News und Interview: ShC – Clip zu Chromeskull: Laid to Rest 2

Die Band ShC (Secondhand Child) gehört noch nicht zu den dicken Namen im Business. Da ist es umso überraschender, dass sie es als erste schweizerische Band ohne Unterstützung eines Labels auf den Soundtrack eines US-Films geschafft haben.
Der Film heißt CHROMESKULL: LAID TO REST 2 und wird ab 25.11.11 auf DVD zu haben sein.

Für uns Grund genug, den dazugehörigen Clip mitzupräsentieren, zumal die härtere musikalische Gangart von ShC bei nicht wenigen Horrorfans auf Gegenliebe stossen könnte.

Um mehr über die Hintergründe zu erfahren, haben wir uns außerdem Sänger K zu einem kurzen Interview geschnappt…dass „kurz“ relativ „lang“ sein kann, zeigt sich mal wieder, wenn man es mit einem echten Horrorfan zu tun hat.
Dazu mehr weiter unten. Hier ist erst einmal der fertige Clip:

INTERVIEW

Mick: Wie kommt man als noch relativ unbekannte Band aus der Schweiz auf den Soundtrack eines US-Films?

K: Mit Arbeit und Glück: Zum einen haben wir Glück, dass unser Manager Nando Rohner es geschafft hat, den Kontakt zu Robert Hall herzustellen. Nachdem dieser sich ein paar Songs von uns angehört hat, und diese ihm gefallen haben, boten wir an, einen Song zum zweiten Teil von „Laid To Rest“ zu schreiben. Wir machten uns unter Zeitdruck an die Arbeit und hatten abermals das Glück, dass der Song Robert Hall so gut gefiel, dass er ihn auch im Film bzw. Abspann eingesetzt hat.
Mick: Wusstet ihr beim Schreiben des Songs, worum es im Film geht, habt ihr ihn sogar vorher gesehen und gibt es einen textlichen Bezug zum Film?

K: „Laid To Rest“ war der allererste Songtext, den ich zusammen mit Stevie (Anm: Ebenfalls Gesang bei ShC) geschrieben hatte. Dazu haben wir uns den ersten LAID TO REST-Film zusammen angesehen, und dann versucht, das Gesehene als Song zu interpretieren. Die grösste Schwierigkeit war, dass wir nicht wussten, was in der Fortsetzung passiert, weswegen wir uns auf das Wesentliche konzentriert haben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Den Text haben wir dann so geschrieben, als wäre Stevie eines der Opfer und ich ChromeSkull höchstpersönlich. Das Ganze ist somit eine Art Dialog zwischen Killer und Opfer, wobei der Name ChromeSkull, seine Messer, seine spiegelnde Maske und natürlich seine Tätigkeit als Mörder die zentralen Elemente darstellen.
Mick: Wie steht ihr ansonsten zum Thema Horror(filme)? War die Geschichte gewissermaßen eine Herzensangelegenheit oder doch eher die x-beliebige Chance irgendwo seinen Namen ins Spiel zu bringen?

K: Ich selbst bin ein sehr grosser Horrorfilm-Fan! Ich liebe die SAW-Reihe genau so, wie die Slasher der 80er Jahre. Solche Ikonen des Genres, wie Jason Voorhees, Michael Myers und Freddy Krüger haben mich in meiner Jugend, und sogar bis heute noch, begleitet. Mit ChromeSkull erschuf Robert Hall meiner Meinung nach einen würdigen, modernen Vertreter dieser fiktiven Slasher-Figuren. Im Grunde genommen kann man ihn als einen eleganten Hybrid aus Jason und Michael ansehen, welcher -passend zum YouTube-Zeitalter – alles mit einer auf der Schulter angebrachten Videokamera mitfilmt. Dabei bleibt er immer still und kommuniziert praktisch ausschliesslich via SMS mit seinen Opfern, was ihn ebenfalls modern erscheinen lässt. Nick Principe verleiht dem Charakter dazu mit seiner Körpersprache auch noch die nötige physische Präsenz, wodurch seine Erscheinung umso furchteinflössender wirkt. Der erste Teil mag somit zwar in Sachen Handlung und Darsteller seine kleinen, im Slasher-Genre vernachlässigbaren, Mängel haben, aber in Sachen Konsequenz und Effekte, gab es in den letzten 10 Jahren nur wenige Slasher, die LAID TO REST das Wasser reichen können. Wenn man bedenkt, was mit dem Reboot zu FREITAG DER 13. aus Jason Voorhees gemacht wurde, kann man nicht anders, als solchen Regisseuren, zu denen Robert Hall eindeutig gehört, ein großes Lob auszusprechen. Er beugt sich nicht dem Mainstream-Kino, sondern gibt dem Slasher-Fan genau das, was er will, und holt dabei alles aus den ihm zur Verfügung stehenden Mitteln heraus!

Aber ich schweife ab…im Grunde genommen, war es für die Band und mich tatsächlich schon immer ein Wunsch, einen Song zu einem internationalen Film beisteuern zu können. Einerseits, weil es einfach ein sehr tolles Gefühl ist, wenn man als Filmfan einen Film ansieht und darin die eigene Musik hört, und andererseits natürlich auch, weil dies für viel Aufmerksamkeit sorgen kann. Dass es nun ein Horrorfilm geworden ist, passt mir persönlich umso mehr, und dass es ausgerechnet CHROMESKULL: LAID TO REST 2 wurde, ist einfach fantastisch! Zwar hatten wir uns nicht auf einen bestimmten Film fixiert, und Nando hatte mit mehreren Regisseuren Kontakt, doch mit Robert Hall passte es einfach auf Anhieb! Er hat uns vollkommene künstlerische Freiheit gelassen, und wir hatten riesigen Spaß am Songwriting und den Dreharbeiten zum Videoclip. Ein spezielles Dankeschön geht auch an V.O. Pulver, welcher sich im Februar extra zwei Tage Zeit nahm, um den Song bei sich im Little Creek Studio aufzunehmen und zu produzieren.
Mick: Wenn man durch den Clip / den Film auf euch aufmerksam wurde, wie kann man mehr über euch erfahren und eure Musik normalerweise hören?

K: Mehr über uns erfahren kann man ganz einfach, indem man auf unsere Homepage (www.secondhandchild.ch) geht. Dort steht eigentlich alles Wichtige und man findet auch die Links zu unseren jeweiligen Facebook-, MySpace-, Restorm- und MX3-Seiten, wo man teilweise auch in Songs reinhören kann. Auch erfährt man dort natürlich immer, wann wir ein Konzert spielen, und welche Bühne in welchem Club dabei genau mit Kunstblut eingesaut wird. Ansonsten kann man natürlich noch immer unser erstes Album „What Do You Live For?“ kaufen, und die Wartezeit bis zu „Chapter One: Spontaneous Human Combustion“ ist ja auch nicht mehr so lang. 😉

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