Review: DIE BRAUT DES SATANS (1976)

die braut des satans
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 7.0

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7/10 (1)

Darsteller: Nastassja Kinski, Christopher Lee, Richard Widmark
Regie: Peter Sykes
Drehbuch: Christopher Wicking
Länge: 93 min
Land: ,
Genre:
Veröffentlichung: 30. August 2019 (Neuveröffentlichung, Mediabook)
Verleih/ Vertrieb: Anolis
FSK: ab 16

 

Es gibt Filme, die würde man heute so nicht mehr machen.
Manches liegt in der Natur der Sache. Christopher Lee und Richard Widmark sind tot. Die Hammer-Studios gibt es (in ihrer klassischen Form) nicht mehr. Die Optik der 70er, die Themen der 70er, die Effekte der 70er wären heute nicht mehr angesagt.
Vor allem würde aber ein Aufschrei über den Globus hallen, wenn herauskäme, dass man eine 14jährige für eine Nacktszene einsetzt.
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DIE BRAUT DES SATANS ist ein solcher Film und Fans modernen Horrors dürfen sich die Sichtung wohl sparen, denn vieles wird die aktuellen Sehgewohnheiten nicht ansprechen.
Auch hat das Werk schlichtweg nicht das Zeug sich neben Okkult-Klassikern seiner Zeit (wie DAS OMEN, DER EXORZIST, ROSEMARYS BABY) einzuordnen.
Wer diese Filme und den Zeitgeist aber mag, kann trotzdem einiges entdecken.
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Im Mittelpunkt der  Geschichte steht die junge Nonne Catherine, die von Deutschland nach London reist und dort von Schriftsteller John Verney empfangen wird, einem Freund ihres Vaters.
Verney hat fortan die Aufgabe Catherine vor den Mächten des Bösen zu schützen, zu denen der sinistre Pater Michael Rayner gehört, der die kurz vor ihrer Volljährigkeit stehende dem Dämon Asteroth zur Frau geben will.

Das wirkt schon in der Beschreibung dick aufgetragen, ist es auch, aber für die ganz leisen Töne waren die Hammer Studios nicht bekannt.
Die Idee, die unschuldige Teenagerin zwischen die beiden Männer bzw. zwischen Himmel und Hölle zu stellen, reicht aber aus, um ein Katz- und Maus- Spiel um Körper und Seele Catherines zu starten.

DIE BRAUT DES SATANS unterhält, nicht zuletzt weil er über 40 Jahre später ein Anachronismus ist, der immer etwas daneben liegt, aber uns auch das gibt, was man erwarten darf:
Christopher Lee, der sich hier auch frei machen darf, ist mal wieder der Bösewicht; dramatische Kamerazooms, Kreuze/Pentagramme….die braut des satans to the davil a daughter

Man sieht allerdings besser nicht zu genau hin, denn sonst fällt auf, dass die Geschichte, die auf dem Roman TO THE DEVIL A DAUGHTER (das ist übrigens auch der Originaltitel) von Dennis Wheatley basiert und fürs Drehbuch nochmals umarrangiert wurde, stellenweise wirr daherkommt. Wie oben bereits erwähnt, sind auch die Effekte heute eher unfreiwillig lustig und das Finale lässt Spannung vermissen.

Diese Kombination macht DIE BRAUT DES SATANS zu einem Streifen, der aus nostalgischen Gründen zwar trotzdem greift, aber dem man auch ein liebevoll umgesetztes Remake wünschen würde.

Übrigens war das Werk lange Zeit auf dem Index und wurde erst 2011 befreit. Woran das lag, ist zweifelhaft, denn trotz der Nacktszene der damals 14jährigen Nastassja Kinski, ein paar weiteren sexuellen Eskapaden und einer Portion Gewalt scheint die inzwischen erteilte FSK 16 – Freigabe gerechtfertigter.

 

 

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