Review: FRANCESCA (2015)

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Redaktion: 6.5

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8.6/10 (27)

Darsteller: Luis Emilio Rodriguez, Gustavo Dalessanro, Raul Gederlini
Regie: Luciano Onetti
Drehbuch: Luciano Onetti, Nicolás Onetti
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FRANCESCA ist der pure Giallo und wer damit nichts anfangen kann, sollte schleunigst das Weite suchen.
Nun muss man 2016 fragen, ob diese Spielart überhaupt noch zeitgemäß ist, immerhin hatte der Stil seine Blütezeit in den 70ern. Das ändert aber nichts daran, dass alle ein bis zwei Jahre ein neues Exemplar veröffentlicht wird, das aus dem einen oder anderen Grund sehenswert ist.
francesca giallo
In der jüngeren Vergangenheit fallen einem dazu vor allem Andreas Marschalls MASKS und AMER / DER TOD WEINT ROTE TRÄNEN von Hélène Cattet und Bruno Forzani ein, die ihre Stärken (und Schwächen) hatten, aber weniger authentisch als FRANCESCA wirkten.

Grund dafür könnte die Herkunft sein, denn Luciano Onettis Film ist eine italienisch-argentinische Co-Produktion.
Italien ist natürlich das Giallo-Heimatland und daher naheliegend, aber im neuen Jahrtausend sind es oftmals südamerikanische Filme, die stets wie eine Zeitreise in vergangene Jahrzehnte wirken.
Das Erscheinungsbild passt hier also und zwar nicht nur die oberflächliche Optik mit ihren Lederhandschuhen und spitzen Stichwaffen, sondern auch Kameraästhetik, Darsteller, Requisiten und Sound.
francesca
Dabei ist FRANCESCA im Gegensatz zu Werken wie AMER aber kein Hochglanzprodukt, das nur aus eindrucksvollen Bildern besteht, sondern man versucht nebenbei noch eine Geschichte zu erzählen, die nachvollziehbar bleibt.
Das gelingt einerseits recht gut, ist andererseits dann aber doch nicht so wichtig, weil -zumindest der Verfasser dieser Zeilen – mehr von glaubwürdigen Äußerlichkeiten abgelenkt wurde.
francesca
Trotzdem habe ich mitbekommen, dass es inhaltlich um einen Serienmörder geht, der die Polizei mit blutigen Morden auf Trab hält, die an Dantes INFERNO angelehnt sind. Um dem Täter auf die Spur zu kommen, müssen sich die beiden Polizisten Moretti und Succo aber mit dem Verschwinden eines Mädchens namens Francesca beschäftigen…und dieser Fall liegt bereits 15 Jahre zurück.

Dante eignet sich natürlich immer als Ideengeber. Im besten Fall sieht das Ergebnis dann aus wie in SIEBEN. In diese Gewässer schafft es FRANCESCA nicht, auch weil man mit kleineren handwerklichen Schwächen leben muss, wo z.B. Mordopfer noch mal kurz mit den Augen zwinkern.

Für Giallo-Fans ist der Streifen aber dennoch sehenswert, „normale“ Horrorfans (wenn es so etwas gibt), dürften zumindest die blutigen Morde wertschätzen.

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