Review: EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE (2018)

extremely wicked, shockingly evil and vile
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 8.0

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9/10 (4)

Darsteller: Lily Collins, Zac Efron, Angela Sarafyan
Regie: Joe Berlinger
Drehbuch: Elizabeth Kendall, Michael Werwie
Länge: 106 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 04. Juli 2019 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Constantin
FSK: ab 16

 

Dieser Film bietet Stoff für Kontroversen. Nicht nur man sich leicht mit dem Titel verheddern kann, oder weil Hauptdarsteller Zac Efron eher vom HIGH SCHOOL MUSICAL als brutalen Filmen bekannt ist, sondern auch, weil er die Geschichte um den Serienmörder Ted Bundy anders erzählt, als das der blutrünstige True Crime – Fan womöglich erhofft.

In EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE lernen wir zunächst vor allem die positive Seite Bundys kennen und es ist schwer, seiner Ausstrahlung zu widerstehen.
Er ist jung, charmant und sieht gut aus. Er studiert Jura, hat eine hübsche Freundin, die er gut behandelt….und er hat mindestens 30 Menschen ermordet.EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE lily collins

Der Film steigt etwa in dem Moment ein, als Bundy zum ersten Mal verhaftet wird. Seiner Freundin Liz kann er da noch erklären, dass es sich um ein Missverständnis handelt, doch juristisch zieht sich die Schlinge immer enger um ihn. Obwohl Liz lange zu ihm hält, wird Ted wegen diverser grausamer Vergehen angeklagt und ihm droht die Todesstrafe.

EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE hält sich an Fakten und so ist auch klar, wie der Prozess endete. Hier finden sich daher keine Überraschungen, worüber der Film aber berichtet, ist die Erscheinung Bundys, aber auch das miteinander zu seiner Freundin, die sich irgendwann von ihm lossagen will, aber weiter an ihm hängt.

Wer ohnehin an Zac Efron als Darsteller zweifelt, wird sich einreden, dass er hier ja gar keinen  wirklichen Killer spielt und abgesehen von einem kurzen Rückblick stimmt das, aber Efron sieht dem echten Bundy nicht nur erstaunlich ähnlich, sondern mimt ihn wunderbar. Zudem hätte es keinen Sinn ergeben, zum Beispiel Kane Hodder die Rolle spielen zu lassen, denn hier ist kein hässlicher Hüne gesucht. Womit der Film spielt, ist die Tatsache, dass Ted Bundy gut aussah, der Anteil junger Frauen im Gerichtssaal überproportional war und er auch durch sein weltgewandtes, smartes Auftreten ein Popstar aus ihm wurde.EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE review

Was sich der Film hingegen spart sind Details. Bundy gelang mehrfach die Flucht, was auch gezeigt wird, allerdings wird weder auf die Wiederverhaftung noch die Zeit dazwischen eingegangen.
Somit lässt sich also festhalten, dass EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE weder einen Blick auf die Kindheit des Mörders wirft, noch seine Morde zeigt und auch verschiedene andere Aspekte ausspart.
Das muss man nicht mögen, dennoch funktioniert das Werk.

Ungewöhnlich ist übrigens nicht nur die Besetzung Efrons, auch Jim Parsons aus BIG BANG THEORY, der hier einen Staatsanwalt mimt, überrascht, Metallica-Frontmann James Hetfield ist in einer kleinen Rolle zu sehen und Haley Joel Osment (THE SIXTH SENSE) hat sich ebenfalls verändert.
Ansonsten wäre da noch John Malkovich als Richter, der natürlich mal wieder überzeugt.
EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE zac efron
Eine der wichtigsten Personen des Films ist die von Lily Collins gespielte Liz, durch deren Augen wir Ted und den Prozess verfolgen.
Zwar ist Ted die Hauptfigur, aber so wie sich Liz‘ Gefühle ihm gegenüber wandeln, empfindet auch der Zuschauer und obwohl wir alle schon vor Beginn des Films wissen, wer Ted Bundy war, fällt es uns wie Liz schwer die Wahrheit zu verstehen und zuzulassen.

EXTREMELY WICKED, SHOCKINGLY EVIL AND VILE wird enttäuschte Gesichter hervorrufen, gerade aufgrund des deutlichen Titels, aber wer es schafft erwartungsfrei an die Sache heranzugehen, erlebt einen Film, der sich auf angenehme Weise von etlichen anderen Serienkiller-Schinken abhebt, auch wenn er mehr Drama als Thriller ist.

 

 

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