Review: 7500 (2019)

7500 cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.5

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8/10 (1)

Darsteller: Passar Hariky, Omid Memar, Hicham Sebiai
Regie: Patrick Vollrath
Drehbuch: Patrick Vollrath, Senad Halilbasic
Länge: 88 min
Land: , ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 05. Juni 2020 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Leonine
FSK: ab 12

7500 ist ein Code, mit dem Piloten die Entführung ihrer Maschine melden.
Genau darum geht es im gleichnamigen Film, in dem ein Verkehrsflugzeug auf dem Weg von Berlin nach Paris in die Gewalt von  Hijackern gerät.

Story:
Es sollte ein normaler Flug für Co-Pilot Tobias Ellis, seine Kollegen und die Passagiere sein. Ellis Freundin ist als Flugbegleiterin mit an Bord und zunächst läuft alles nach Plan. Die Maschine hebt ab….doch plötzlich versuchen mit Messern bewaffnete Terroristen in das Cockpit vorzudringen.

7500 ist das Langfilmdebüt von Patrick Vollrath. Der Deutsche wurde für seinen Kurzfilm ALLES WIRD GUT für den Oscar nominiert und war bei 7500 auch am Drehbuch beteiligt.
Mit 7500 macht er ein Experiment, das es in der Form selten gab. Vor einigen Jahren diente in VANISH als einzige Kulisse ein alter Van und dessen unmittelbare Umgebung. In 7500 verlassen wir abgesehen von ein paar einleitenden Szenen aus Überwachungskameras am Flughafen nie das Cockpit, was den Streifen zu einem fliegenden Kammerspiel macht.

Obwohl die Story auf deutschem Boden bzw. dem Luftraum darüber spielt und viele der Darsteller ebenfalls deutsch sind, wurde als Hauptfigur der Amerikaner Joseph Gordon-Levitt (HESHER, SIN CITY 2, SNOWDEN) ausgewählt. Da es sich um eine amerikanisch-deutsch-österreichische Koproduktion handelt, ergibt das aber Sinn, zumal es in der Luftfahrt ja recht international zugeht.

Das fliegende Kammerspiel

Die Terroristen sind in Deutschland lebende -man ahnt es- Moslems, die das Flugzeug zum Absturz bringen wollen.
Nun kann man darüber streiten, ob 7500 damit beliebte Klischees quält, glücklicherweise stellt er die Geiselnehmer aber nicht als Turban- und Vollbart-tragende Säbelschwinger dar, sondern als normal aussehende Typen, die (wie sich später zeigt) in mancherlei Hinsicht gar nicht so anders sind, aber zumindest auch Zweifel und Ängste haben.
Immer noch zu viel Klischee? Ach kommt, würdet ihr es glauben, wenn die Terroristen lederhosentragende Bayern wären, die für ein freies Bavaria kämpfen? 7500 ist kein politisches Statement, sondern eine Mischung aus Thriller und Drama.
Thriller, weil natürlich Menschen in Gefahr sind und der junge Pilot ein paar hässliche Entscheidungen treffen muss. Drama, weil immer etwas Platz für menschliche Fragen ist.

Zum konkreteren Inhalt von 7500 weiß man besser nur das Nötigste, denn der Film wartet schon relativ früh mit Wendungen auf, daher hier schon mal eine Warnung vor kleineren Spoilern.

Die Dinge, die sich an Bord ereignen, wirken teilweise authentisch. So erleben wir Zuschauer recht detailliert, wie die Piloten das Flugzeug in die Luft bringen und auch wenn das Fach-Kauderwelsch dem Laien wenig sagt, ist zu bemerken, dass sich die Filmemacher mit dem Thema beschäftigten.
Dass die Cockpittür auf jeden Fall verschlossen sein muss, gehört zu den Kernstücken des Films, denn natürlich wollen die Terroristen um jeden Preis die Kontrolle über die Maschine erlangen.

Einige der Entwicklungen sind zugegebenermaßen weniger glaubhaft, wobei man betonen muss, dass man vor 25 Jahren auch nicht geglaubt hätte, dass Attentäter mit Flugzeugen in Gebäude fliegen oder ein depressiver Pilot eine Passagiermaschine gegen einen Berg lenkt.
Zudem sei auch hier noch mal erwähnt, dass dies eben keine geschichtliche Aufarbeitung, sondern ein Unterhaltungsfilm ist und so ist mindestens für Abwechslung gesorgt, wenn sich das Blatt mehrere Male wendet und die Geiselnehmer ihrem Ziel teilweise erschreckend nah kommen.

Keine Angst vor der FSK ab 12

Der Film ist ab 12 freigegeben und hält sich mit drastischer Gewaltdarstellung zurück. Das liegt aber eher daran, dass brutale Ermordungen geschickt Offscreen platziert werden. Dies ist jedenfalls kein Feelgood-Movie, bei dem der Held die Welt rettet und am Ende alle coolen Figuren in den Sonnenuntergang reiten.7500 rezension

Was 7500 auch nicht bietet ist durchgängige Hochspannung oder gar Action. Zwar kommt es im Cockpit zu mehreren Handgemengen (bei denen auch Blut fließt) und mancher Moment lädt zum Nägelkauen ein, dazwischen gibt es aber auch längere Gesprächsphasen.

Fazit:
Mit 7500 gibt Patrick Vollrath einen guten Einstand. Der Film hat Ecken und Kanten, die man nicht mögen muss, er ist aber angenehm Un-Hollywood.

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