Classic-Review: EVENT HORIZON (1997)

Event Horizon Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.0

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8.2/10 (6)

Darsteller: Laurence Fishburne, Sam Neill, Kathleen Quinlan
Regie: Paul W.S. Anderson
Drehbuch: Philip Eisner
Länge: 92 min
Land: ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 1997 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: Paramount
FSK: ab 16

 

Während manche Filme schon im Vorfeld gehypt werden und zum Kinostart die Säle füllen, wachsen andere erst mit den Jahren.
EVENT HORIZON sah ich 1997 in einem Kinosaal, der leerer war als das Weltall. Vier zahlende Gäste wollten an einem Freitagabend den Streifen sehen und während das wenig repräsentativ ist, spielte Paul W.S. Andersons Sci-Fi-Schocker auch global kaum mehr als die Hälfte dessen ein, was er gekostet hatte.
Mit der Zeit eroberte sich der Streifen aber einen ausgezeichneten Ruf in der Horrorwelt und gehört inzwischen zu den wenigen Werken, die kaum jemand so richtig doof findet.

Story:
Sieben Jahre ist es her, seit das von Dr. Weir konzipierte Raumschiff, die Event Horizon, verschwand.
Plötzlich taucht es wieder im All auf. Wo es in der Zwischenzeit war weiß niemand, aber Dr. Weir macht sich mit einem kleinen Team auf, um die Ursache zu ergründen.
Das was sie dort finden, katapultiert die Crew in die persönlichen Abgründe….und noch tiefer.

Zugegeben, auf den ersten Blick erinnert der Film an einen Hybrid aus ALIEN und HELLRAISER und Computerspieler werden sich sogar an den Game-Klassiker DOOM erinnert fühlen. Das sind aber immerhin gute Referenzen und ernsthafter Weltall-Horror ist bis heute eher eine Ausnahme (nein, es ist nicht ernsthaft, wenn man Jason oder Leprechauns ins All schickt).

An der Besetzung kann es kaum gelegen haben, dass EVENT HORIZON hinter den erhofften kommerziellen Erfolgen zurückblieb, denn Sam Neill (DIE MÄCHTE DES WAHNSINNS), Laurence Fishburne (MATRIX) und Kathleen Quinlan (THE HILLS HAVE EYES)  machen ihre Sache gut und die dunkle Optik wirkt auch heute noch unheimlich.
In die Jahre gekommen sind allerdings die CGI-Effekte, die doch allzu künstlich erscheinen.

EVENT HORIZON zählt zu der seltenen Kategorie von Filmen, die sowohl mit Schocks, als auch Atmosphäre, als auch Gewalt punkten. Gerade das Thema Gewalt ist aufgrund der Tatsache, dass hier die Tore zur Hölle aufgestoßen werden, nicht zu unterschätzen, allerdings übertrieben es die Macher seinerzeit so sehr, dass lange Sequenzen (inkl. einer Vergewaltigung mit einem Stahlrohr oder abgerissenen Brüsten) wieder entfernt wurden, um eine höhere Jugendschutzeinstufung zu umschiffen. Viele dieser Szenen sind heute leider verschollen.Event Horizon

Das was übrig bleibt, kann sich trotzdem sehen lassen und während der Film nie vorgibt mehr zu sein als ein unterhaltsamer Horrorfilm, lässt sich doch festhalten, dass der Teufel (kein Wortspiel) wie so oft im Detail steckt und beispielsweise die Namen der Event Horizon und dem Rettungsschiff „Lewis & Clark“ nicht zufällig gewählt wurden.
Die Figuren verfügen über eine Biographie, die sie  -ähnlich wie in FLATLINERS- im Laufe der Geschichte heimsuchen soll und zwar kein schweres Drama erzeugt, aber den Charakteren etwas Tiefe verleiht.

Fazit:
Fasst man EVENT HORIZON zusammen, wird klar, dass die Geschichte geschickt geklaut ist, sich die geliehenen Bausteine aber fast nahtlos zusammenfügen und auch ansonsten eine schwarze Mischung präsentiert wird, die wunderbar funktioniert und in Summe eine Individualität erlangt.
Abgesehen von den ollen Computereffekten, immer noch ein klasse Streifen!

 

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