Review: I SEE YOU (2019)

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BEWERTUNGEN:
Redaktion: 4.5

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4/10 (2)

Darsteller: Helen Hunt, Jon Tenney, Judah Lewis
Regie: Adam Randall
Drehbuch: Devon Graye
Länge: 94 min
Land:
Genre: ,
Veröffentlichung: 08. Mai 2020
Verleih/ Vertrieb: Capelight
FSK: ab 16

Es gibt Filme, die sind für Cast und Crew fordernd; es gibt Filme, die sind fordernd für das Publikum und manche sind auch für Rezensenten fordernd.
I SEE YOU ist ein Film, über den man zwar einiges schreiben kann, ohne zu spoilern wird das aber schwer, vor allem weil das worüber zu sprechen lohnt, jenseits eines Twists zu finden ist.i see you rezension

Daher halten wir es zunächst allgemein und werden später etwas mehr in den verräterischen Bereich vordringen.

Story:
Familie Harper lebt in einem schönen Haus am Meer, doch der freundliche Schein trügt.
Mutter Jackie hat eine Affäre und Vater Greg, ein Polizist, die Hände voll zu tun mit zwei Jungen, die kürzlich in den Wäldern verschwanden.
Als ob das nicht reichen würde, geschehen im Haus immer wieder eigenartige Dinge.
Ein Handwerker berichtet beispielsweise von einem Mädchen, das ihm die Tür öffnete (obwohl es keine Tochter gibt) und Jackies Geliebter wird aus dem Nichts heraus attackiert.

I SEE YOU lässt zunächst die Frage offen, ob man es mit einem weltlichen oder übernatürlichen Phänomen zu tun hat und stellt uns ausgiebig die Figuren vor. Die Lage bei den Harpers ist verständlicherweise angespannt.
Schon etwa zur Mitte der Story, beginnt sich der Film zu entblättern und zeigt aus einem zweiten Blickwinkel (noch einmal), wie alles zusammenhängt. Dazu gleich mehr.i see you kritik

Helen Hunt hat sich verändert

Vorher müssen wir über Helen Hunt sprechen, die Jackie Harper spielt. Hunt war zwei Mal für einen Oscar nominiert und gewann ihn einmal. Sie kann also spielen.
Doch leider unterzog sie sich offensichtlich, dem Schönheitswahn Hollywood folgend, etlichen kosmetischen Eingriffen und trägt nun ein maskenhaftes Gesicht, das aussieht, als hätte sie in eine Zitrone gebissen.
Das wäre keine Erwähnung wert, wenn ihre Mimik (also das was einen Schauspieler ausmacht) nicht darunter leiden und sie durch ihr Äußeres nicht zur Ablenkung beitragen würde.

Davon abgesehen schafft es I SEE YOU zunächst rätselhaft zu erscheinen, daraus Spannung zu generieren und uns die Charaktere näherzubringen.
Spannend bleibt der Streifen auch nach dem Twist, allerdings sollte man nun sein Hirn abschalten, denn die hanebüchene Story glauben nur Dummbeutel.i see you helen hunt

Ab hier folgen SPOILER:
wir erfahren nämlich, dass sich zwei „Phrogger“ im Haus der Harpers einquartiert haben. Phrogger sind Menschen, die ohne Wissen der Hausbesitzer bei diesen wohnen und in diesem Fall machen es sich Mindy und Alex heimlich in der Dachkammer gemütlich.

Fein, das kann man eben noch so glauben, wobei es schon weit hergeholt wirkt, wie wenig Mühe sich die beiden (vor allem der psychopathisch wirkende Alec) mit dem Verstecken geben. Ein Motiv, außer dem Kick an der Sache selbst, haben die beiden auch nicht.

Spannend, aber logikarm

Völlig abstrus wird es aber spätestens dann, wenn Mindy das Versteck der beiden entführten Jungen findet. Obwohl uns zuvor gezeigt wird, wie eine riesige Suchmannschaft die Wälder um die Kleinstadt durchforstet, steht offenbar mitten im Wald ein beleuchteter (!) Wohnwagen, wo zwei Kids im Schrank sitzen.

Spätestens hier wird deutlich, dass vieles an I SEE YOU von vorn herein mühselig konstruiert wurde und durch und durch unglaubwürdig und gegen rationales menschliches Handeln spricht.
Davon abgesehen erfahren wir auch nicht mal im Ansatz die Beweggründe des Entführers.

Wie erwähnt, ist diese abwegige Story nichtsdestotrotz recht spannend in Szene gesetzt, aber wer auch nur einen Hauch auf eine kongruente Story gibt, sieht sich was anderes an, denn dies ist einer jener Filme, die glauben, dass der Zuschauer ein Idiot ist.

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