Horrorfilme und die realen Personen hinter den Figuren

Wir demaskieren die Lebensgeschichten der Horrorfiguren

Wenn man die echten Lebensgeschichten von Horrorfiguren aus beliebten Filmen nacherzählt, gibt es wahrscheinlich nichts Unheimlicheres als die Geschichte von Ed Gein und dem Texas Chainsaw Massacre. Geins Mutter ist 1945 verstorben, woraufhin seine eigene geistige Gesundheit rasch nachließ.

1957 wurde Gein in Gewahrsam genommen, weil er in einem grausamen Mordfall hauptverdächtig war, und zu dieser Zeit durchsuchte die Polizei auch sein Haus. Was sie in seinem Haus zu sehen bekamen, enthüllte das Leben und die Geschichte eines massivst gestörten Menschen; es wurden Kleider und andere Anziehsachen gefunden, die vollständig aus menschlichen Körperteilen und Organen hergestellt und für die weitere Verwendung konserviert worden waren.

Aber wer war Ed Gein wirklich, und was machte dieser Mann, der später als Inspiration für berühmte Filmfiguren wie Norman Bates in Psycho und Leatherface in Texas Chainsaw Massacre dienen würde?

Eine gestörte Erziehung

Gein wurde am 27. August 1906 geboren. Sein Vater war dem Alkohol verfallen und seine Mutter war eine religiöse Fanatikerin mit Kontrollzwang. Gein hatte auch einen älteren Bruder namens Henry. Im Jahr 1915 zog Augusta, Geins Mutter, auf eine Farm außerhalb von Wisconsin. Gein hat sein Zuhause fast nie verlassen, außer zum Zwecke des Besuchs einer in der Nähe gelegenen Schule.

George, Geins Vater, starb schließlich 1940, zu einer Zeit, als Henry und sein Bruder gezwungen waren, Gelegenheitsjobs anzunehmen, um die Familie zu unterstützen, die sich nun in einer finanziellen Notlage befand.

Im Jahr 1944 starb Henry bei einem Vorkommnis, das ursprünglich als Unfall in Zusammenhang mit einem kontrollierten Feuer auf dem Hof interpretiert worden war. Als jedoch später herauskam, wozu Gein fähig war, vermutete die Polizei, dass er für den Tod seines älteren Bruders verantwortlich sein könnte.

Gein war fanatisch von seiner Mutter besessen und wich kaum von ihrer Seite. Er ist nie von zu Hause weggegangen. Als sie 1945 starb, pflegte er weiterhin ihr Zimmer und ihre Sachen, als wenn sie noch immer da wäre und die Sachen noch gebrauchte. Der Rest des Hauses verwahrloste zusehends. Gein entwickelte auch ein Interesse an der Anatomie des Menschen und besaß viele Bücher zu diesem Thema.

Ungeachtet seines seltsamen Verhaltens und seiner merkwürdigen Art war Gein in der Lage, Handwerkerjobs in der Gegend zu erledigen und sich ironischerweise auch als Babysitter ein Zusatzeinkommen zu verdienen. In den dann folgenden Jahren sind einige Einwohner von Wisconsin und Umgebung auf mysteriöse Weise verschwunden. Eine von den Verschwundenen war Bernice Wordon. Wordon besaß einen Handwerkerladen in der Gegend und am 16. November 1957 wurde sie in ihrem Laden vermisst, wobei die Umstände äußerst verdächtig waren. Die Registrierkasse fehlte und eine Blutspur führte rückseitig aus dem Gebäude.

Wordon war die Mutter von Frank, dem örtlichen Deputy Sheriff. Frank hatte Gein und sein merkwürdiges Benehmen bereits verdächtigt und war bald zu der Vermutung gekommen, dass Gein etwas mit dem Verschwinden seiner Mutter zu tun haben könnte. Wordon sorgte dafür, dass der Rest der Polizeiabteilung zu Geins Haus geschickt wurde, wo es zu den grausigen Entdeckungen kam – der Kopf von Wordons Mutter hing an der Decke und die zuvor genannten verstörenden Kleidungsstücke wurden gefunden.

Gein wurde verhaftet und gab anschließend zu, Bernice Wordon und Mary Hogan, die ebenfalls aus Wisconsin verschwunden war, getötet zu haben. Gein stand schließlich 1968 vor Gericht und starb am 26. Juli 1984 an Atemwegserkrankungen und Krebs.

Monster: Aileen Wuornos

Viele kennen die Geschichte von Aileen Wuornos; auf ihrer Lebensgeschichte basiert der Film Monster. Charlize Theron hat erstaunliche Meisterschaft bewiesen, indem sie sich in Wuornos verwandelt hat, und wie andere Stars, die in Spielen verewigt wurden, war ihre Verkörperung der Figur geradezu unglaublich. Wuornos hatte, wie Gein, eine problematische Erziehung durchgemacht. Die Jahre ihrer Kindheit waren alles andere als sorglos; sie war sowohl sexuell missbraucht worden als auch größtenteils obdachlos.

Wuornos wandte sich schließlich der Prostitution zu, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Während nur eines Jahres (1989-1990) tötete sie insgesamt sieben Männer und wurde damit eine der berüchtigtsten Serienmörderinnen der Geschichte.

Kaum bekannte Fakten

Dies sind einige kaum bekannte Fakten über Aileen Wuornos:

  • Ihre Eltern waren erst im Teenageralter, als sie sie zur Welt brachten;
  • Aileen hat ihren Vater nie kennengelernt und war ihm nie begegnet;
  • Sie war für einige Zeit mit einem 69-jährigen Gentleman namens Lewis Fell verheiratet, der behauptete, dass Wuornos ihn oft mit seinem eigenen Spazierstock geschlagen hatte;
  • Sie hat beim ersten Mal höchstwahrscheinlich aus Selbstverteidigung getötet; und
  • Sie hat darum gebeten, dass Natalie Merchants Lied „Carnival“ bei ihrer Beerdigung gespielt wird.

Diese beiden Geschichten haben die Erfindung von wirklich unheimlichen Filmfiguren inspiriert, aber das Gruseligste daran ist, dass es sich um echte Menschen handelte, die reale Leben führten.

 

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