Under The Knife: War früher alles besser?

Horrorfilme

Vor einiger Zeit bin ich im Internet über dieses Bild gestolpert.

Horrorfilme

Zunächst fand ich es lustig…dann schlichtweg beängstigend!
Das Ganze ist sicher scherzhaft gemeint, aber ein wahrer Kern lässt sich kaum verleugnen.
Stimmt es, was wir hier sehen? Haben sich Horrorfilme derart zum Schlechten entwickelt?
Kann man Vampire inzwischen auf in der Sonne glitzernde Weicheier beschränken, haben alle Zombies neuerdings Gefühle?
Können Monster denn nicht einfach böse sein? Eins ist klar, nach weit mehr als hundert Jahren Kino wurden viele Geschichten erzählt und der löbliche Ansatz sich nicht wiederholen zu wollen, führt mitunter zu perversen Ausblühungen, in denen die schrecklichsten Wesen plötzlich vermenschlicht werden.

Ein Produkt des 21. Jahrhunderts also? Keineswegs. Auch wenn auf obigem Bild zweifelsohne je zwei extreme Gegensätze abgebildet sind, ist die Idee, Monstern eine Seele zu oder Sympathien zu geben, nicht neu.
Schauen wir uns doch mal die im Bild gezeigten Kreaturen an:

ZOMBIES

Schon Frankensteins Monster war mindestens so mitleiderweckend wie böse…und das seit 1931. Das ist zwar kaum ein Zombie wie ihn uns George A. Romero brachte, ein aus Leichenteilen zusammengeflicktes Wesen kommt der Sache aber nahe und noch emotionaler wurde es mit FRANKENSTEINS BRAUT.
Wandelnden Toten Gefühle einzugestehen ist also keine neue Idee, trotzdem sind Filme wie WARM BODIES oder DEADHEADS eher die Ausnahme als die Regel und unzählige aktuelle Filme zeigen Zombies als tumbe Fressmaschinen, die nicht anderes wollen als unser Gehirn auszulutschen.

VAMPIRE

Auch DRACULA war in den zahlreichen Verfilmungen nur selten so böse, wie Bram Stoker ihn im Roman beschrieb.
Was TWILIGHT dem Genre antat, spottet natürlich jeder Beschreibung, darf aber von Horrorfans ignoriert werden. Dass es auch heute noch böse Vampire gibt, zeigen Filme wie VAMPIRE NATION und 30 DAYS OF NIGHT.

HEXEN

Während die kinderfressende Ur-Hexe aus HÄNSEL UND GRETEL zweifelsohne Bad Ass war, wartete schon DER ZAUBERER VON OZ mit guten und bösen Hexen auf. Vermutlich war Emma Watson in den HARRY POTTER – Filmen tatsächlich die bekannteste Hexe, wer dieses Jahr LORDS OF SALEM und AMERICAN HORROR STORY: COVEN gesehen hat, weiß aber, dass wir uns um die Zukunft der Hexen keine Gedanken machen müssen.

AUSSERIRDISCHE

Außerirdische wurden in früheren Zeiten nur selten als nette Besucher beschrieben, aber gerade der hier abgebildete ALIEN (1979) wird von zwei bekannten Filmen flankiert, in denen die Außerirdischen als echte Kumpeltypen rüberkommen: UNHEIMLICHE BEGEGNUNG DER DRITTEN ART (1977) und E.T. (1982). Tatsächlich dürfte gerne mal wieder eine richtig fiese Kreatur von outer space daherkommen, man darf aber nicht vergessen, dass Filme wie ATTACK THE BLOCK und STORAGE 24 neuer sind als der abgebildete AVATAR.

WERWÖLFE

Ich würde gerne sagen, dass es den Werwölfen, den echten Werwölfen, gut geht, aber das wäre gelogen. Nicht nur Silberkugeln haben den Bestand dezimiert, auch der Mainstream hat zugeschlagen. Die brutal schlecht animierten TWILIGHT-Wölfe sind sicher der Tiefpunkt, THE HOWLING: REBORN ist aber ebenfalls eine Frechheit und auch die UNDERWORLD-Filme oder das WOLFMAN-Remake konnten nur bedingt überzeugen.
Immerhin, in CABIN IN THE WOODS, wo natürlich alle Arten von Monster auftauchen, erleben wir einen bösen Wolf, das aber eher nebenbei und es ist aber nicht zu verleugnen, dass das Genre ein paar neue Ideen gebrauchen könnte.

Fassen wir zusammen: Um Zombies, Vampire und Hexen müssen wir uns keine Sorgen machen, Außerirdische werden auch in Zukunft mal nett, mal übellaunig sein und Werwölfe nehmen sich im Moment eine Auszeit. Alles in allem keine üble Bilanz, die in unserem Bild auch so aussehen könnte:

Horrorfilme

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