Classic-Review: DER BLOB (1988)

Der Blob
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.5

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8.5/10 (2)

Darsteller: Kevin Dillon, Shawnee Smith, Donovan Leitch, Jeffrey DeMunn, Candy Clark, Joe Seneca u.a.
Regie: Chuck Russell
Drehbuch: Chuck Russell, Frank Darabont
Länge: 91 Min.
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: Kino: 20.10.1988; DVD: 06.11.2001
Verleih/ Vertrieb: Columbia
FSK: ab 18

„Nun, Ihr Meteor hat wirklich etwas gebracht. Und wenn es tatsächlich eine Bakterie ist, dann ist es das widerlichste Miststück, das ich je gesehen hab!“

Die Geschichte ist ein ziemlich geradliniges B-Movie-Szenario:

Ein Meteor stürzt in der Nähe der kleinen Stadt Arborville ab. Dieser Absturz wird von einem Landstreicher beobachtet, der sich neugierig der Stelle nähert und mit einem Stock in der gallertartigen Masse herumstochert. Blitzschnell kriecht ein Teil dieser klebrigen Flüssigkeit am Stock hoch und umschließt seine Hand. Rasend vor Schmerz rennt er auf die Straße und wird von einem Auto angefahren. Paul (Donovan Leitch), Meg (Shawnee Smith) und Brian (Kevin Dillon) fahren den Mann ins Krankenhaus. Als Paul nach ihm sehen will und die Bettdecke zurückschlägt, ist der Landstreicher fast vom Schleim zersetzt worden. Panisch will Paul telefonisch Hilfe anfordern, als auch er von der nun deutlich gewachsenen Schleimmasse bestialisch getötet wird. Meg und Brian schließen sich, zunächst widerwillig, zusammen, um die Kleinstadt und deren Bewohner vor dem mordlustigen und immer größer werdenden Weltraum-Gelee zu beschützen.

Unterschiede zum Original DER BLOB

1958 wurde THE BLOB von Regisseur Irvin Yeaworth als Double-Feature mit I MARRIED A MONSTER FROM OUTER SPACE vertrieben. Die Handlung dreht sich um ein außerirdisches amöboides Wesen, das in einem Meteoriten enthalten ist, der auf der Erde abstürzt. Das Wesen ist ätzend und tödlich und wird immer größer, stärker und aggressiver, nachdem es seine Opfer verschlungen hat. Steve McQueen spielt Steve Andrews, einen Teenager, der sich mit seiner großen Liebe (Aneta Corsaut) zusammentut, um das Monster zu besiegen und ihre Heimatstadt zu retten. Mit einem Budget von 110.000 Dollar und in 31 Tagen abgedreht, verließ sich das Special-Effects-Team stark auf eine Mischung aus Silikon und rotem Pflanzenfarbstoff, während andere Szenen mit einem Sperrballon gedreht wurden, der mit rotem Schleim bedeckt war. Während die meisten Sci-Fi-Horrorfilme der 50er Jahre Männer in Monsteranzügen zeigten, war THE BLOB erfrischend einzigartig.

Das Remake von DER BLOB ist ein Paradebeispiel dafür, wie man eine originelle Storyline beibehält (auch wenn man die Kreatur von einem Alien zu einer biologischen Waffe umfunktionierte) und gleichzeitig die visuelle Wirkung innerhalb des Creature-Feature-Genres steigert. Das neue Monster bewegt sich schneller, ist wilder, und sowohl die Themen als auch die Effekte sind eine Quintessenz der Zeiten, in denen Gore und praktische Effekte regierten. In einem Zeitalter von zunehmend gesättigten CGI, mag die Vorstellung von praktischen Effekten für einige veraltet sein, aber für andere ist es ein Beweis für die Kunst des Kinos und erlaubt dem Publikum, authentischere Schrecken zu erleben. Als unterschätztes und blutiges Juwel verdient DER BLOB seinen Platz unter den Horrorfilmen der 80er Jahre, um in Erinnerung zu bleiben.

In der Tat hat man das Gefühl, dass Chuck Russell (DREAMSCAPE-HÖLLISCHE TRÄUME, NIGHTMARE III-FREDDY KRÜGER LEBT, DIE MASKE) und Frank Darabont (DIE VERURTEILTEN, THE GREEN MILE, DER NEBEL, THE WALKING DEAD) es sehr genießen, den BLOB in einer konformistischen, amerikanischen Stadt Amok laufen zu lassen. Es ist außergewöhnlich, dass der gesündeste, gutaussehende Charakter Paul, als einer der ersten stirbt und den Film in die Hände von Außenseiter Kevin Dillons legt. Ebenso sind die verschiedenen Autoritätsfiguren, von einem bibelfesten Reverend, über einen Wissenschaftler der Regierung, bis hin zu verschiedenen Soldaten, entweder verrückt, unzuverlässig, nutzlos oder eine Kombination dieser drei Eigenschaften.

DER BLOB ist von einem ähnlichen Zynismus der 80er Jahre durchdrungen wie etwa ROBOCOP, was dem Film eine ganz andere Note verleiht, als die Paranoia des Kalten Krieges im Original. Damals neigten Filme dazu, den Eindruck zu erwecken, dass es dem weißen Amerika gut gehen würde, wenn da nicht diese lästigen, eindringenden Kommunisten wären. 1988 ist es die Konformität, die die wahre, schleichende Bedrohung darstellt.

DER BLOB: Effekte, Effekte und nochmals Effekte

DER BLOB wurde von den Creature-Effects-Könnern Lyle Conway und Stuart Ziff sowie Tony Gardner (VERDAMMT DIE ZOMBIES KOMMEN, DARKMAN, ARMEE DER FINSTERNIS, ZOMBIELAND, ZOMBIELAND: DOPPELT HÄLT BESSER) realisiert, wobei die Postproduktion von Greg Jein, Dream Quest und All Effects durchgeführt wurde. Die verschiedenen Teams arbeiteten in einer ehemaligen Autoreparaturwerkstatt, die passenderweise „The Blob Shop“ getauft wurde.

Eine der ersten und auch besten Tötungsszene ist die, in der Paul im Krankenhaus von dem klebrigen Killer verschluckt wird. Der Effekt sieht aus, als sei er in schlabberigem, elastischem Riesenkaugummi gefangen, während sich sein Gesicht zu eine Art Urschrei verzieht. Um den Effekt zu erzielen, ging Gardner zu einer Firma namens Image Masters, um den Schauspieler vom Schlüsselbein aufwärts scannen zu lassen. Die Informationen wurden in einen Computer eingespeist, der wie eine Drehbank funktionierte und Koordinaten in eine 3-Dimensionalität auf Schnitzwachs generierte, um eine 6-Zoll-Büste herzustellen. Später wurde sie in DER BLOB eingesetzt, um den Effekt eines halb verschlungenen Körpers zu erzielen.

Fazit:

DER BLOB ist nicht nur urkomisch und schafft nicht nur den Raum für einige der großartigsten Kills aller Zeiten – er nimmt sich auch die Zeit, die drei Hauptdarsteller zu entwickeln und auszubauen: Shawnee Smith, Kevin Dillon und Kevin Dillons Vokuhila.

Der Film ist ein leuchtendes Beispiel für den Horror der 1980er Jahre und einer der unterhaltsamsten Filme, die jemals aus diesem Genre hervorgegangen sind. Der Blob selbst ist das beeindruckendste Mitglied der Besetzung, eine wirklich clevere Kreation, die mindestens so vielseitig wie ekelerregend daherkommt.

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