwäldlern, die sich gern auf sadistische Weise die Zeit vertreiben. Als Beispiele seien hier einmal TEXAS CHAINSAW MASSACRE (1974) THE HILLS HAVE EYES (1977) und die WRONG TURN-Reihe (2003-2021) genannt. Die Mischung aus unzivilisierter Umgebung und einfältigen Killern bietet eine gute Grundlage, um einen spannenden Film zu machen, kann aber auch schiefgehen. MUTTERTAG ist mit einer der ersten Filme, die in das Genre des Backwood-Slasher einzuordnen sind und verbindet das ganze mit Rape&Revenge.

Muttertag: Jackie zwischen Ike und Addley

MUTTERTAG braucht ein wenig um Spannung aufzubauen. Nachdem ganz zu Beginn des Films Mutter und ihre Söhne direkt einmal in Aktion gezeigt wurden, konzentriert sich die Handlung danach auf Trina, Jackie und Abbey, die sich auf den Weg in den Wald machen. Das Ganze ist nicht sonderlich aufregend und zieht sich. Ab und an wird mit den Erwartungen des Publikums gespielt und es gibt kurze Schockmomente, die sich als falscher Alarm rausstellen. Das ist das erste Mal ganz unterhaltsam, wirkt danach aber einfallslos.
Nachdem die Drei in den Fängen von Mutter und ihrer Brut gelandet sind, wird die Spannung größtenteils gehalten. Man fiebert mit ihnen mit und hofft, dass sie es irgendwie aus der Situation herausschaffen.

Die Szenen, in denen Mutter mit ihren beiden Söhnen allein ist, wirken oft übertrieben und beinahe slapstickhaft. Zum Beispiel werden Frühstücksflocken mit hölzernen Kochlöffeln aus Eimern gegessen oder Mutter ruft mit einem Sprachrohr zum Training. Diese Momente wollen nicht ganz zum sonst eher ernsten Ton von MUTTERTAG passen und sorgen für Verwirrung. Vor allem nehmen sie der Hinterwäldler-Familie ihren Schrecken, wenn sie auf diese alberne Weise gezeigt werden.

Die Gewalt in MUTTERTAG ist gemessen an den gegenwärtigen Verhältnissen nicht mehr sonderlich beeindruckend. Bei den expliziten Gewaltszenen sieht man sehr deutlich, dass es sich um Attrappen handelt und das Blut sieht wie rote Farbe aus. In der damaligen Zeit mag das schockierender gewesen sein als heute, wobei die Effekte bei FREITAG DER 13. (1980) besser aussahen und aus demselben Jahr stammen. Fairerweise sollte aber erwähnt werden, dass die Budgets der beiden Filme sich um etwa 400.000$ unterscheiden.
Die Vergewaltigung ist unschön anzusehen, aber auch mit der Darstellung in aktuelleren Filmen wie beispielsweise dem Remake von I SPIT ON YOUR GRAVE (2010) nicht zu vergleichen.

Muttertag: Abbey und Trina

Alles in allem ist MUTTERTAG ein Klassiker mit Schwächen. Wenn die Handlung in Fahrt kommt, wird die Spannung recht gut gehalten und lädt zum Mitfiebern ein. Einmal Anschauen schadet nicht und führt einer vor Augen wo das Genre Backwood-Slasher mit seinen Anfang hatte.

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