Classic-Review: DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT (1982)

ding
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.0

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9/10 (2)

Darsteller: Kurt Russell, Keith David, Wilford Brimley, David Clennon, Richard Dysart
Regie: John Carpenter
Drehbuch: William (Bill) Lancaster
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 1982
Verleih/ Vertrieb: Universal
FSK: ab 16

„Verdammte Schweden!“
„Norweger, Mac, Norweger!“

Durch KRIEG DER STERNE von 1977 wurde der Science-Fiction-Film wieder salonfähig. 1978 gelang es Philip Kaufman mit seinem Remake von DIE KÖRPERFRESSER KOMMEN, den bis dato eher familientauglichen Ruf des Sci-Fi Films ein anderes Image zu verpassen. Ein Jahr später setzte Ridley Scott mit ALIEN noch einen drauf und lies ein von HR Giger designtes, säurespuckendes Monster auf die Zuschauer los.  1982 kam das Jahr der Blockbuster: Von E.T. – DER AUSSERIRDISCHE über TOOTSIE und RAMBO strahlten die Kinos mehr oder weniger erfolgreiche Sci-Fi Horrorfilme aus, unter anderem DAS DING AUS DEM SUMPF, BLADE RUNNER, XTRO, TRON, STAR TREK II, POLTERGEIST und natürlich auch DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT über den wir heute sprechen möchten.das ding aus einer anderen Welt review

Inhalt:
Ein Hund wird massiv aus einem norwegischen Hubschrauber beschossen und bahnt sich seinen Rettungsweg durch die antarktische Eiswüste in eine amerikanische Forschungsstation. Die 12 dort arbeitenden Forscher staunen nicht schlecht, als dem Helikopter ein bewaffneter Mann entsteigt und ohne Vorwarnung weitere Schüsse auf den Hund abgibt. Als er versehentlich einem Amerikaner ins Bein schießt, wird er mit einem gezielten Schuss ins Jenseits befördert, der zweite Norweger sprengt sich per versehentlich gezündeter Handgranate mitsamt dem Hubschrauber selbst in die Luft. Um diesem merkwürdigen Vorfall auf den Grund zu gehen, fliegen Pilot MacReady (Kurt Russell) und der Forscher Copper (Richard Dysart) zu der norwegischen Station.
Dort finden sie Videos, entstellte Leichen und einen Eisblock vor, aus dem augenscheinlich kurz vorher etwas ausgebrochen ist. Wieder in ihrer Forschungsstation angekommen, werden die Videobotschaften analysiert und auch ein deformierter Leichnam untersucht. Die daraus resultierende Erkenntnis kommt jedoch zu spät! Der infizierte Hund, der der norwegischen Basis entkam, hat bereits die Station unterwandert. Ein mörderischer Kampf, gepaart mit Misstrauen und Panik, entbrennt in den Gängen vom Außenposten 31 und ein jeder hier fragt sich: Wie erkennt man den Feind, der bestens getarnt in jedem lauern könnte?das ding aus einer anderen Welt kritik

Unter dem Pseudonym Don A Stuart veröffentlichte der Schriftsteller John W. Campbell Jr. im Sci-Fi-Magazin „Astounding“ im August 1938 seine Kurzgeschichte „Who Goes There“, welche 1951 zum ersten Mal und überhaupt nicht vorlagengetreu von Christian Nyby verfilmt wurde. Aus heutiger Sicht wirkt „Das Ding“ in der alten Verfilmung unfreiwillig komisch, mutet es doch eher einem infizierten Frankenstein-Monster-Kaktus, denn einer außerirdischen Lebensform an und ist zudem nicht in der Lage sich zu verwandeln.
„Who Goes There“ weist einige Parallelen zu der Horrorgeschichte „Berge des Wahnsinns“ von H.P. Lovecraft aus dem Jahre 1931 auf, die ebenfalls im Magazin „Astounding“ erschien, dessen Herausgeber Campbell Jr. von 1938 bis zu seinem Tode 1971 war. Nun könnte man glatt anfangen zu munkeln…

Blicken wir wieder ins Jahr 1982. Damit die Handlung für das Remake zeitgemäßer und auch breiter aufgestellt werden konnte, beauftragte Carpenter den Sohn von Schauspiellegende Burt Lancaster, William „Bill“ Lancaster, aus der Geschichte ein spannendes Drehbuch zu klöppeln. Sein Original Drehbuchende, MacReady und Giles sind infiziert, wurde verworfen. Allerdings rätselt die Fangemeinde bis heute, ob und vor allem welcher der beiden Überlebenden noch er selbst ist.

Für die grandiosen Creature effects zeichnet sich Rob Bottin verantwortlich, der zuvor schon mit John Carpenter in seinem Film THE FOG – NEBEL DES GRAUENS zusammenarbeitete und neben seiner Maskenarbeit auch in die Rolle des Piraten Blake schlüpfte. Die Special FX folgender Filme gehen ebenfalls auf sein Konto: THE HOWLING, ROBOCOP, LEGENDE, DIE HEXEN VON EASTWICK, TOTAL RECALL, SIEBEN und FIGHT CLUB.das ding aus einer anderen Welt kritik

Musikalisch untermalt wurde der Film von Ennio Morricone, der bereits in den 60er Jahren die Italowestern SPIEL MIR DAS LIED VOM TOD und ZWEI GLORREICHE HALUNKEN durch seine stilistischen Kompositionen neu in Szene setzte. Da seine Stücke in DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT jedoch in einigen Szenen unpassend erschienen, komponierte Carpenter noch eigene hinzu, jedoch ohne dafür im Abspann genannt zu werden. Morricones musikalische Werke finden sich in über 500 Filmen wieder und neben den zahlreichen Nominierungen und Auszeichnungen wurde seine Filmmusik ausgerechnet für DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT für die Goldene Himbeere, den Anti-Oscar, nominiert. Shit happens!

Auf der Besetzungscouch sollten anfangs große Namen wie Christopher Walken, Nick Nolte, Jeff Bridges, Ed Harris, Tom Berenger und Sam Shepard platziert werden. Aus unterschiedlichsten Gründen, die von „Ich möchte in keinem Monsterfilm mitspielen“, bis hin zu extremen Gagenforderungen reichten, konnte man jedoch nicht auf einen Nenner kommen und legte den Focus glücklicherweise auf den jetzigen Cast, der ausgezeichnet miteinander harmoniert. Allen voran glänzen Kurt Russell, DIE KLAPPERSCHLANGE, DEATH PROOF, THE HATEFUL EIGHT, BONE TOMAHAWK, als Mac Ready, ein Jim Beam saufender und angeödeter Pilot, der hier wieder ein wenig in die Rolle von Snake Plissken schlüpft, Keith David, PLATOON, SIE LEBEN, PITCH BLACK als Childs, ein eher bedachter und zurückhaltender Typ, der selbst in brenzligen Situationen einen kühlen Kopf bewahrt und schließlich Wilford Brimley, COCOON, COCOON – DIE RÜCKKEHR, als Blair, dem medizinischen Kopf der Truppe, der als erstes das Ausmaß der Bedrohung erkennt und entsprechende Vorkehrungen trifft.die besten winter-horrorfilme

DAS DING AUS EINER ANDEREN WELT floppte derzeit an den Kinokassen – ob es an E.T. oder den Gore-Effekten lag, kann man nur mutmaßen. Erst im Laufe der Zeit avancierte er zu einem Kultfilm. Zwei Jahre nach seinem Erscheinen landete er nach seiner VHS-Auswertung auf dem Index und war bis 2009 nur in der verstümmelten Version erhältlich. Ganze 8 Minuten und 48 Sekunden fielen der Schere zum Opfer.

Fazit: Ein furchteinflößendes und unglaublich atmosphärisches Stück Horrorgeschichte, das in keinem Filmregal fehlen sollte.

2011 erschien das Prequel THE THING, welches uns die Vorgeschichte der norwegischen Station erzählt. Dieses bleibt jedoch im Vergleich zum Original sehr blass und kann aufgrund der überzogenen CGI-Effekte nicht wirklich punkten.

 

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