Review: A TALE OF TWO SISTERS (2003)

a tale of two sisters
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 9.0

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9.3/10 (3)

Darsteller: Lim Su-jeong, Moon Geun-young, Yeom Jeong-a, Kim Kap-soo
Regie: Kim Jee-woon
Drehbuch: Kim Jee-woon
Länge: 115 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 29. November 2019 (Mediabook)
Verleih/ Vertrieb: Capelight
FSK: ab 16

 

Es waren einmal zwei Mädchen…

Nach dem Tod ihrer Mutter (Park Mi-Hyun) wurden die Schwestern Su-mi (Lim Su-jeong) und Su-yeon (Moon Geun-young) für längere Zeit in einer Psychiatrie untergebracht.
An einem schönen Sommertag kehren sie zurück zu ihrem Vater (Kim Kap-soo), der inzwischen mit seiner neuen Frau (Yeom Jeom-a) in einem idyllischen Landhaus an einem See lebt. Su-mi, die Ältere, benimmt sich gegenüber ihrer Stiefmutter offen feindselig und verachtend, während Su-yeon eher der ängstliche und zurückhaltende Typ und somit ein willkommenes Opfer für die stiefmütterlichen Angriffe ist. Gleich in der ersten Nacht geschehen unheimliche und verstörende Dinge in dem Haus.a tale of two sisters 2003

Wer sich bei dem Anblick des Filmcovers denkt: „Ach herrje! Und die nächsten beiden Gruselmädchen in blutigen weißen Kleidern!“, wird von Kim Jee-woon, der u.a. bereits mit seiner Episode „Memories“ in THREE … NIGHTMARES, den Filmen A QUIET FAMILY, BITTERSWEET LIFE und I SAW THE DEVIL ein sehr unterschiedliches Repertoire seines Könnens unter Beweis stellte, mit einem feinsinnigen und psychologisch dichtem Familiendrama überrascht werden. Auch Asia-Gorehounds kommen kaum auf ihre Kosten, denn blutige Action sucht man in diesem Kammerspiel vergebens.

Während der erste Teil des Films eher die Vorstellung und Einführung der Charaktere und den Aufbau der Gruselatmosphäre beinhaltet, konzentriert sich die zweite Hälfte sehr stark auf die psychologischen Aspekte, welche von Schizophrenie über Depressionen bis hin zu Schuldgefühlen und Verdrängung reichen. Schockeffekte und Musik wurden spärlich, aber dafür umso wirkungsvoller eingesetzt. Besonders erwähnenswert und hervorzuheben sind die Darbietungen der beiden Jungdarstellerinnen.a tale of two sisters mediabook

A TALE OF TWO SISTERS erinnert stilistisch zunächst ein wenig an DARK WATER von Hideo Nakata, jedoch ist er weit entfernt von dessen konfrontativ surrealem Stil. Kims Film ist durchweg von exquisiter Liebe zum Detail und künstlerischer Ausrichtung geprägt, welches man an den hervorragenden Kamerafahrten und die stilvolle Farbgebung der Welten „Draußen“ und „Drinnen“ wahrnimmt. Man könnte ihn auch als Gothic-Horror bezeichnen, wie Charlotte Perkins Gilmans klassischer Abstieg in den Wahnsinn in ihrer Kurzgeschichte „Die gelbe Tapete“.

Einige Zuschauer mögen ihn für seine dreist anmutenden, aber erfolgreichen Versuche als „schwierig“ bezeichnen, den inneren Aufruhr eines zerschmetterten Verstandes wiederherzustellen.a tale of two sisters review

Als Inspiration und Grundidee für A TALE OF TWO SISTERS dient das koreanische Volksmärchen „Janghwa Hongryeon jeon“ aus der Joseon-Dynastie. Dieses handelt von dem Konflikt zwischen den Schwestern Janghwa und Hongryeon und ihrer Stiefmutter, der ein ziemlich trauriges Ende nimmt.

Das Märchen wurde schon einige Male verfilmt: 1924, 1936, 1956, 1962 und 1972.

2009 erschein das US-Remake DER FLUCH DER ZWEI SCHWESTERN, welches mundgerecht im typisch amerikanischem 08/15 Stil zubereitet und serviert wurde.

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