Review: INSIDE – DEADLY PRISON (2012)

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Redaktion: 3

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2.3/10 (18)

Darsteller: Luke Goss, Paul Rae, Isaac C. Singleton Jr.
Regie: Daryn Tufts
Drehbuch: Daryn Tufts
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Fans von Knast-Filmen und Kammerspielen dürfte beim Anblick von INSIDE – DEADLY PRISON warm ums Herz werden, denn der Streifen ist beides und wartet zudem noch mit einer Story auf, deren Ansatz vielversprechend anders ist.

Miles landet im Gefängnis, wo er eine Strafe von 18 Monaten absitzen muss. Mit seinem Zellennachbarn freundet er sich schnell an, doch schon in der ersten Nacht hören die beiden die Schreie eines Mannes, der offenbar auf grausame Weise getötet wird und ein Wärter bricht blutüberströmt vor Miles‘ Zelle zusammen. Etwas Schreckliches geht in dem Hochsicherheitstrakt vor und Miles bleibt nur die Chance schnellstens von dort zu verschwinden.

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19 Jahre verbrachte Andy Dufresne in DIE VERURTEILTEN im Gefängnis, 14 Jahre saß Dantès in DER GRAF VON MONTE CHRISTO im Kerker und immer noch 2 Jahre brauchte Frank Morris in FLUCHT VON ALCATRAZ.
Miles hingegen will offenbar nach wenigen Stunden aus einem Gefängnis verschwinden, als gäbe es dort eine Drehtür.
Es ist nicht nur dieser Quatsch, der INSIDE – DEADLY PRISON von den oben genannten Meisterwerken abhebt, denn Autor und Regisseur Dary Tufts ist nicht Frank Darabont, Stephen King, Alexandre Dumas oder Don Siegel und er ist nicht mal nah dran.

Die Idee des Films ist dabei noch das stärkste Element, die Umsetzung aber in allen Belangen unterm Durchschnitt, weswegen uns die grausigen Ereignisse, die Miles und sein Nachbar ebenfalls nur akustisch mitbekommen, reichlich kalt lassen.

Wenn Miles ein Handy in die Hände fällt, ignoriert man ihn nicht nur, als er bei der Polizei durchklingelt und um Hilfe bittet, er scheint auch mit seiner Ex-Frau nicht auf einen Nenner zu kommen, die gefühlte 50 mal am Telefon betont, er möge ihr bitte ein Foto der Ereignisse schicken (?!), damit sie ihm trauen kann, aber auch klarstellt wie sehr sie ihn liebt (ebenfalls mehrmals).

Nicht der einzige Dialog, der sich wiederholt.
Beispiel gefällig?:
„Es ging besser als ich dachte.“
„Wirklich? Wie groß ist das Loch.“
„Größer als ich dachte.“
„Kommst du da durch.“
„Ich weiß nicht, vielleicht.“
„Nun sag schon, wie sieht es aus? Ist das Loch zu klein?“
„Nein, es ist nicht zu klein, es ist größer als ich gedacht habe.“
„Wie groß ist es?“
„Ich weiß nicht, vielleicht 40 oder 50 Fuß.“
„Kommst du da durch?“
„Vielleicht. Ich versuch es, vielleicht geht es. Ich versuchs, warte“
„Versuch da durchzukommen“
„Ich versuchs…Es ist ganz schön schwer da durchzukommen.“
„Na los, versuch es.“
„Da ist ein großer Tunnel, ich versuch reinzukommen.“
Wir halten fest: Es ging besser als er dachte und er wird versuchen reinzukommen.
Wer so ein Drehbuch hat, braucht keine Schlaftabletten mehr…und ein 40 Fuß großes Loch wäre ein etwa 12m großes Loch.
Womit wir bei der deutschen Synchronisation wären, die leider wieder mal auf Niveau eines Homeshopping-Senders liegt. Allerdings macht das Umschalten auf Originalton auch keinen Oscarkandidaten aus dem Film.

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Dabei ist die erste viertel Stunde wirklich brauchbar und auch die unruhige, zu nahe herangezoomte Kamera vermittelt einen Eindruck der Enge in der spartanischen Zelle, aber mit jeder vergehenden Minute verliert der Film an Magie und schafft es nur in wenigen Momenten etwas davon zurückzuerlangen.

Dass INSIDE keine Unsummen gekostet haben kann, ist dabei das geringste Problem, denn große Effekte wären sicher nicht notwendig gewesen, aber wenn man einen Film dreht, der zu 80% aus zwei sich unterhaltenden Männern besteht, sollte man Figuren und Dialogen im Vorfeld besser etwas mehr Aufmerksamkeit zukommen lassen.

Fazit: So packend wie 6 Wochen Einzelhaft

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