Review: GRINDER (2016)

Grinder - Cover
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 3.5

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Darsteller: Tyler Austin, Brandon Ruckdashel, Jon Fleming, Sarah Lazar, Jose Ramos, Jay Reum
Regie: Brandon Ruckdashel
Drehbuch: Brandon Ruckdashel
Länge: 86 Minuten
Land:
Genre: ,
FSK: ab 16

Der Titel von GRINDER erinnert nicht grundlos an die App Grindr, wo Männer andere Männer für Dating oder Sex finden können. Der Film wird als „moderner schwuler Film-Noir“ beschrieben, was für ein Erstlingswerk ziemlich ambitioniert klingt. Brandon Ruckdashel übernimmt bei seinem Film gleich drei wichtige Aufgaben: Regie, Drehbuch und eine der Hauptrollen. Möglicherweise hätte er sich lieber auf einen der Bereiche konzentriert.

Inhalt von GRINDER

Der 16-jährige Luke flüchtet vor seinem schwulenfeindlichen Vater nach New York, wo er an einen angeblichen Agenten von Models trifft. Schnell merkt der junge Schwule, dass in der glamourös scheinenden Modelwelt auch dunkle Seiten zu finden sind.
Zeitgleich findet sich der Fotograf Tim in einer Selbstfindungsphase, in der er zufällig auch auf Luke trifft

Grinder - Luke

Resümee zu GRINDER

Die Handlung von GRINDER gab es schon oft. Eine junge Person (meistens allerdings junge Mädchen) träumt von Berühmtheit und landet dabei in einer gefährlichen Situation. Mit einer besonders originellen Idee kann Ruckdashel hier schon einmal nicht glänzen. Gut umgesetzt, hätte trotzdem ein spannender Film entstehen können, aber leider hat GRINDER einige Schwächen.

Genau genommen vereint GRINDER zwei Handlungen in einem Film. Zum einen haben wir die Geschichte von Luke, der als junger Schwuler vor seinem Vater flüchtet, der ihn misshandelt, nachdem er von seiner Homosexualität erfahren hat. Und zum anderen wird von Tim erzählt, der mit Vorliebe junge Männer fotografiert, Sex in Schwulenbars hat aber sich seine Homosexualität anscheinend nicht eingestehen kann. Diese beiden Handlungen werden zwar irgendwie miteinander verwoben, aber eher unzureichend und ungeschickt. Hier wäre es klüger gewesen sich auf einen der Handlungsstränge festzulegen und diesen komplett und ausführlich zu erzählen.

GRINDER hat neben den Handlungen leider noch weitere Probleme. Es scheint als versuche der Film durch merkwürdige und teils einfach zu lange Kameraeinstellungen wie ein Kunstfilm zu wirken. Es gibt sehr viele CloseUps auf Gesichter und einige Szenen, in denen die Kameraeinstellung deutlich zu lang ist und man sich fragt, warum zum Beispiel Luke wie eingefroren dasteht, während ein anderer junger Mann misshandelt wird. Wahrscheinlich sollen diese Einstellungen dazu dienen sich mit den Charakteren zu identifizieren, allerdings fragt man sich eher, ob der Film gerade stehengeblieben ist und buffert. Die Einstellungen wären mit weniger als fünf Minuten Laufzeit deutlich effektiver gewesen.
Ein weiteres eher technisches Problem ist, dass der Ton in einigen Szenen komplett anders (und deutlich schlechter) klingt, als im Rest des Films. Möglicherweise wurde an diesen Stellen nachvertont, aber leider nicht sehr gut.

Grinder - Luke und Tim

Ist GRINDER nun ein moderner Film-Noir? Nunja.. einige Aspekte sind durchaus wiederzufinden, beispielsweise der Antiheld und kriminelle Machenschaften. Aber ob das reicht den Film so zu bezeichnen? Das mag Ansichtssache sein. Ein Thriller ist GRINDER jedenfalls auch nicht, sondern vielmehr ein Drama, das auch schon einige Male in heterosexuellen Kontexten erzählt würde. Brandon Ruckdashel hat sich mit dem Film einiges vorgenommen und konnte leider wenig erfolgreich umsetzen. Es kommen hauptsächlich Klischees bei raus, die es schon sehr häufig in derselben Art und Weise gegeben hat. Fraglich bleibt, weshalb man den Film bei Amazon Prime Video in die Kategorie Horror eingeordnet hat…

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