Review: MORTAL (2020)

mortal review
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

Please rate this

6.5/10 (2)

Darsteller: Nat Wolff, Arthur Hakalahti, Priyanka Bose
Regie: André Øvredal
Drehbuch: André Øvredal, Norman Lesperance, Geoff Bussetil
Länge: 100 min
Land: , ,
Genre: ,
Veröffentlichung: 22. Januar 2021 (Heimkino)
Verleih/ Vertrieb: Ascot Elite
FSK: ab 16

André Øvredal erschien vor etwa 10 Jahren auf der großen Bühne und hat seitdem nichts als geliefert.
In seinem Erstling TROLL HUNTER mischte er skandinavische Folklore mit Found Footage Horror, THE AUTOPSY OF JANE DOE war eine Lehrstunde des Kammergrusels und mit SCARY STORIES TO TELL IN THE DARK zeigte er, dass vielleicht besser er die neuen ES-Filme hätte übernehmen sollen.

2021 kehrt der Norweger in seine Heimat zurück stellt uns einen amerikanischen Rucksack-Touristen namens Eric vor, der über bemerkenswerte Eigenschaften verfügt. In seiner Umgebung kommt es zu spontanen Feuern und als er einen Jugendlichen tötet, ohne das zu wollen, nimmt sich die Polizei der Sache an.
Keiner, auch er selbst, kann sich die Ereignisse nicht erklären und nur die junge Psychologin Christine, kümmert sich um ihn.
Doch Stück für Stück finden die beiden mehr über Erics Bestimmung heraus.

MORTAL ist übernatürlich, aber kein Horror

Auch wenn MORTAL dem Übernatürlich zugewandt ist, handelt es sich nicht um einen Horrorfilm.
Hier begegnen sich Mystery und Fantasy. Als Vergleich bieten sich einige Filme neueren Datums an.
Da wäre beispielsweise BORDER, denn auch Eric sucht nach seiner Identität. Da auch MORTAL in die skandinavische Mythenwelt eintaucht, liegt zudem der Vergleich mit Øvredals eigenem TROLL HUNTER nahe.
Ein dritter Vergleich ist fast schon als *Spoiler* zu bezeichnen, denn wie FREAKS (2018), enthält auch MORTAL Superhelden-Elemente, ohne in Marvel-Fussstapfen treten zu wollen.

Kleinere Spoiler-Andeutungen: Ja, die Aufklärung der Story ist relativ naheliegend und die Chance steht gut, dass die meisten Zuschauer schon mal zwischendurch auf die korrekte Lösung setzen. Daher mag man enttäuscht sein, wenn es soweit ist, denn MORTAL gibt sich länger geheimnisvoll, als es dem Film gut tut bzw. hinterlässt am Ende weniger offene Münder, als vielmehr das Gefühl von Wusst-ichs-doch.

Der Weg dahin bietet ebenfalls einige Stolpersteine. Zwar erleben wir Eric und Christine in verschiedenen Situationen, die von Umherirren, über Gefangenschaft bis zu Flucht vor der Polizei reichen und immer wieder wird die norwegische Natur imposant in Szene gesetzt, man wird aber im Ganzen auch hier nicht das Gefühl los, dass am Ende der Idee noch eine halbe Stunde Film gedreht werden musste.
Dass hier drei Autoren zum Einsatz kamen, scheint wie so oft eher hinderlich als förderlich.

Nicht nur Øvredal, auch der Protagonist kehrt in die Heimat zurück

Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, dass man tatsächlich eine Geschichte zu erzählen hat und nicht nur ein Effektefeuerwerk runterzündelt.
Das gibt es zwar auch, was MORTAL actionreicher macht, als den durchschnittlichen norwegischen Film, aber als Gegenpol ist da die europäische Erzählkultur, die ohne viel Kitsch, Pathos und Bombast auskommt. Dass wir über eine US-britisch-norwegische Koproduktion reden, passt letztlich also.
mortal kritik
Hauptdarsteller Nat Wolff (BODY CAM, DEATH NOTE) macht seine Sache gut. Man erfährt erst mal wenig über ihn, nimmt ihm aber seine Suche nach sich selbst, und seine inneren und äußeren Schmerzen ab, während er versucht mit Fähigkeiten umzugehen, von denen er selbst nicht weiß, ob sie Fluch oder Segen sind.

Fazit: MORTAL ist ein professioneller Film. In technischer Sicht gibt es keine groben Schnitzer. Es ist aber nicht auf dem Level, das man von Øvredal im letzten Jahrzehnt gewohnt ist. Dass er sich dabei vom Horror weg bewegt, kann man ihm nicht anlasten; dass der Geschichte etwas Pfeffer fehlt, hingegen schon.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

 

 

Facebook Comments