Classic-Review: HITCHER, DER HIGHWAY KILLER (1986)

hitcher der highway killer
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Redaktion: 9.0

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9/10 (2)

Darsteller: Rutger Hauer, C. Thomas Howell, Jennifer Jason-Leigh, Jeffrey DeMunn
Regie: Robert Harmon
Drehbuch: Eric Red
Länge: 97 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 27. November 1986
FSK: ab 18

 

Sag vier Worte. Sag: „ICH MÖCHTE TOT SEIN!“

Manchmal sollte man doch den Rat seiner Mutter befolgen: Nimm nie einen Fremden in deinem Auto mit! Um während einer langen regnerischen Überlandfahrt nicht am Steuer einzuschlafen, nimmt Jim Halsey (C. Thomas Howell) den mysteriösen Anhalter John Ryder (Rutger Hauer) mit. Als der wortkarge Fremde ihn plötzlich mit einem Messer bedroht und grauenvolle Geschichten über seine bereits begangenen Morde erzählt, gelingt es Halsey, ihn aus dem fahrenden Auto zu werfen. Doch dieser kleine Triumph wird nur der Auftakt eines blutigen Katz-und-Maus-Spiels, denn Ryder will ihn „herausfordern“. Er tötet eine ganze Familie und schiebt Jim die Schuld in die Schuhe. Dieser wird von der Polizei festgenommen, kann aber mit Hilfe der jungen Diner-Bedienung Nash (Jennifer Jason-Leigh) flüchten. Jim sieht sich gezwungen, selbst immer illegalere Methoden anzuwenden, da ihm niemand Glauben schenkt. Erst, nachdem Ryder ein ganzes Polizeirevier ausgerottet und Nash buchstäblich in Stücke gerissen hat, gelingt es Jim, das fleischgewordene Grauen im Zweikampf zu töten.

Hitcher-1986-review

Der Tod fährt per Anhalter

HITCHER, DER HIGHWAY KILLER beginnt fast unvermittelt und steigt mehr oder weniger wortlos direkt ins Geschehen ein. Durch die psychologisch dichte Inszenierung, einer nervenaufreibenden Spannung und das intensive Spiel der Protagonisten fällt es hier nicht weiter ins Gewicht, dass die Story auf einen Bierdeckel Platz hat. John Ryder ist das personifizierte Böse, dabei lässig wie ein Bandit in einem Italo-Western. Mit wehendem Staubmantel, einem süffisanten Grinsen und dem Gewehr im Anschlag, zieht er die Fäden in einem höllischen Szenario. Jim Halsey dagegen wirkt erstmal wie die Unschuld vom Lande, tritt in jedes sich bietende Fettnäpfchen und riskiert dadurch seine Unschuld.

Der Regisseur Robert Harmon gibt sich bei Blut und Gewalt allerdings nicht besonders zeigefreudig, sondern überlässt die vielen grausigen Details lieber der Vorstellung der Zuschauer. Momente der Ruhe gibt es hier nur wenige, der Rest des Films besteht aus Flucht vor dem Killer und der Polizei. Dabei ist das Verhältnis zwischen Jägern und dem Gejagten ambivalent, was einen Großteil der Spannung ausmacht. Die Actionszenen sind handfest, gut getimt und perfekt inszeniert.

hitcher 1986 rezension

Rutger Hauer spielt hier, ungeachtet seiner Rolle als Replikant Roy Batty in Ridley Scotts Klassiker BLADE RUNNER, die Rolle seines Lebens, denn seine einzigartige Präsenz jenseits von Moral, Furcht und Gewissen, gelingt ihm, wie es kaum einem zweiten möglich gewesen wäre.

Selbst Babyface C. Thomas Howell, der anfänglich doch recht fehlbesetzt wirkt, vollzieht seine Metamorphose vom gehetzten Niemand zu einem gnadenlosen Jemand mit Bravour, die sogar sein authentisches Spiel als Ponyboy Curtis in Francis Ford Coppolas DIE OUTSIDER verblassen lässt.

Jennifer Jason Leigh (WEIBLICH, LEDIG, JUNG SUCHT…, THE MACHINIST), die auch im Jahr zuvor bereits mit Hauer im Film FLESH AND BLOOD von Paul Verhoeven vor der Kamera stand, bekleidet hier leider nur eine kleine Rolle, die ihr aber wie auf den Leib geschrieben wurde.hitcher hauer

Mit einem Budget von knapp 6 Mio. Dollar kann man nicht wirklich von einem B-Movie sprechen. THE HITCHER hat auch ein Alleinstellungsmerkmal: JEDE Verfolgungsjagd endet mit tollen Stunts auf einem staubigen Wüsten-Highway, welche sehr eindrucksvoll von dem australischen Kameramann John Seale (MAD MAX: FURY ROAD) in Szene gesetzt wurde.

Der Film ist ein sehr sehenswerter und wirkungsvoller Psychothriller mit Road-Movie Aspekten und gehört seit mehr als 30 Jahren zu den Slasher-Genreperlen und wurde 2012 endlich vom Index gestrichen.

Als Inspirationsquellen dienten die Twilight-Folge THE HITCH-HIKER aus dem Jahre 1961 und als Eröffnungsszene der Song “Riders on the Storm” von The Doors.

 

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