Review: CONJURING 3: IM BANN DES TEUFELS (2021)

Conjuring 3 im bann des teufels - rezension
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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6.5/10 (4)

Darsteller: Vera Farmiga, Patrick Wilson, Ruairi O'Connor, Sarah Catherine Hook
Regie: Michael Chaves
Drehbuch: David Leslie Johnson-McGoldrick
Länge: 108 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 07. Oktober 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Universal
FSK: ab 16

Was James Wan anfasst, wird fast unweigerlich zu Gold und das gilt insbesondere für das CONJURING-Universum, das nun innerhalb eines Jahrzehnts drei Teile, drei ANNABELLE-Spinoffs, und einen THE NUN-Ableger hervorbrachte. Weitere Filme werden folgen.
Und dann war da noch LLORONAS FLUCH, ebenfalls Teil des Universums, bei dem Michael Chaves Regie führte.
Dem gleichen Michael Chaves hat man nun die Regie für CONJURING 3: IM BANN DES TEUFELS übertragen.

Darin begleiten wir erneut das Ehepaar Ed und Lorraine Warren, die in den frühen 80er Jahren einen Exorzismus an dem 8jährigen David begleiten. Doch die Lage eskaliert, Ed erleidet einen Herzinfarkt und im Moment der größten Not springt Arne, der Freund Davids Schwester, ein und lässt den Dämon in sich selbst fahren.
Zunächst scheinen sich die Wogen damit zu glätten, doch natürlich ist das Böse nun in Arne aktiv und als der im Wahn einen Mann ermordet, wird er verhaftet. Nun ist es an den Warrens zu beweisen, dass der Teufel ihn zu der Tat trieb.Conjuring 3: im bann des teufels

CONJURING 3: IM BANN DES TEUFELS setzt auf einige Veränderungen und viel Bewährtes

Zunächst mal ist es lobenswert, dass sich der dritte CONJURING-Film nicht hinter der bewährten Spukhaus-Masche versteckt, sondern andere Wege geht und sogar im Laufe der Story durchs Land reist. Allzu weit weicht man von den inhaltlichen Pfaden aber dann doch nicht ab, denn natürlich, will man das gleiche Publikum, das Kinokarten für die Vorgänger kaufte, auch hiermit bedienen.

Sprich: man tut so, als würde die Geschichte auf Tatsachen beruhen (statt nur lose davon inspiriert zu sein), setzt auf wohligen Grusel, pflegt seine beiden Hauptfiguren und wenn nichts mehr hilft, greift man tief in die Effektetruhe und lässt alles durch den Raum fliegen.

Direkt der Einstieg ist so pompös, das man sich fragt, ob dies schon das Finale sein soll, aber offenbar hat niemand Interesse daran die Spannung langsam anschwellen zu lassen und Michael Chaves will zeigen, dass er mit James Wan, der bei den Vorgängern noch selbst Regie führte, mithalten kann.Conjuring 3 im bann des teufels - review

Kann er nicht. Man kann über Wan sagen, was man möchte, aber er weiß, wann er welchen Knopf drücken muss, Chaves (und viele andere) haben die gleichen Knöpfe zur Verfügung, es hapert aber öfters mit dem Timing.
Das soll nicht bedeuten, dass CONJURING 3: IM BANN DES TEUFELS nicht einige unheimliche oder gänsehauterzeugende Szenen hätte, aber wer zwei Wochen nach Sichtung des Films über ihn spricht, kann sich vermutlich an keinen Moment erinnern, der wirklich prägnant war.

Dazu kommt, dass ein gewisser Abnutzungseffekt eintritt. Ein dritter Teil ist nun mal meist genau das: 2x aufgewärmt. Das Repertoire der Warrens und ihrer Widersacher ist bekannt.
Vera Farmiga und Patrick Wilson, die wieder in die Rollen der Geisterjäger schlüpfen, kann man dabei keinen Vorwurf machen. Die spielen nicht nur auf harmonische Weise ein vertrautes Ehepaar (in dem Fall ist die dritte Zusammenarbeit sogar dienlich), sie wurden von der Maske auch zu einem furchtbar altmodischen, aber eben auch authentischen Äußeren verdonnert.

Nicht jeder ist James Wan

Ein weiterer Makel des Films ist ein Bild, das gerne eine Nuance heller hätte sein dürfen. Natürlich würde CONJURING 3: IM BANN DES TEUFELS im gleißenden Sonnenlicht keinen Sinn ergeben, aber man will ja doch sehen, was da im Dunkeln lauert, statt alleine die Dunkelheit anzustarren.
Gleichwohl muss man aber sagen, dass die Kameraarbeit insgesamt professionell wirkt.Conjuring 3 im bann des teufels - kritik

Wer einen Film wie diesen sieht, will sich vermutlich nicht mit medizinischen Details auseinandersetzen, aber wenn man schon die Zeitreise unternimmt, wäre es angebracht, etwas mehr Liebe zum Detail mitzubringen.
So wird beispielsweise nach Eds Herzinfarkt gesagt, dass man ihm einen Stent einsetzt. Nun, liebe Kinder, Herz-OPs waren in den 80ern keine Kleinigkeit und ganz sicher hat man diese Art von Operation nicht nebenbei durchgeführt.

Für sich genommen ist keiner der einzelnen Kritikpunkte ein Genickbruch, man kommt unterm Strich aber zu dem Urteil, dass für CONJURING 3: IM BANN DES TEUFELS nicht das beste Personal abgestellt wurde und man gerne etwas mehr Herzblut in die Sache hätte stecken dürfen.

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