Interview mit Nando Rohner

Nando Rohners neues Buch LET’’S TALK: IM GESPRÄCH MIT ACHT BEKANNTEN, UNBEKANNTEN SCHAUSPIELERN hatten wir euch bereits vor ein paar Wochen ans Herz gelegt; nun hatten wir die Chance dem Schweizer Autor ein paar Informationen zum Buch und seinem restlichen Schaffen zu entlocken.

Mick: Nando, dein Beruf ist das Schreiben. Du bist Journalist, hast aber auch bereits 3 Bücher veröffentlicht, die recht unterschiedlich sind. Eines mit Kurzgeschichten, eine Interview-Sammlung zum Thema Heavy Metal und Tattoos und nun Interviews mit Schauspielern.
Du hast keine Lust dich festzulegen, oder?

Nando: Nein, habe ich nicht. Das Leben ist zu kurz, um sich nur auf etwas zu konzentrieren. Ich brauche die Abwechslung und die kreative Vielfalt, nur so verhindere ich, dass es mir langweilig wird (lacht).
Ich lebe in gewisser Weise nach dem Lustprinzip und versuche mich nicht einzuschränken.

Mick: Die Schauspieler in Let’s talk… dürfte sicher nicht jeder kennen. Wie bist du gerade auf diese Namen gekommen? Standen noch andere zur Debatte?

Nando: Auch hier hat das Lustprinzip eine große, ich meine, eine SEHR große Rolle gespielt. Ich habe mich sozusagen durch meine Private DVD- und Blu-ray Sammlung gearbeitet und mich dabei gefragt, mit wem ich gerne Mal ein Gespräch führen würde? Billy Drago, Michael Paré und Scott Reiniger waren Namen, die von Anfang ganz oben auf meine Wunschliste standen. Die anderen Namen gesellten sich nach und nach bei meinen „Recherchen“ hinzu.

 

Mick: Wie ist deine Vorgehensweise bei Interviews wie denen im Buch, wo es nicht um ein spezielles Thema, sondern die ganze Person geht?
Überlegst du dir vorher genau, was du fragst oder kommt das meiste spontan?
Hast du einfach gefragt, was dich interessiert oder hattest du die potentiellen Leser deines Buches als eine Art „stillen Auftraggeber“ im Hinterkopf, denen du bestimmte Infos liefern wolltest/musstest?

Nando: Wenn man seinen Interviewpartner ernst nimmt, dann ist man es ihm schuldig, sich im Vorfeld auf das Interview vorzubereiten. Bei jedem Interview habe ich versuch so viel Hintergrundwissen wie möglich über die Person und ihre Arbeit zusammenzutragen. Aus diesem Wissen mache ich mir dann immer einen ungefähren „Schlachtplan“, also eine Vorlage, was ich die Person gerne fragen würde. Während des Interviews kam es aber oftmals auch anders, als ich es mir vorgestellt habe. Nimm z.B. mein Interview mit Michael Paré: Überall ist nachzulesen, dass er bei Uta Hagen Schauspiel studiert hat, was aber gar nicht stimmt. Wenn man also, so wie es mir passiert ist, einer Falschinformation auf den Leim geht, dann braucht es Improvisation, um sich aus dieser Peinlichkeit wieder zu retten (lacht). Dank LET’S TALK ist dieses Missverständnis bezüglich Michael Paré nun jedoch aufgeklärt, was mich in gewisser Weise auch stolz macht.

Selbstverständlich muss man bei solch einem Projekt wie LET’S TALK, aber auch bei allen Interviews im Allgemeinen, darauf achten, dass die Fragen für den Leser auch interessant sind. Was mich als Fan interessiert, muss nicht zwangsläufig auch für den Leser von Interesse sein. Reine Fanboys-Fragen sollte man in jedem Interview daher mehrheitlich umgehen, auch wenn die Versuchung teilweise doch sehr groß ist, sie zu stellen.

Mick: Gab es bei den Interviews irgendwelche Überraschungen? Antworten, die dich verblüfft oder sogar etwas aus der Bahn geworfen haben?

Nando: Wie gesagt, die Sache mit Uta Hagen hat mich während des Interviews mit Michael Paré hat mich sehr überrascht. Ebenfalls war ich sehr überrascht darüber, wie nett Billy Dragon ist. Wenn man bedenkt, dass er in den Filmen immer den Bösewicht spielt, dann kann man fast nicht glauben, was für ein warmherziger und humorvoller Mensch er im direkten Gespräch ist.

Mick: Interviewen oder interviewed werden? Was ist leichter? Was macht mehr Spaß?

Nando: Interviews zu führen bereitet mir sicherlich mehr Spaß, als Interviews zu geben. Jedes Mal wenn ich ein Interview geben darf, fällt mir wieder auf, wie schwer das doch sein kann. Ich habe jedoch trotzdem kein Mitleid mit meinen Interviewpartnern (lacht).

Mick: Einige der interviewten Schauspieler wie Scott H. Reininger kennt man natürlich aus Horrorfilmen und du bist u.a. für die Booklets der Störkanal-DVDs verantwortlich.
Welche Rolle spielt Horror für dich selbst?

Nando: Horror ist in meinem Leben ein sehr wichtiges Thema. Ich bin ein grosser Fan von Horrorfilmen und gehe dieser Liebe auch nach, vorausgesetzt die Zeit erlaubt es. Es gibt so viele gute Horrorfilme, die ich mir immer wieder gerne ansehe. Ich liebe jede Art von Horrorfilm.

 

Mick: Was planst du als Nächstes?

Ich arbeite im Moment an einem zweiten Teil von UNDER THE SKIN OF ROCK N ROLL. Auch arbeite ich an einem Interview-Buch über das Hongkong-Kino und mache mir auch Gedanken über ein LET’S TALK 2. Ebenfalls bereite ich mich auf die Album-Veröffentlichung der Band ShC vor, die ich als Manager betreue und die auf dem nächsten Album einen ganz speziellen Song haben werden, der zu 100% etwas mit dem Thema Horror bzw. einem Horrorfilm zu tun haben wird. Wer mehr darüber wissen möchte, der soll doch mal die Homepage der Jungs besuchen: www.secondhandchild.ch

Mick: Vielen Dank!

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