Die Vorstellung, von jemandem bedingungslos begehrt zu werden, gilt in vielen Geschichten noch immer als höchster Beweis für Liebe. Horrorfilme drehen diese Idee jedoch gern einmal um und betrachten sie aus einem anderen Winkel. Plötzlich wirkt dieselbe Hingabe nicht mehr schmeichelhaft, sondern unheimlich und verstörend.
Einen ersten Eindruck vom psychologischen Supernatural-Horror OBSESSION von Blumhouse-Atomic Monster, bekommen wir durch den neuen Trailer, den Blumhouse veröffentlicht hat.
Darum geht es in OBSESSION
Im Zentrum der Handlung steht Bear, gespielt von Michael Johnston (TEEN WOLF), ein Angestellter in einem Musikgeschäft und seit Jahren hoffnungslos in seine Kollegin Nikki verliebt, verkörpert von Inde Navarrette (TOTE MÄDCHEN LÜGEN NICHT). In einem Kuriositätenladen stößt er auf ein mysteriöses Spielzeug namens „One Wish Willow“, das Wünsche erfüllen soll. Der Wunsch geht in Erfüllung. Nikki entwickelt plötzlich eine obsessive Zuneigung zu Bear, und was zunächst wie die Erfüllung einer lang gehegten Fantasie wirkt, verwandelt sich rasch in einen Albtraum aus Kontrolle, Angst und psychischer Zersetzung. Nikkis Persönlichkeit verändert sich zunehmend, ihre Autonomie scheint von einer bösartigen Macht unterwandert zu werden, die nicht weniger will als totale Vereinnahmung. OBSESSION erzählt diesen Prozess als schleichenden Horror, bei dem Liebe nicht rettet, sondern verschlingt.
Wenn du mehr wissen willst: wir haben bereits über OBSESSION berichtet, den Artikel findest du hier.
Zerstörerische Liebe im Horrorfilm
Auffällig ist, dass romantische Obsession im Horror gerade eine kleine Renaissance erlebt. Das Motiv ist natürlich alles andere als neu, doch in den letzten Jahren taucht es auffallend häufig wieder auf. Moderne Horrorfilme verbinden zunehmend intime Beziehungen mit körperlichem oder psychologischem Horror und erzählen Liebesgeschichten, die buchstäblich monströse Formen annehmen. Zum Beispiel in TOGETHER, Fresh, THE LOVED ONES, oder RENN LIEBLING RENN (im Original RUN SWEETHEART RUN).
Das Übernatürliche, das in OBSESSION hinzukommt, könnte dabei als Verstärker fungieren. Es hat das Potenzial sichtbar zu machen, was in vielen Beziehungen ohnehin im Kleinen existiert. Der Horror entsteht dann weniger aus dem Fluch oder dem Dämon selbst, sondern aus der Erkenntnis, dass obsessive Liebe letztlich eine sehr menschliche Eigenschaft ist. Das Monster steht also nicht unbedingt vor der Tür. Es sitzt im Zweifel schon mit am Tisch.
OBSESSION: Vom Microbudget zum Millionendeal
Der vielleicht bemerkenswerteste Punkt ist der finanzielle Sprung dieses Projekts. OBSESSION wurde mit einem Budget von gerade einmal etwa einer Million Dollar produziert. Das ist für einen Film, der anschließend von einem großen Studioverleiher gekauft wurde, beinahe lächerlich wenig. Beim Toronto International Film Festival entwickelte sich der Film zu einem der begehrteren Genre-Titel. Kurz nach der Premiere stieg Focus Features in exklusive Verhandlungen ein und sicherte sich schließlich die weltweiten Vertriebsrechte für mehr als 15 Millionen Dollar. Für einen Microbudget-Horror ist das ein ziemlich sportlicher Multiplikator.
OBSESSION auf Festival-Tour
Der Festivalweg des Films ist ebenfalls erwähnenswert. Nach dem Toronto International Film Festival 2025, landete OBSESSION auf dem zweiten Platz beim Publikumspreis dieser Sektion. Anschließend wurde er unter anderem für das Sitges Film Festival nominiert und später auch beim SXSW-Festival gezeigt, was ihm eine solide Runde durch die Genre-Festivalwelt verschaffte.
Starttermin und Ausblick
Der Kinostart ist bei uns für den 21. Mai 2026 vorgesehen.
Die ersten Kritikerreaktionen fielen erstaunlich wohlwollend aus. Man könnte also sagen, dass ein Film über obsessive Liebe derzeit selbst eine ziemlich gesunde Portion Zuneigung vom Publikum erhält. Schau dir den Trailer an und entscheide selbst, ob du dich in OBSESSION verliebst.
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