Der King des Horrors: Wie Stephen King die Landschaft der Horrorfilme nachhaltig verändert

 

Über 60 Romane hat er bereits geschrieben und mehr als 350 Millionen Stück davon verkauft. Auf den Kinoleinwänden sind seine Kreationen inzwischen dauerhaft präsent: Stephen King, der König des Horrors, prägt auch im Alter die mediale Welt wie kaum ein Zweiter. Am 21. September 2019 durfte King bereits seinen 72. Geburtstag feiern. Welche neuen Kinoprojekte sind geplant? Und vor allem: Wie schaffte es King, der 1947 in einfachen Verhältnissen in Maine geboren wurde, bis ganz nach oben?

Gruselige Anfänge

King ist der Kinowelt schon lange bekannt und der „Silver Screen“ spielte eine entscheidende Rolle auf seinem Weg zum Weltruhm: Anfang der 1970er Jahre war King in der literarischen Welt noch ein unbeschriebenes Blatt. Ab 1971 unterrichtete er in Hampden (Maine) Englisch, musste aber nachts Zusatzstunden in einer Wäscherei arbeiten, um seine noch junge Familie über Wasser zu halten. King war schon früh von Horrorfilmen fasziniert: Um Streifen wie Die Nacht der lebenden Toten (1968) zu sehen, sparte er sich sein Geld zusammen und ließ sich so bei seinem liebsten Hobby inspirieren – dem Schreiben von Kurzgeschichten, die er unregelmäßig an Männermagazine wie Cavalier verkaufen konnte.

Ab 1971 arbeitete King an dem Roman Carrie; in einem gemieteten Wohnwagen, den er damals bewohnte. Beim Editieren dachte King, der Roman – es war bereits sein viertes Manuskript – sei schlecht und warf ihn in den Müll. Seine Frau fischte den Text aus der Mülltonne und spornte ihn an, weiter an diesem zu arbeiten. 1973 kaufte der Verlag Doubleday Carrie, die New American Library erwarb später die Taschenbuchrechte für 400.000 Dollar. Doch der wirkliche mediale Durchbruch gelang King erst mit der Verfilmung des Buchs, die 1976 unter dem Titel Carrie – Des Satans jüngste Tochter in die deutschen Kinos kam und King weltberühmt machte. Daraufhin ging es Schlag auf Schlag: Es folgten Klassiker wie Shining (1977) und The Stand. Das letzte Gefecht (1978), das von Kings Fans oft als sein bestes Werk bezeichnet wird. Viele der Romane erhielten Verfilmungen: Die Verfilmung The Shining (1980) von Stanley Kubrick gilt als Klassiker des Horror-Genres – über den King allerdings gar nicht glücklich war und dessen Abweichungen vom Original in der Fortsetzung Doctor Sleep nun korrigiert werden sollen, wie Welt schreibt. Es, das 1986 als Roman erschien, erhielt bereits 1990 eine Verfilmung mit Tim Curry in der Rolle des Killer-Clowns Pennywise – eine Tatsache, die vielen Kinogängern gar nicht bewusst war, als diese die Neuauflage von 2017 sahen. The Stand wird nun außerdem noch im Serienformat festgehalten werden. Und der Film Die Verurteilten von 1994 (nach einer Novelle von King verfilmt), belegt in der Internet Movie Database seit 2008 durchgehend den ersten Platz.

King-Hype

Spätestens seit dem Erfolg von Es (2017) kennt der King-Hype der Kinobesucher aber keine Grenzen mehr: Es Kapitel 2 konnte in Deutschland in kurzer Zeit mehr als 1,1 Millionen Menschen in die Kinos locken, wie Moviepilot schreibt. Der Roman Love, so wurde erst kürzlich bekannt, wird eine Miniserie erhalten, Der Buick wird verfilmt werden, ebenso Stark – The Dark Half. Sogar Feuerkind, das bereits eine Filmadaption von 1984 besitzt, wird jetzt eine Kino-Neuauflage erhalten. Und der Streifen zur Shining-Fortsetzung Doctor Sleep hat bereits mit einem gruseligen Trailer für Aufsehen gesorgt. Es ist offensichtlich: Kaum eine Persönlichkeit hatte auf das Genre der Horrorfilme in den letzten fünfzig Jahren einen so großen Einfluss wie der Romanautor aus Maine.

Kings Geschichten überzeugen dabei schon immer durch das Aufeinandertreffen des Horrors und des Unbekannten mit dem ganz normalen Alltag. Sie erzählen von Kleinstadtbewohnern, die im Kuriositätenladen glückbringende Alltagsgegenstände erwerben – aber nicht wissen, dass diese verflucht sind (In einer kleinen Stadt). Von einer Gruppe Ausgestoßener, die sich plötzlich in einer Mordserie wiederfinden und mit ansehen müssen, wie die Gestalten ihrer Albträume in Person des formverändernden Pennywise sie nachts heimsuchen (Es). Von den Abgründen der menschlichen Psyche und deren Auswirkungen auf die Psyche (The Shining). Und sogar von der Verwandlung des besten Freundes des Menschen in blutrünstige Monster (Cujo). In Kings Geschichten treffen Alltag und Übernatürliches aufeinander: Sie könnten uns allen widerfahren, solange unsere Fantasie es zulässt. Oft sind die Storys auch selbst-referentiell, wie bei Sie (1990 verfilmt als Mysery), welche von einem Schriftsteller erzählt, der von einem verrückten Fan gefangen gehalten wird, um eine beendete Romanreihe fortzusetzen.

 


Einfluss überall

All diese Filme und Bücher haben das Genre des Horrors im 20. und 21. Jahrhundert stark geprägt. Kings größter Verdienst ist es, auch Leser und Zuschauer zu locken, welche sich ansonsten für Horror und Thriller nur wenig interessieren. So wie aktuell seine Filme lösten in den 1980er Jahren seine Romane eine regelrechte King-Manie aus. Zeitweise musste der Autor unter anderem Namen schreiben (Richard Bachman, John Swithen), da der Markt derart mit King-Büchern gesättigt war.

Die Auswirkungen sind überall zu spüren: King hat den Horror massentauglich gemacht, ihn aus seiner Nische herausgehoben, wie kein zweiter Autor in allen Medien verbreitet. Nicht nur Filme wie Twilight: Breaking Dawn Teil II bedienen sich heute erfolgreich Horror-Konventionen und sprechen mit einem Einspielergebnis von 829 Millionen Dollar eine große Zahl an Kinogängern an, wie Statista erklärt. Videospiel-Reihen wie Resident Evil, das bereits mehrfach verfilmt wurde und bald sowohl ein Film-Reboot als auch eine eigene Serie erhält, profitieren ebenfalls vom Boom; und auch Online Slots wie Immortal Romance oder Wicked Tales bei Anbietern wie Betway bedienen den Horror-Durst der Bevölkerung und wären ohne Kings Einfluss wohl weit weniger populär. Wären all diese Unterhaltungs-Perlen auch ohne King entstanden? Theoretisch ja. Doch der König des Horrors hat es geschafft, sie von einem Nischenprodukt zu einem Mainstream-Seller zu machen. Das mag manch einer kritisieren. Doch das Genre profitiert von den höheren Einnahmen.


Fazit

Stephen King ist nicht nur einer der einflussreichsten Autoren unserer Zeit. Auch das Genre der Horrorfilme wird von ihm nachhaltig geprägt. Mit Büchern wie Das Leben und das Schreiben, das es bei Webseiten wie Bücher zu kaufen gibt, hat King zudem eine ganze Generation von Autoren und Filmemachern beeinflusst. Da kann man nur den Hut ziehen. Und hoffen, dass Kings Geschichten uns noch lange beeindrucken werden.

 

 

 

 

IMAGE SOURCE: Pixabay.com

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