Review: PANDEMIE (2013)

Pandemie Film
BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.5

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Darsteller: Hyuk Jang, Soo Ae, Roxanne Aparicio
Regie: Sung-soo Kim
Drehbuch: Young-jong Lee, Sung-soo Kim
Länge: 122 min
Land:
Genre: , ,
Veröffentlichung: 06. August 2020 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: Busch Media Group
FSK: ab 12

Wenn ein Film erst sieben Jahre nach dem Erscheinen in seinem Heimatland den Sprung zu uns schafft, ist das ungewöhnlich und ohne den Corona-Ausbruch wäre PANDEMIE wohl weiterhin ohne deutsche Auswertung geblieben. Da aber nichts so schlecht ist, dass es nicht für was gut wäre, bekommen wir nun einen Film zu sehen, der teilweise an die Ereignisse der letzten Monate erinnert, aber auch teilweise zeigt, dass manche abgebildeten Szenarien nur im Kino passieren.

Story:
Als ein Container mit illegalen Flüchtlingen geöffnet wird, bietet sich den Einsatzkräften ein Bild des Grauens. Die Menschen darin sind tot oder am Ende ihrer Kräfte. Doch das ist nicht das Schlimmste. Im Container befindet sich ein Virus, der in dem besonderen Klima mutierte und nun rasch zur tödlichen Gefahr für das ganze Land wird.

PANDEMIE ist Corona im Zeitraffer

pandemie rezension
Auch wenn es im Film um einen aggressiven Ableger der Vogelgrippe geht, auch wenn die Geschichte in Südkorea spielt, fiktiv ist und sich die Krankheit schneller ausbreitet, die Parallelen zu Corona liegen auf der Hand.
Daher ist vor allem die Phase, in der einer der Flüchtlinge unwissentlich den Virus in Umlauf bringt und dieser auf immer mehr Menschen überspringt, spannend zu betrachten.

Obwohl der Film mit zahlreichen Massenszenen aufwartet, stehen natürlich einige exemplarische Personen im Zentrum.
Das sind unter anderem neben dem entkommenen Flüchtling, ein Menschenhändler, eine Ärztin, ihre kleine Tochter und ein Feuerwehrmann.
Diese Menschen treffen wir in verschiedenen Szenarien immer wieder, was absolut unrealistisch, aber der Dramaturgie der Story geschuldet ist und verzeihlich ist.
pandemie review
Dem kleinen Mädchen kommt eine besondere Aufmerksamkeit zu, denn sie besiegt den tödlichen Virus und kann damit für einen Impfstoff sorgen.
Wer jetzt sagt: „Moment mal, Impfstoff? Warum haben wir noch keinen gegen Corona?“
Alles was im Film passiert, geschieht innerhalb weniger Tage. Die Infektionen, die Panik, Unruhen in der Bevölkerung, auch die Chance auf einen Impfstoff.
Man muss auch hier auf dramaturgische Eigenheiten hinweisen, aber natürlich auch darauf, dass die Filmemacher 2013 nicht wussten, wie eine echte Pandemie aussehen könnte. So ist PANDEMIE in fast allen Belangen komprimiert, aber auch extremer. Menschen stecken sich schneller an, sie sterben schneller und zahlreicher.

Heute wissen wir: der Kampf um Klopapier ist real

Besonders drastisch ist eine Sequenz, in der wir erfahren, was die Regierung mit den Infizierten tut.
Trotzdem ist manche Szene nicht nur glaubwürdig, sondern erinnert an 2020.
Wisst ihr noch, als ihr euch mit anderen Arschgeigen um eine Rolle Klopapier gestritten habt?pandemie kritik

PANDEMIE ist professionell produziert. Viele Schauspieler und unzählige Komparsen waren nötig, um das Ergebnis zu erschaffen und unabhängig von aktuellen Ereignissen, wäre es schade gewesen, wenn der Streifen nie den Weg nach Deutschland gefunden hätte.
Doch es ist nicht alles gut geworden. Die deutsche Synchro ist nicht rund und ohne zu viel verraten zu wollen, gegen Ende schleichen sich einige Szenen in die Story, die auch ein Roland Emmerich in einem pathetischen Moment hätte schreiben können.

Eine andere Frage (die aber nicht in die Beurteilung einfließen soll) ist die, ob aktuell irgendwer Lust hat, kranke Menschen mit Atemmasken auf der Leinwand zu sehen.
Andererseits: Südkorea kam bislang beachtenswert gut durch die Krise. Vielleicht tragen Filme wie CONTAGION, OUTBREAK oder eben PANDEMIE doch ihren Teil bei, wenn man seine Lehren aus ihnen zieht.
Übrigens liegen alle drei genannten Filme nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Zuschauergunst nahe beieinander und halten derzeit eine imdb-Durchschnittsnote zwischen 6,6 – 6,7.
(Weitere Filme zum Thema findet ihr hier.)

Fazit:
Nicht (medizinisch) akkurat, aber unterhaltsam.
Flu (2013) on IMDb

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