Interview mit Robert A. Masciantonio (Neighbor)

Mick: Rob, so wie echte Serienmörder oft eine Art „Geschichte” haben, bevor sie ihr erstes Opfer töten, könnte ich mir vorstellen, dass ein Regisseur ebenfalls eine „Geschichte“ hat,
bevor er mit einem extremen Film wie „Neighbor“ daherkommt.
Was ist deine Geschichte im Horror-Genre?

RAM: Horror war schon immer mein Lieblings-Genre. Als ich Kind war, wollte ich mir jedes einzelne gruslige Video ausleihen, dass es gab. Einer der wahrscheinlich einflussreichsten Filme, die ich als Heranwachsender sah, war „American Werwolf“. Ich will diese Form von Horrorfilm machen.

Mick: Wer sind deine Einflüsse?

RAM: Da habe ich viele. Ich denke, die Liste reicht von John Landis bis Martin Scorsese.

Mick: Während ich bei NEIGHBOR, die guten Effekte ohne CGI mochte, fehlte mir aber eine tiefere Geschichte hinter der Frau. Neben Folter und Morden passiert nicht viel. Oder habe ich da etwas verpasst?

RAM: Hmm, Ich bin nicht sicher, wie CGI die Story hinter der Frau verbessert hätte. Ich bin hier etwas verwirrt. (Uuups, da habe ich die Frage wohl unglücklich formuliert. Ich wollte eigentlich nur sagen, dass die FX zwar nett, aber die Story etwas dünn ist – Anm. d. Verfassers)
Ich denke aber nicht, dass du was verpasst hast.

Behind the Scenes: Nachbarn unter sich

Mick: Was ist mit dem anderen Killer im Film, der aus dem Gefängnis ausgebrochen ist?

RAM: Sean Gracie war nur dafür gedacht, um die Leute etwas aus dem Gleichgewicht zu bringen.
Reden die Leute über die Frau oder gibt es noch einen anderen Mörder? Darauf hatte ich abgezielt.

Mick: Wann war dir klar, dass der Film so blutig werden würde.

RAM: Schon von Anfang an. Die Idee war immer die Leute krank zu machen.

Mick: Gab es je die Überlegung, Neighbor weniger blutig und familienfreundlicher zu gestalten.

RAM: Nie.

Mick: Obwohl man in Deutschland 18 Jahre alt sein muss um die DVD zu sehen, wurden eine Menge der Folter-Szenen herausgeschnitten. Mehr als einmal sieht man, wie die Frau ein Werkzeug in die Hand nimmt und plötzlich gibt es in einem Körperteil ein Loch.
Wie fühlst du dich, wenn man das mit deinem Film macht.

RAM: Das ist eine Schande. Ich habe das nicht gesehen und höre das zum ersten Mal. Das ist beschissen.

Mick: Kannst du verstehen, dass Leute denken, dass ein Film oder zumindest einige Szenen zensiert werden müssen.

RAM: Nein, ich denke nicht, dass man zensieren sollte. Der Film war so gedacht, wie er war.
Er kommt nicht auf den Punkt, wenn er nicht überzogen ist.
In den Staaten gibt es den R-Cut, wenn man der Meinung ist, dass die Unrated-Fassung zu heftig ist.

Mick: Dein letzter Film war eine Komödie (ALL ALONG). Was kommt als nächstes?

RAM: Wir wollen einen weiteren Horrorfilm drehen. Ich hoffe bald mehr zu wissen.

Mick: Danke für das Interview!

RAM: Ich danke dir!

Das Interview entstand mit freundlicher Unterstützung von Nando Rohner und I-On NewMedia

Robert und Hauptdarstellerin America Olivo

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