Classic-Review: POLTERGEIST (1982)

Poltergeist, 1982
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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10/10 (1)

Darsteller: Craig T. Nelson, JoBeth Williams, Heather O'Rourke, Zelda Rubinstein
Regie: Tobe Hooper
Drehbuch: Steven Spielberg, Michael Grais, Mark Victor
Länge: 109 min
Land:
Genre:
Veröffentlichung: Kinopremiere: 23.09.1982
Verleih/ Vertrieb: Warner Home Video
FSK: ab 16

„Sie sind hier!“

Was fällt euch als Erstes ein, wenn ihr euch ein Spukhaus vorstellt? Ihr denkt wahrscheinlich an knarrende Türen und Böden, zerbrochene Fenster und durchhängende Veranden, aber in Tobe Hoopers POLTERGEIST ist dieses Haus brandneu.

Story:

Der Film beginnt, während im TV die amerikanische Nationalhymne ausläuft. Die 5-jährige Carol Ann (Heather O’Rourke) lässt sich unbemerkt von ihren schlafenden Eltern vor dem flackernden Monitor nieder und führt eine leise Unterhaltung mit einem unsichtbaren Wesen im TV. Ab diesem Zeitpunkt geschehen seltsame Dinge: Stühle werden vom Tisch weggeschoben oder in einem prekären Stapel balanciert auf dem Tisch gefunden, obwohl die Mutter (JoBeth Williams) ihr nur für eine Sekunde den Rücken zugewandt hatte. Weitere äußerst gruselige Ereignisse finden statt, bevor Carol Ann in den Schrank gesaugt und ihr Bruder beinahe von einem großen, hohlen Baum gefressen wird.

Die Eltern Diane (JoBeth Williams) und Steven Freeling (Craig T. Nelson) ziehen eine Expertin (Beatrice Straight) zu Rate, die zusammen mit ihren Mitarbeitern zu dem Schluss kommt, dass es in ihrem Haus spukt und dass nur eine Person helfen kann, Carol Ann zu retten: eine zierliche Hellseherin Tangina (Zelda Rubinstein), die die Familie davon überzeugen muss, auf ihre Anweisungen zu hören, oder damit rechnen muss, ihre Tochter für immer zu verlieren.

Der Fernseher ist (nicht) der beste Babysitter

POLTERGEIST konzentriert sich auf eine amerikanische Familie in den frühen 1980er Jahren und spielt mit den inzwischen eingefahrenen Konventionen des Genres als scheinbar bösartigem Einfluss auf das neu gebaute Haus. Wie bei INSIDIOUS gibt es paranormale Ermittler, die sich zunächst vage verspotten lassen, aber wirklich wissen, wovon sie reden. POLTERGEIST nimmt auch Erinnerungen an die Kindheit mit, sei es ein geliebtes Haustier, das sich seltsam verhält, der Schatten eines Baumes oder das seltsame Rauschen des Fernsehens, und erweckt diese Kindheitstraumata wieder zum Leben. In seiner grundlegendsten Form ist der Film eine Warnung vor den Gefahren, die von Kindern ausgehen, die zu viel fernsehen.  Aber das Vermächtnis von POLTERGEIST mit seinen beiden weniger erfolgreichen Fortsetzungen und dem berüchtigten Fluch, der auf der Besetzung lastet, schmälert nicht das, was einen der am besten gemachten Spukhausfilme der Moderne ausmacht.

Zum Nachdenken anregend, einzigartig, einprägsam und mit einer beeindruckenden Ausgewogenheit von Ton und Botschaft ist POLTERGEIST ein Horrorklassiker und einer der besten Mainstream-Filme der 80er Jahre.

Good to know

Die wirklich interessante Geschichte von POLTERGEIST liegt jedoch eher in seiner Entstehung als in seiner Erzählung. Als die Zuschauer den Film zum ersten Mal sahen, wurden sie mit einem gut gemachten, gruseligen Horrorfilm verwöhnt. Aber vielleicht haben sie auf den ersten Blick nicht bemerkt, wie „spielbergisch“ der Film tatsächlich war. Auch wenn die Anerkennung für die Regie stets Tobe Hooper  (BLUTGERICHT IN TEXAS, BRENNEN MUSS SALEM, LIFEFORCE – DIE TÖDLICHE BEDROHUNG) zuteil wurde, gab es von Anfang an Gerüchte über Steven Spielbergs (DER WEISSE HAI, SCHINDLERS LISTE, DER SOLDAT JAMES RYAN) verstärkte Beteiligung an den Dreharbeiten. Er wird offiziell nur als Produzent und Drehbuchautor anerkannt und besteht darauf, dass Hooper, obwohl er kreativ mithalf und die meiste Zeit am Set war, offiziell die Regie für den Film übernahm.

Für die matschige Pool-Szene, in der das Haus kollabiert und Särge aus dem Erdboden schießen, wurden echte Skelette verwendet.

Es hagelte Auszeichnungen für POLTERGEIST

Der Komponist Jerry Goldsmith (PLANET DER AFFEN (1968) DAS OMEN (1976), HOLLOW MAN – UNSICHTBARE GEFAHR), gewann einen Oscar für die Filmmusik. Neben weiteren zahlreichen Nominierungen, konnte POLTERGEIST drei Saturn Awards, als bester Horrorfilm, bestes Make-up und Zelda Rubinstein als beste Nebendarstellerin einsacken. Einen BAFTA Award gab es für die besten Spezialeffekte, die von einem ganzen Team von Veteranen geschaffen wurden, darunter Bruce Nicholson (DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK und JÄGER DES VERLORENEN SCHATZES) und Richard Edlund (KRIEG DER STERNE, ALIEN 3, SPECIES).

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