Review: POLAROID (2019)

BEWERTUNGEN:
Redaktion: 6.0

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5.7/10 (3)

Darsteller: Kathryn Prescott, Tyler Young, Samantha Logan
Regie: Lars Klevberg
Drehbuch: Blair Butler
Länge: 88 min
Land: , ,
Genre:
Veröffentlichung: 10.Januar 2019 (Kino)
Verleih/ Vertrieb: Capelight
FSK: ab 16

Schon 2015 drehte der Norweger Lars Klevberg einen Horror-Kurzfilm namens POLAROID.
Vier Jahre später bringt Klevberg seinen ersten Spielfilm in die Kinos, ein Quasi-Remake des Shorts.
Dass junge Filmemacher auf diesem Weg ins „große“ Business einsteigen, funktionierte bereits bei Andrés Muschietti (MAMA), David F. Sandberg (LIGHTS OUT) oder Jennifer Kent (BABADOOK) und auch POLAROID dürfte seine Abnehmer finden.

Der beginnt mit zwei Freundinnen, die ein Selfie mit einer altmodischen Sofortbildkamera machen. Kaum ist das Bild entwickelt, zeigt sich auf dem Foto ein unheimlicher Schatten…nur Minuten später greift ein Grauen nach den Mädchen.

Diese Szene ist nur der Prolog, zeigt aber bereits alles was es über den Film und die Kamera, die später bei Teenagerin Bird landet, zu wissen gibt.
Als sie auf einer Party ein Bild von ihren Freunden aufnimmt….ihr wisst was jetzt kommt.
POLAROID fällt also mit der Tür ins Haus und (soviel sei schon mal verraten), bietet bis zum Finale, wenn auf die Herkunft der Kamera eingegangen wird, auch keine allzu großen Überraschungen.

Was den Zuschauer bis dahin erwartet, ist eine Mischung aus THE RING – Fluch; Fotos, die wie Voodoo-Puppen reagieren und auch darüber hinaus ein gewisses Eigenleben zu haben scheinen, sowie eine Reihe grusliger Szenen inkl. echter und ich-bins-nur Schocks.

Das ist nicht gerade originell, aber teilweise effektiv und – wie es sich für einen Film gehört, der den Namen einer Kamera-Firma als Name nutzt – visuell ansprechend.
Dass Bird eine Außenseiterin sein soll, erkennt man daran, dass sie eher wie das süße Mädchen von nebenan, als die aufgetakelte Tussi erscheint. Auch wenn der Film nicht mehr in Charakterzüge investiert, macht sie das natürlich zum klassischen Final Girl.

Da POLAROID (Achtung allgemeine Spoiler) gen Ende die Grundzüge eines Slashers annimmt und uns spät wissen lässt, dass Rache ein Thema ist, ergibt aber Sinn.
Das Böse, das die Kamera ausmacht, bleibt aber die längste Zeit ein Schemen, ein zischend-saugend-asthmatisches Geräusch und wenn doch mehr davon offenbart wird, wird einem klar, dass weniger mehr war.

POLAROID sprintet aus den Startblöcken, aber wie einige andere, die aus einem Kurz- einen Langfilm machten, geht auch Lars Klevberg bzw. dessen Autor Autor Blair Butler mit zunehmender Länge die Puste aus.
Für Klevberg ist es wie angedeutet der erste Langfilm (er dreht derzeit das CHUCKY-Remake) und Butler arbeitete zuvor vorrangig im TV- und Videospielbereich. Beide besitzen also wenig Erfahrung und das merkt man POLAROID an.
Zudem krankt der Film auch daran, dass das Böse, der Widersacher, keinen klaren Regeln folgt….leider ein Übel, das in aktuellen Horrorfilmen immer häufiger Einzug hält.

Trotz dieser Kritik ist POLAROID ein solider Grusler, der gut aussieht und zwar wenig überragend gut, aber auch wenig arschbombenschlecht macht und beim jungen Publikum sicher seine Fans findet.

 

 

 

 

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