Review: ACRIMONY (2018)

Acrimony - Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 5.0

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Darsteller: Taraji P. Henson, Lyriq Bent, Crystle Stewart, Jazmyn Simon, Ptosha Storey, Danielle Nicolet, Nelson Estevez, Ajiona Alexus, Antonio Madison
Regie: Tyler Perry
Drehbuch: Tyler Perry
Länge: 120 Minuten
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 2018
FSK: ab 12

Das Thema der rachsüchtigen Frau ist wahrscheinlich in etwa so alt wie die Menschheit an sich. Schon in der griechischen Mythologie wird beispielsweise von Medea berichtet, die aus Rache an dem Mann die beiden gemeinsamen Söhne umbringt. Und so ist es nicht verwunderlich, dass diese Thematik immer mal wieder in Filmen auftaucht. ACRIMONY von Regisseur Tyler Perry reiht sich dort hervorragend ein.

Inhalt von ACRIMONY

Melinda, die die Idee ihres Ehemannes Robert über 18 Jahre lang finanziell unterstützt hat, hat Anlass zu der Vermutung, dass eben dieser Ehemann sie betrügt. Wie er es schon einmal vor ihrer Hochzeit getan hat. Sie reicht die Scheidung ein und kommt doch nicht ganz von ihm los. In einem Gespräch mit einer Therapeutin erfahren wir die ganze Geschichte. Und am Ende stellt sich die Frage, wer nun eigentlich schuldig ist…

Acrimony - Melinda und Robert in jungen Jahren

Resümee zu ACRIMONY

Eins vorweg: die schauspielerische Leistung von Taraji P. Henson (HIDDEN FIGURES) ist sehr gut. Man kauft ihr jegliche Stimmung ohne zu zögern ab, von verliebt, über frustriert bis hin zu von Hass zerfressen. Die Schwächen von ACRIMONY sind allerdings auch nicht bei den Schauspieler*innen zu suchen, sondern vielmehr in der Gesamtkonzeption des Films.

Nachdem man relativ unverhofft in der ersten Szene landet – einer Gerichtsverhandlung – verlaufen die nächsten Minuten von ACRIMONY recht ruhig. Die Charaktere werden eingeführt und eine gefühlt endlos lang erzählte Liebesgeschichte zwischen Melinda und Robert wird eingefädelt. Es dauert lang bis die eigentliche Handlung des Films einsetzt. Zum einen ist es natürlich wichtig zu zeigen, unter welchen Umständen die beiden zusammengekommen sind und wie die Frustration von Melinda immer größer wird. Zum anderen hätte man das durchaus etwas abkürzen können. Der Film hat eine Laufzeit von zwei Stunden und durchaus Längen, vor allem an Anfang.

Acrimony - Melinda konfrontiert Robert

Wenn es dann endlich zur eigentlichen Handlung kommt, fängt die Verwirrung an. Die gesamte Zeit wurde die Geschichte so erzählt, dass man Melindas Standpunkt sehr gut nachvollziehen konnte. Wer wäre nicht frustriert, wenn der oder die Partner*in 350.000 Dollar für sich ausgeben lässt und selbst keinen Cent verdient? Aber plötzlich ist Melinda die Verrückte und beginnt Robert und seine neue Verlobte zu stalken und zu terrorisieren. Ganz am Rande wird die Borderline-Erkrankung eingeworfen und damit scheint alles begründet zu sein. Nachdem man also etwa ¾ des Filmes Melindas Perspektive erzählt bekam und die meisten ihrer Reaktionen durchaus verständlich waren, ist sie eine Irre und Robert der Unschuldige. Der Plottwist wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen.

Da ACRIMONY eine Freigabe ab 12 Jahren hat, liegt der Fokus ganz offensichtlich nicht auf blutigen Auseinandersetzungen. Erst ganz zum Schluss gibt es ein wenig Gewalt und die auch relativ zahm umgesetzt. ACRIMONY möchte ein Psycho-Thriller sein, kommt aber eher als Drama mit einem Hauch Thriller rüber.

Acrimony - Melinda nimmt irritiert Rosen entgegen

ACRIMONY hatte einiges an Potenzial, auch dank der guten Besetzung, kann das aber leider nicht voll ausschöpfen. Der Plottwist macht alles vorherige zunichte und lässt das Publikum unzufrieden zurück.

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