Man kennt sie. Große behaarte Kreaturen, an deren Existenz eine Gruppe von Menschen glaubt, für die es aber keine wissenschaftlichen Beweise gibt. Das Creature Feature HIS MONSTER nutzt Horror zwar als Metapher für Trauer und Sucht, liefert aber auch ein monströses Wesen.
Der Film zeigt Gabriel Casdorph (DEADSTREAM), in der Rolle eines kämpfenden Alkoholikers, der deswegen seine Familie verloren hat. Als seine kleine Tochter auf mysteriöse Weise ins Meer gezogen wird, denkt er, ein Monster habe sie angegriffen, doch keiner glaubt ihm. Casdorphs Figur James Streeter irrt daraufhin von Schuldgefühlen und Verlust geplagt allein durch die umliegenden Wälder, um Antworten zu finden. Doch er findet nichts und seine Verzweiflung wächst. Als Menschen in seiner Umgebung tot aufgefunden werden, erkennt James, dass er vielleicht der Einzige ist, der versteht, was die Gemeinde wirklich heimsucht – und niemand glaubt ihm.
Schauen wir uns die im Film beschriebene Kreatur etwas näher an. Im Gegensatz zum Sasquatch (Bigfoot), das wilde Primaten-Mensch-Hybridwesen, das Wanderer und Jäger in Nordamerika immer wieder gesichtet haben, ist das Monster im Film nicht gerade friedfertig. Es handelt sich um den Shōjō, eine mythologische Gestalt aus der japanischen Folklore. Traditionell wird er als affenähnliches Wesen mit langem, wallendem rotem Haar dargestellt und soll an Küsten leben. Sein auffälligstes Merkmal ist allerdings weniger sein Aussehen als sein Verhalten. Shōjō gelten als unverbesserliche Trinker. In vielen Geschichten lieben sie Sake (Reiswein) über alles. Düstere regionale Legenden erzählen, dass manche Shōjō Menschen ins Wasser locken. Wenn sie Gier oder Respektlosigkeit wittern, werden sie gefährlich. Auf einer symbolischen Ebene stehen Shōjō oft für Versuchung, Exzess, oder das Überschreiten von Grenzen.
Ohoh, unser Freund James steckt richtig tief im Mist, würde ich sagen.
Mit HIS MONSTER hat Danny Cannon sein erstes Drehbuch für einen Langfilm geschrieben und führte auch Regie. Bislang war er als Regisseur und Produzent hauptsächlich für verschiedene Fernsehserien tätig, unter anderem für CSI: VEGAS. Cannon spricht von vielseitigen Einflüssen die in den Film hineinspielten. Seine Liebe zu praktischen Effekten, die Werke von Guillermo del Toro, sowie AKTE X, insbesondere die Episoden mit dem Monster der Woche.
Der Film HIS MONSTER wurde als bester Film auf dem Old Towne Festival ausgezeichnet und wurde seitdem auf zahlreichen internationalen Festivals gezeigt. Nächsten Monat wird er von EuroObscura auf dem Europäischen Filmmarkt in Berlin den Käufern vorgestellt.







