Review: DEADGIRL (2008)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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8/10 (1)

Darsteller: Shiloh Fernandez, Noah Segan, Candice King
Regie: Marcel Sarmiento, Gadi Harel
Drehbuch: Trent Haaga
Länge: 101 min
Land:
Genre: ,

 

Zombies wird schon lange nachgesagt, keine neuen Ideen mehr zu bieten, das war damals, als DEADGIRL erschien, nicht anders als heute. Zwar bleibt der Streifen bis heute ein kleiner Geheimtipp, was unter anderem am schweren SPIO-Siegel liegt, das natürlich Werbung oder einen Verkauf „über dem Ladentisch“ unmöglich macht, das ändert aber nichts an der originellen Herangehensweise an ein bekanntes Thema.

Story: als die Highschool-Kumpels Rickie und J.T. beim Durchforsten einer alten Klinik im Keller eine gefesselte nackte Frau finden, glauben sie anfangs an ein Verbrechen, doch dann finden sie heraus, dass die Frau nicht sterben kann. Was also tun? J.T. entscheidet sich dafür Sex mit der Frau zu haben und lädt auch gleich noch einen Kumpel ein. Während Rickie Skrupel hat, kann auch er nicht verhindern, dass die Situation völlig aus dem Ruder läuft, immer mehr Menschen von der Angelegenheit erfahren und dem Ausleben von Sadismus keine Grenzen gesetzt werden.

DEADGIRL, nicht zu verwechseln mit DEAD GIRL, ist augenscheinlich für kleines Geld entstanden und verzichtet daher auf große Effekte, sondern lebt von der simplen Was-wäre-wenn-Ausgangslage, die zunehmend eskaliert. Da mag sich der geneigte Perverse fragen, ob er sich auch für Sex mit einer gutaussehenden Zombiedame begeistern könnte.

Allerdings ist DEADGIRL trotz ein paar Szenen, die aufgrund ihrer Absurdität zum Lachen einladen, keine Komödie, sondern enthält harte und eklige Augenblicke und lässt trotzdem an der Moral der Protagonisten zweifeln.

Obwohl der Film einige Zeit vor THE WOMAN gedreht wurde, lassen sich aufgrund der wilden, „bissigen“ Frau im Keller, die ihren Kerkermeistern ausgeliefert ist, einige Parallelen erkennen. Entfernt werden vielleicht auch Erinnerungen an KÜSS MICH, ZOMBIE wach, wo es auch darum ging, dass einige Jugendliche eine lebende Tote verstecken. Davon abgesehen, bietet DEADGIRL aber eine ganz eigene Stimmung, die ihresgleichen sucht.

Wer gerne alles mundgerecht serviert bekommt, dürfte mit DEADGIRL seine Probleme haben, denn vieles bleibt ohne vollständige Erklärung, angefangen bei der Frage, wer die Frau ursprünglich im Keller fixierte.

Einer der Hauptdarsteller ist Shiloh Fernandez, der später natürlich vor allem mit EVIL DEAD bekannter wurde. Auch Multitalent Trent Haaga, der in etlichen (meist kleineren) Produktionen als Schauspieler, Autor oder Regisseur auftrat, kann man kennen und von ihm stammt in diesem Fall das Drehbuch. Überraschend ist hingegen, dass die beiden Regisseure Marcel Sarmiento und Gadi Harel lange Zeit von der Bildfläche verschwanden. Harel sollte bis heute keinen weiteren Film drehen, Sarmiento lieferte erst 2017 mit TOTEM seinen nächsten Langfilm.

Zwar ist DEADGIRL nicht perfekt, zeigt neben den schon erwähnten Horrorelementen aber auch genügend Geschichte und Figurenentwicklung. Mischt man dazu die Kombination aus Leichenschändung und Vergewaltigung, entsteht einer der ungewöhnlicheren Zombiefilme.

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