Review: DIE BEUTE – AUFSPÜREN. JAGEN. TÖTEN. (2016)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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Darsteller: Nicole Marie Johnson, Carrie Finklea, Leisha Hailey
Regie: Nils Taylor
Drehbuch: Nils Taylor, Nicole Marie Johnson
Länge: 80 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 01. August 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Tiberius
FSK: ab 18

 

Es ist kein gutes Zeichen, wenn du nicht weißt, wie du ein Review beginnen sollst.
Sicher man könnte über die Gefahren sprechen, die sich alleinreisende Frauen aussetzen, man könnte auch über brutale Hillbillys sprechen, aber all das wurde ja schon oft erwähnt.
Andererseits kann es ja kaum unser Fehler sein, wenn Filmemachern nichts mehr neues einfällt.

Inhalt:
Um einer brutalen Beziehung zu entkommen, schließt sich Kat einer Gruppe von Frauen an, die eine Wanderung durch die Wälder unternehmen wollen.
Auf ihre Weise hat jede der Frauen mit ihrem Leben zu kämpfen, doch ein ganz existenzieller Überlebenskampf beginnt, als sie auf einige Einheimische treffen, die sich als gestörte Psychopathen herausstellen.die beute

Dass in den Wäldern was lauert, wird wie so oft in einer Eröffnungsszene erörtert, in der es zwei Herren erwischt. Ansonsten ist dann aber ein Moment der Ruhe angesagt. In aller Ausführlichkeit lernen wir die Wandertruppe kennen und das ist inhaltlich gar nicht so falsch umgesetzt, aber viel zu lange. Natürlich liegt es auf der Hand, dass Kat, die noch die Prellungen des Ex am Körper trägt, den nächsten „Herren“, die ihr Gewalt antun etwas entgegenzusetzen hat, aber die anderen sechs Frauen werden recht mühselig vorgestellt, ohne dass das irgendwohin führen würde.die beute review

Man wird den Eindruck nicht los, dass die Charaktere aus THE DESCENT Patinnen standen, aber spätestens wenn ins Abenteuer gestartet wird, trennen sich Spreu und Weizen. In DIE BEUTE gibt es keine dunklen, klaustrophobischen Höhlen mit offenen Beinbrüchen, sondern nur ein kleiner Hügel im unatmosphärischen Wäldchen, an dem sich eine der Damen den Haxen verdreht.

Ein anderer Film, der sich als Vergleich anbietet, wäre TRAUMA. Dort war sicher auch nicht jeder Schritt selbsterklärend oder perfekt inszeniert, allerdings ist der chilenische Rape&Revenge – Streifen ein kompakter, bösartiger Klotz mit tollem Bösewicht und derber Gewalt.

Die Widersacher in DIE BEUTE – AUFSPÜREN. JAGEN. TÖTEN. wissen nicht richtig, was sie wollen. Einerseits beobachten sie die Damen bereits länger per Zielfernrohr, wissen aber dennoch nicht, wie viele Opfer sie vor sich haben. Sie sind mit Gewehren bewaffnet, aber einer der Bauerntölpel mit offener Hose aus dem Unterholz und kündigt an, dass er sein Opfer nun mal ordentlich durchficken wird, wundert sich aber dann, dass man ihm -trotz des vermeintlichen Überraschungsmoments- gepflegt den Schädel einschlägt.
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Zu diesem Zeitpunkt sind die aufgebauten Vorgeschichten um die Frauen nahezu unnötig und der Film widmet sich dem Survival.
Das ist immerhin passabel umgesetzt und irgendwann ist jeder blutverschmiert, ernsthafte und glaubwürdige Härte will aber nicht entstehen.
Es ist also nicht so, dass sich DIE BEUTE blamieren würde, er kann aber auch nicht überzeugen.

Fazit:
DIE BEUTE ist ein Werk, das Charakterzeichnung und dreckiges Survival-Kino kombinieren möchte, aber immer etwas ungelenk wirkt. Ein Film wie TRAUMA ohne Trauma.

 

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