Review: 5 SEASONS (2014)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 1.0

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1.4/10 (45)

Darsteller: Verena Konietschke, Thomas Binder, Armin Barwich
Regie: Olaf Ittenbach
Drehbuch: Olaf Ittenbach
Land:
Genre: ,

5 SEASONS ist der neueste Film von Olaf Ittenbach und sorgte vor einigen Monaten für szeneinternen Social Media – Krach, als Kritik am Trailer laut wurde, was man auf Seiten der Macher nicht nachvollziehen konnte. Vielleicht muss es also erwähnt werden, dass dieses Review nicht dazu dient, die eine oder andere Partei zu unterstützen, schön reden lässt sich der Film aber trotzdem nicht.
Das ist zu einem großen Teil der Tatsache geschuldet, dass das was Ittenbach kann, nämlich für kleines Geld ansehnliche Gore-Effekte bauen, in der FSK 18 – Version kaum zu sehen ist.
Von etwa 20 entfernten Minuten ist die Rede. Man könnte also sagen, dass das Herzstück des Films entnommen wurde, was die Frage aufwirft, warum man sich 5 SEASONS überhaupt ansehen sollte.

Die Handlung um die Effekte herum ist jedenfalls kein Grund. Auch wenn man sich bemüht eine Selbstjustiz-Story im Stile von 7 DAYS zu erzählen, erleben wir hier doch kaum mehr als eine plumpe Aneinanderreihung von einzelnen Szenen, in der nacheinander verschiedene Kinderschänder/Mörder/Handlanger vor ein selbsternanntes Tribunal der Hinterbliebenen ihrer Opfer gestellt werden. Dort werden sie dann so lange gefoltert, bis sie gestehen und anschließend umgebracht.

Warum 7 DAYS trotz ebenfalls drastischer Gewaltdarstellung ohne Schnitte auskam? Weil man ihn ernst nehmen konnte und er zum Nachdenken anregte. Gewalt war weder für Protagonisten noch Zuschauer die richtige Wahl. In 5 SEASONS wird hingegen auf Bild-Zeitung Niveau klargestellt, dass Pädophile eine Glatze und Brille tragen, keine Frau abkriegen oder Geistliche sind und man ihnen mit seltsamen Folterwerkzeugen (Ist das ein Expander??) die Farbe von der Haube kratzen muss.

Was man von den 5 Racheengeln halten soll, die sich den Tätern „annehmen“, steht auf einem anderen Blatt. Würdet ihr auf High Heels zum Foltern gehen? Oder im knappen Lack-Oberteil zum Schlachten? Unbeeindruckt an eurer Fluppe ziehen, während ein Mensch (auch wenn es ein Mörder ist), grausam hingerichtet wird? Dafür dass es sich bei diesen Menschen um normale Bürger und nicht etwa CIA-Folterknechte oder Dominas handeln soll, wirkt all das mächtig unglaubwürdig.

Beeindruckend sind aber auch die Dialoge mit denen die Täter ihre Opfer anlocken und damit jedes echte Opfer verhöhnen, indem sie uns wissen lassen, dass ein Täter einen ihm unbekannten Teenie mit zwei Sätzen überall hinlocken kann…vorausgesetzt es gibt ein Eis. Das hat schon was von der alten Frage, warum denn hier Stroh liegt.

Wenn man über die handwerkliche Seite von 5 SEASONS spricht, ist natürlich klar, dass wir uns im Billigbereich bewegen und Abstriche gemacht werden müssen, Geld für ein Stativ sollte aber in gewissen Szenen trotzdem da sein und auch im Low Budget-Bereich kann man einen Abspann ohne zahlreiche Rechtschreibfehler erwarten. Darauf kommt es bei diesem Gesamtpaket aber auch nicht mehr an.

Nein, ernstnehmen kann man den Film trotz völligem Fehlen von Humor nicht und auch wenn am Ende ein kleiner Schlenker (die einzige Wendung) eingebaut ist, wirkt er doch wie der stumpfe und unreflektierte Wunsch nach brutaler Selbstjustiz.

Fazit: 5 SEASONS ist ein schwacher Film, der durch die Maßnahmen der Zensur unerträglich wird.

Achtung: fast alle im Trailer zu sehenden Gewalttaten sind im Film verschwunden

UPDATE: inzwischen ist auch der Trailer verschwunden….

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